Tauberbischofsheim

Diakonisches Werk Main-Tauber-Kreis Verabschiedung von Pfarrer Gerd Stühlinger/ Lange Zeit Vorsitzender des Vereins für Jugend-und Sozialarbeit / Abschiedskonzert

„Engagierte und mit Freude erfüllte Hilfe“ über Jahre hinweg

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Mit der Verabschiedung aus dem Pfarreramt legt er auch die Vorstandstätigkeit beim diakonischen Verein für Jugend- und Sozialarbeit ab. Grund genug, die Gemeinschaft näher zu beleuchten.

Wenn Gerd Stühlinger am 1. Oktober 2019 in den Ruhestand geht, blickt er auf eine lange Zeit als Ortspfarrer in Tauberbischofsheim zurück. Neben seiner Tätigkeit als Hauptamtlicher war er auch 18 Jahre lang Vorstand des Vereins für Jugend- und Sozialarbeit Main-Tauber-Kreis.

Als führender Kopf der Gemeinschaft musste er immer wieder, gemeinsam mit seinem Vorstandsteam, die Konzepte des Vereins ändern und sich an die gegebenen finanziellen sowie gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen.

Bereits 1986 gegründet

Nachdem im Jahr 1986 die Fördergelder für das diakonische Projekt „Freiwillige Gemeinschaft zu arbeiten“ ausliefen, war für viele klar: Wenn man weiterhin die Menschen unterstützen wollte, die auf sogenannte „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ angewiesen waren, dann musste man die Finanzierung auf eigene Faust sichern. Für die meisten dieser Menschen gab es kein Arbeitslosengeld, also musste man sich eine Idee überlegen, wie man als diakonisches Werk die Hilfen für benachteiligte aufrechterhalten konnte.

So entstand der Verein für Jugend- und Sozialarbeit, der sich darum kümmern sollte, arbeitslosen Jugendlichen eine Arbeit zu beschaffen, oder sie gar einzustellen.

Alfred Wetterich, Gründungsmitglied und Kassier des Vereins, ist seit jeher für die Finanzen der Gruppe zuständig und erinnert sich gut an die Anfangszeit: „Wir haben Jugendliche eingestellt und sie für Praktika an verschiedene Einrichtungen wie Kindergärten oder Pflegeheime vermittelt. Das war für diese Menschen eine große Chance, weil sie so ein geregeltes Einkommen hatten und Praxiserfahrung sammeln konnten“, beschreibt der Wertheimer. Die Jugendlichen waren dann an vier Tagen in der Woche in der Einrichtung tätig und konnten an einem Tag ihre Erlebnisse und Probleme mit einem, beim Verein fest angestellten, Sozialarbeiter besprechen.

„Wir hatten also immer schon die Stelle eines Hauptamtlichen und einen Vorstand, der ehrenamtlich fungierte“, so Wetterich.

Im Jahr 2001 kam dann Pfarrer Gerd Stühlinger in den Vorstand des Vereins, der auch heute noch den selben Zielen folgt. Wie auch im Leitbild der Gemeinschaft fesgehalten ist, handeln die Mitglieder aus dem Willen, den Schwächeren und Benachteiligten zu helfen und führen dies, damals wie heute, „engagiert, offen und mit Freude“ aus.

Sie „unterstützen Menschen dabei, schwierige Lebenssituationen zu meistern – im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe.

Aus dieser Überzeugung heraus wurde auch das aktuelle Projekt des Vereins, die „Anlaufstelle Startklar!“ ins Leben gerufen. Bei dieser können sich Menschen, zwischen 16 und 30 Jahren beraten lassen, die Hilfe beim Berufseinstieg, Arbeitsfindung oder Ratschläge zur Bewerbung benötigen.

Finanziell wird der Verein zum einen aus Fördergeldern gespeist, jedoch hat er auch private Mitglieder. Zahlend wird er zum Beispiel auch von Kirchengemeinden unterstützt, die einen Jahresbeitrag zahlen, oder in Kollekten für die Initiativen sammeln.

Für den scheidenden Pfarrer wird es am 28. September einen eigens initiierten Abschiedsabend geben, an dem das Musikerduo „Die Nasen“ aufspielen wird. Ab 19 Uhr beginnt ein kleiner Umtrunk.