Tauberbischofsheim

Sparkasse Tauberfranken Bei Bilanzgespräch durchgehend positive Entwicklung betont / Neue digitale Angebote / Soziales Engagement

„Eine sehr schöne Wachstumsstory“

Archivartikel

Trotz anhaltenden Niedrig-Zins-Umfelds kann die Sparkasse Tauberfranken auf ein positives Jahr 2019 zurückblicken. Das Bankhaus verzeichnete Wachstum in allen Geschäftsbereichen.

Tauberbischofsheim. Eine „sehr, sehr schöne Wachstumsstory“, präsentierte Sparkassen-Vorstandschef Peter Vogel beim Bilanz-Pressegespräch am Freitag. „Wir sind in allen Feldern gewachsen“, zeigte er sich sehr zufrieden mit der Entwicklung des Bankhauses im vergangenen Jahr. Dies spiegelt sich auch in den vorläufigen Geschäftszahlen wider, welche die Sparkasse vorlegte.

So ist das Geschäftsvolumen von 2,78 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf 2,94 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gewachsen. Die Bilanzsumme ist von 2,69 Milliarden Euro (2018) auf 2,83 Milliarden Euro gestiegen.

Einlagen stiegen

Ein Plus konnte das Kreditinstitut auch bei den Kundeneinlagen verbuchen. Trotz weiterhin anhaltender Null-Zinsen haben die Kunden ihr Geld weiterhin fleißig auf die Bank getragen. So stiegen die Einlagen um rund fünf Prozent, von 2,03 auf 2,13 Milliarden. „Das ist ein Vertrauensbeweis“, kommentierte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Wolfgang Reiner die Zahlen. Und betonte zugleich, dass die Sparkasse momentan nicht plane, Verwahrentgelte (sprich: Strafzinsen) für Privatkunden einzuführen.

Dass dies dauerhaft so bleiben wird, konnte Reiner hingegen nicht versprechen. Denn die Bank rechnet in den kommenden Jahren weiterhin mit Niedrigzinsen, wie Peter Vogel ausführte.

Keine Änderungen durch Brexit

Mit der neuen Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, werde es inhaltlich keine Veränderungen geben, so die Prognose des Vorstandsvorsitzenden. Dies habe freilich auch Einfluss auf Strategie und Kundengeschäft der Sparkasse Tauberfranken. Kein negativer Einfluss sei hingegen gegenwärtig durch den Brexit zu spüren. „Momentan ändert sich dadurch banktechnisch nichts für uns“, stellte Peter Vogel fest.

Positiver als beim Thema Zinsen war hingegen die Entwicklung auf dem Aktienmarkt. „Der Großteil unserer Kunden hat die Erholung dort mitgenommen“, erläuterte Wolfgang Reiner. So sei der Wertpapierbestand von 590 auf 690 Millionen Euro gestiegen. Mittlerweile seien 33 Prozent der Girokonten der Sparkassen-Kunden bereits mit Depots unterlegt. Zum Vergleich: Im Bundesschnitt liegt dieser Wert bei 20 Prozent.

Gut lief im vergangenen Jahr ebenfalls das Kreditgeschäft. „Für Kreditnehmer war es ein fantastisches Umfeld“, bemerkte dazu Wolfgang Reiner. In Zahlen ausgedrückt: Die Darlehenszusagen beliefen sich 2019 auf insgesamt 371 Millionen Euro, was im Vergleich zum vorherigen Jahr einem Zuwachs von 2,8 Prozent entspricht.

So beliefen sich die Darlehenszusagen 2019 auf insgesamt 371 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Zuwachs von 2,8 Prozent. Der Gesamtbestand an Krediten summiert sich aktuell auf rund 1,85 Milliarden Euro. Gebremst wurde das Wachstum in diesem Bereich im vergangenen Jahr nur durch erhebliche Kredit-Rückzahlungen. Diese betrugen rund 280 Millionen Euro, wie Wolfgang Reiner ausführte. Als besonders stark wachsendes Feld erwies sich der Bereich Konsumentenkredite. In Zusammenarbeit mit der S-Kreditpartner GmbH habe man hier eine Absatzsteigerung von über 31 Prozent realisieren können.

Positive Nachrichten hatte der Vorstand auch zu seiner Immobilien-Sparte.

Vor allem im klassischen Maklergeschäft habe man ein sehr gutes Ergebnis erzielen können, hob Wolfgang Reiner hervor.

„Wir wurden nur durch den Mangel an Objekten ausgebremst“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Insgesamt 76 Objekte seien vermittelt worden.

„Vernünftige“ Rendite

Mit Blick auf die Situation im Main-Tauber-Kreis konstatierte Reiner, dass die Preisentwicklung dort nach oben zeige. Die Mieten würden vielerorts aber weiterhin bei moderaten neun bis zehn Euro pro Quadratmeter liegen. Gleichzeitig lasse sich durch die Vermietung immer noch eine „vernünftige“ Rendite von drei bis fünf Prozent erwirtschaften. Allerdings gab Reiner zu bedenken, dass es mit der Vermietung im Kreis insofern nicht ganz einfach sei, als dass es keinen Überfluss an Immobilien gebe.

Eine hohe Nachfrage verzeichnet die Sparkasse nach wie vor bei Bausparverträgen. Wie aus der Bilanz hervorgeht, wurde im vergangenen Jahr eine Summe von rund 73 Millionen in diese Anlageform vermittelt. Verglichen mit 2018 ist dies ein Plus von zirka elf Millionen Euro. „Das ist eine Produkt, das nach wie vor seine Berechtigung hat“, merkte Wolfgang Reiner an.

Zahlen mit dem Smartphone

Ein wichtiges Thema, das im vergangenen Jahr weit oben auf der Agenda der Sparkasse stand, ist die Digitalisierung. „Die Menschen mögen die persönliche Beratung bei komplexen Finanzanliegen, schätzen aber bei der Abwicklung von einfachen Geschäften wie Überweisungen zunehmend digitale Möglichkeiten“, unterstrich Vorstandschef Peter Vogel.

Als einen Schritt in diese Richtung können Kunden der Sparkasse Tauberfranken seit Dezember den Bezahldienst Apple Pay in Kombination mit ihrer Kreditkarte zum kontaktlosen Bezahlen nutzen. Die Bank hat das Zahlen mit dem Smartphone als einen wichtigen Trend ausgemacht. „Die Nachfrage war bei uns extrem hoch“, bekräftigte Wolfgang Reiner.

Eine Aufwertung hat in diesem Zusammenhang auch das elektronische Postfach erfahren. Dieses soll den Kunden künftig als elektronischer Daten-Safe dienen. 200 MB Speicherplatz gibt es umsonst dazu. Wer mehr benötigt, kann den Speicher für zwei Euro im Monat auf fünf Gigabyte erweitern. Mit seiner eigenen Zukunft-Werkstatt will das Geldhaus in Zukunft weitere innovative Produkte entwickeln.

Zu sprechen kamen Peter Vogel und Wolfgang Reiner auch auf das vielfältige soziale Engagement der Sparkasse. „Wir lassen alles, was wir erwirtschaften, der Region zu Gute kommen“, hob der Vorstandsvorsitzende hervor.

So habe die Bank im vergangen Jahr unter anderem über ihre Initiative „Stiftergemeinschaft Tauberfranken“ das mobile Kinder- und Jugendhospiz Sonnenschein der Malteser unterstützt.