Tauberbischofsheim

Corona Der international renommierte Infektiologe Professor Dr. Gerd Fätkenheuer, ein gebürtiger Wertheimer, hofft, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen

„Eine großartige Erfolgsgeschichte“

Die Entwicklung der Corona-Schutzimpfung ist für Professor Dr. Gerd Fätkenheuer „eine großartige Erfolgsgeschichte“. Er appelliert an die Menschen, sich impfen zu lassen, sobald dies möglich ist.

Odenwald-Tauber/Köln.Die Entwicklung der Corona-Schutzimpfung ist für Professor Dr. Gerd Fätkenheuer „eine großartige Erfolgsgeschichte“. Er appelliert an die Menschen, sich impfen zu lassen, sobald dies möglich ist.

Odenwald-Tauber/Köln. Der Ärztliche Leiter Klinische Infektiologie an der Universitätsklinik Köln, übrigens ein gebürtiger Wertheimer, geht im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn ich entscheiden könnte, würde ich den beteiligten Wissenschaftlern den Nobelpreis dafür verleihen.“

Energie und Können eingesetzt

Für viele Menschen sei das Tempo allerdings nicht nachvollziehbar und sie seien besorgt, dass die Sicherheit vernachlässigt worden sei, zeigt der Mediziner durchaus Verständnis. Doch dies sei keineswegs so. „Alle Schritte und Sicherheitsmaßnahmen sind eingehalten worden“, ist Fätkenfeuer fest überzeugt. Da einige günstige Voraussetzungen vorhanden gewesen seien und „extrem viel Energie, Können und auch Geld eingesetzt wurden“, sei die Entwicklung der Impfstoffe gewissermaßen im Zeitraffer erfolgt.

„Inzwischen sind bereits Hunderttausende von Menschen geimpft und schwerwiegende Nebenwirkungen sind nur in Einzelfällen aufgetreten – besonders bei Personen mit allergischen Reaktionen in der Vorgeschichte“, so der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie weiter.

„Nebenwirkungen“ bekannt

Die „Nebenwirkungen“ der Covid-19 Erkrankung „kennen wir inzwischen sehr gut“. Sie hießen Quarantäne, Klinikaufenthalt, Intensivstation, Langzeitfolgen und Tod. „Wenn ich die Risiken der Erkrankung und der Impfung gegeneinander abwäge, dann ist das für mich also eine sehr einfache Rechnung. Ich werde mich impfen lassen, sobald ich die Möglichkeit dazu habe. Und ich rate allen von Herzen, das genauso zu handhaben“, so der klare Appell.

Er selbst, so Gerd Fätkenheuer, sei zunächst einmal froh und dankbar dafür, dass „wir alle – meine Frau, meine Kinder, meine Mutter und ich – gesund geblieben sind, und mein Bruder, der an Covid-19 erkrankt war, sich wieder gut erholt hat“.

Für ihn selbst sei es ein „sehr arbeitsintensives Jahr mit vielen neuen Herausforderungen“ gewesen. Das Jahr habe für ihn aber auch viele sehr positive Erfahrungen bereit gehalten. Besonders eindrücklich finde er, so der Infektiologe, „die große Bereitschaft der allermeisten Menschen in unserem Land, andere Menschen zu unterstützen, sich auf neue Situationen einzustellen und sich insgesamt solidarisch zu verhalten“. Zwischendurch habe ihm das Verhalten von Leuten, die sich gegen die verordneten Maßnahmen auflehnten und die Pandemie insgesamt für ein Hirngespinst hielten, schon große Sorgen bereitet. „Aber ich denke, dass dies weiterhin eine kleine Minderheit bleiben wird und hoffe, dass sich viele dieser Personen anders besinnen.“

Der Rheinländer mit Wurzeln in der Main-Tauber-Stadt ist überzeugt, dass „unser vereintes Wissen und Können als Menschen uns in die Lage versetzen wird, auch diese schwere Krise zu überwinden“. Man benötige Flexibilität, um sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. „Wir sollten als Gesellschaft, aber auch als einzelne Individuen, diejenigen unterstützen, die diese Hilfe benötigen.“ Es sei sehr befriedigend zu erleben, dass „wir einen Beitrag zum Wohlergehen anderer Menschen leisten können. Als Arzt habe ich das vielfach erfahren dürfen“.

Hoffentlich bald vorbei

Er hoffe, so der Mediziner abschließend, dass die Pandemie bald vorüber ist, denn „auch mir fehlt das, was jetzt so sehr eingeschränkt ist: Treffen mit Freunden und Verwandten, Kulturveranstaltungen, Reisen.“