Tauberbischofsheim

Reformationstag Das Jubiläum „125 Jahre Christuskirche“ stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes / Coronabedingt nur wenige Besucher zugelassen

Ein Raum, in dem Glauben gelebt wird

Archivartikel

Die evangelischen Christen in Tauberbischofsheim feierten am 31. Oktober nicht nur Reformationstag, sondern auch das Jubiläum „125 Jahre Christuskirche“ mit einem Gottesdienst.

Tauberbischofsheim. Eigentlich hatte man das Jubiläum „125 Jahre Christuskirche“ schon im Sommer im Rahmen des Gemeindefestes mit Landesbischof Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh feiern wollen. Aber wie bei so vielen Dingen in diesem Jahr musste auch dieses Fest wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

So hofften die Verantwortlichen, dieses Ereignis dann unter entspannteren Bedingungen am 31. Oktober, dem Tag des ersten Gottesdienstes vor 125 Jahren, in der eigenen Kirche feiern zu können. Das war jetzt allerdings situationsbedingt doch nur für wenige Besucher möglich. Die konnten sich dann nur fast in die Anfangsjahre dieses Baues zurückversetzt fühlen, hatten doch in den späten 1950er Jahren wegen des Anbaus vom Kirchsaal Kanzel und Taufstein ihre Plätze tauschen müssen. Aber der Altar erstrahlte in festlichem Glanz im Stil der Gründerjahre.

Pfarrerin Heike Kuhn hatte mit alten Schätzen, sonst sicher verwahrt, den Altar gestaltet: mit zwei damals gestifteten dreiarmigen Leuchtern, Abendmahlskanne und Patene, dem alten Kreuz (aus dem Erlös einer Briefmarkensammlung) und der frühen Bibel, einem Geschenk der Wertheimer Kirchengemeinde, wie sie dazu erzählte. Wie viele Menschen in diesem Raum wohl Kraft geschöpft, Gemeinschaft gefeiert und Glauben gelebt haben, hatte sich Heike Kuhn zuvor in ihren einführenden Worten gefragt.

Pfarrerin Heike Kuhn ermunterte die Anwesenden in der Christuskirche, auch in diesen verstörenden Zeiten in Dankbarkeit miteinander feiern zu können.

Am 31. Oktober begehen evangelische Christen ja auch das Reformationsfest (so hatte Brigitta Meuser auch zu Beginn schon Martin Luthers gedichtet und vertontes „Ein feste Burg ist unser Gott“ auf der Orgel gespielt).

Auch Dekanin Wibke Klomp legte den Schwerpunkt ihrer tiefgründigen Predigt auf Martin Luther (der auch als Figur von Ottmar Hörl neben ihr stand) und seine Anliegen: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“: Liebe zu, nicht Angst vor einem strafenden Gott, einem Gott, dessen Ansprüche man nicht erfüllen könne, sondern ein Gott, der Freiheit im Glauben und Denken schenke, und ein Glaube, der durchs Leben trage.

Ein gutes ökumenisches Miteinander wünschte sich Dekan Gerhard Hauk in seinem Grußwort und hoffte darauf, gemeinsam neue Wege gehen zu können: „Unsere Aufgabe ist nicht das Hüten von Asche, sondern das Weitergeben von Feuer.“

Den Beginn von damals zum Heute schlugen einige Sängerinnen vom Gospelchor (unter der Leitung von Gerhard Barthel) mit neuem Liedgut, Andreas Stierle und Claudia Baer mit ihrem Duett „Unser Gott hat uns geschaffen“ und Brigita Meuser mit „Leben aus der Quelle“.

Elke Phillip dankte am Ende allen, die zu Gelingen des besonderen Gottesdienstes beigetragen hatten; „Leider kann ich Sie in diesen Zeiten nicht zu einem Buffet einladen, aber stellvertretend dafür nehmen Sie bitte als Erinnerung an dieses Fest ein Gebäckstück mit einem Bild von unserer Kirche mit nach Hause.“ aba