Tauberbischofsheim

Evangelische Kirche An dem Tag war die Konfirmation geplant / Whatsapp-Andacht gefeiert

Erster Gottesdienst nach über 40 Tagen

Archivartikel

Tauberbischofsheim.„Nach über 40 Tagen feiern wir heute das erste Mal wieder Gottesdienst“, sagte Bezirksdiakonin Petra Herold zu Beginn des Gottesdienstes in der Christuskirche.

Die Zahl 40 habe in der Bibel eine Bedeutung. 40 Jahre ist das Volk Israel in der Wüste umher geirrt. 40 Jahre waren die Israeliten in Babylon. Doch auch als sie freikamen, war es langwierig und mühsam, ein verwüstetes Land, ein zerstörter Staat musste neu aufgebaut werden. „Auch wir ringen ja darum, was jetzt wieder möglich ist“, so Herold.

Günter Muesse und der Hausmeister Werner Wiederroth hatten in den Tagen davor alles für einen Gottesdienst entsprechend den derzeitigen Abstands- und Hygieneregeln vorbereitet. Einige Bänke waren gesperrt. In einer Bankreihe konnten nur drei Personen sitzen. Vor dem Gottesdienst desinfizierten die Besucher ihre Hände.

Die ersten Besucher waren vier Konfirmandinnen und Konfirmanden und ihre Familien. Ursprünglich wollten sie an diesem Tag ihre Konfirmation feiern. Petra Herold überreichte ihnen jeweils ein kleines Päckchen. Es enthielt eine kurze Andacht, eine Kerze, eine Tüte mit Blumensamen und Schokolade. Die Schokolade war, um ihnen den Tag zu versüßen, weil die Konfirmation verschoben wurde. Mit den Konfirmanden, die am 2. Mai Konfirmation gehabt hätten, feierte Petra Herold eine „Whatsapp-Andacht“.

In gebührendem Abstand nahmen die Besucher Platz. Die Familien saßen zusammen. Knapp 30 Personen nahmen am Gottesdienst teil.

In der Predigt ging es um einen Vater, dessen Sohn vermutlich epileptische Anfälle hatte. Eine solche Krankheit war ein Drama für die ganze Familie. Der Junge durfte keinen Kontakt zu anderen haben. Er lebte sozusagen in Quarantäne. Doch der Vater kämpfte um seinen Jungen. Er bat Jesus um Hilfe. Jesus fragt ihn: „Glaubst du denn, dass ich deinem Sohn helfen kann?“ Der Vater antwortet: „Ich glaube. Hilf meinem Unglauben.“ Auch wir hätten oft Zweifel, so Herold. Man habe mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Doch ein kleiner Glaube genüge bei Jesus.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von Kantorin Brigitta Meuser an der Orgel mitgestaltet. Die Älteste Elke Philipp las jeweils den Text eines Liedverses vor.

Der Gottesdienst war anders als sonst, doch durch Musik und Texte und nicht zuletzt durch das Sich-Wahrnehmen entstand ein Gefühl von Gemeinschaft und Nähe. phe