Tauberbischofsheim

Nachgeschaut in Büscheme Der zweite Blick – (Un-)vergänglichkeit alter Ansichtskartenmotive / Heute: Der Marktplatz mit Rathaus

Eine Sehenswürdigkeit im Abseits

Archivartikel

Tauberbischofsheim.In unserer Serie „Nachgeschaut in Büscheme“ fällt der Blick auf das Schmucktor.

Das alte Schmucktor, das seit einigen Jahrzehnten den Eingang in den Hof der Rollenmühle (Halbigmühle) ziert, stand ursprünglich am Ende der oberen Fußgängerzone in der Nähe der Maria-Hilf Kapelle und wurde nur durch eine Privatinitiative vor der Vernichtung gerettet. Durch seinen jetzigen Standort – abseits des Stadtzentrums – ist der in rotem Sandstein gefasste Rundbogen mit Zier- und Wappenaufsatz in der Nähe des Mühlkanals in der Dittigheimer Straße eher schwer als Anlaufpunkt für Stadtbesucher und Touristen geeignet. Sie bleibt aber dennoch eine Sehenswürdigkeit und ein wichtiges Denkmal der Tauberbischofsheimer Stadtgeschichte.

Bereits 1317 wird in alten Schriften in Bischofsheim das „Obere Tor“ erwähnt. Mit diesem Tor ist der obere Torturm gemeint, der zur Stadtbefestigung gehört und infolge der Stadtrechtsverleihung in dieser Zeit gebaut wurde. Irrtümlich wird aber häufig das heute sogenannte „Halbigstor“ als oberes Stadttor bezeichnet. Dieses prächtige, rein dekorative Renaissancetor wurde im Jahre 1612 durch den Amtmann Caspar Lerch von Dürmstein errichtet, als das obere Tor, Teil der Stadtbefestigung, bereits fast 300 Jahre alt war. Zwischen dem Dürmsteintor (Standort am oberen Ende der heutigen Fußgängerzone zum Sonnenplatz hin) und dem oberen Tor der Stadtbefestigung lag ein Abstand von etwa 30 Metern. Nachdem die Durchfahrtöffnung des oberen Renaissancetores für den Verkehr zu klein wurde und somit „im Wege“ war, verkaufte 1812 die Stadt dieses Tor an die damaligen Besitzer der Rollenmühle Stephan Weber und Sussanna Webern, geborene Kreutern. So wurde dieses Glanzstück des ehemaligen westlichen Stadtzugangs vor der Zerstörung gerettet (siehe Müller/Gehrig, Tauberbischofsheim) bege