Tauberbischofsheim

Kreativität in Corona-Zeiten Der Intendant der Weikersheimer TauberPhilharmonie, Johannes Mnich, und FN-Anzeigenleiter Peter Hellerbrand schufen gemeinsam ein eingängiges Lied

Ein Ohrwurm mit ernstem Hintergrund

Archivartikel

Ein neues Corona-Lied ist der lokalen Geschäftswelt gewidmet, die jede Form der Unterstützung dringend gebrauchen kann – auch die musikalische.

Odenwald-Tauber.Man kann es sich lebhaft vorstellen, wie FN-Anzeigenleiter Peter Hellerbrand, der die Idee zu diesem Song hatte, und Johannes Mnich, Intendant der nagelneuen Weikersheimer TauberPhilharmonie und musikalischer Spiritus rector, per Mail und Handy an diesem Werk feilten.

Der Spaß ist dabei gewiss nicht zu kurz gekommen, auch wenn dieses kreative Vergnügen natürlich einen sehr ernsten Hintergrund hat.

Die Corona-Krise stellt die regionale Wirtschaft vor große Probleme und macht erst recht nicht vor den kleinen Geschäften und Läden vor Ort Halt. Die Situation ist kritisch, auch wenn jetzt Lockerungen anstehen.

„Die Region ist uns sehr wichtig“

„Mit seiner Idee hat Peter Hellerbrand bei uns offene Türen eingerannt, zumal wir als TauberPhilharmonie natürlich auch direkt betroffen sind und immer noch nicht wissen, wann und wie es für den Kulturbetrieb weitergeht“, sagt Johannes Mnich. „Die Region ist uns als TauberPhilharmonie sehr wichtig. Bei ihrem Bau waren viele lokale Firmen beteiligt, und wir haben große Unterstützung erfahren. Mit diesem Lied möchten wir den Geschäftsleuten hier in der Gegend etwas zurückgeben. Gemeinsam mit den FN als unserem Medienpartner wollen wir ein Zeichen setzen. Deshalb sagte ich sofort meine Unterstützung zu.“

Der gebürtige Würzburger und studierte Pianist räumt ein, auch schon vor der Corona-Krise lokal und regional eingekauft zu haben: „Es ist so wichtig, die Angebote der Geschäfte vor Ort zu nutzen. Man muss nicht alles bei den Internetgiganten bestellen und sich Waren von sonst woher schicken lassen“, ist der junge Familienvater überzeugt.

Dass er ein großer Fan des Klavierkabarettisten Bodo Wartke ist, kann Johannes Mnich im Song nicht verhehlen.

„Wir kaufen nicht am Amazonas ein“ ist eine Mischung aus Lagerfeuerlied und Fußballhymne – genau so, wie es sich Peter Hellerbrand vorgestellt hatte.

Vier Akkorde reichten dem Intendanten, um die Botschaft rüberzubringen. „Bis man jede Silbe auf den richtigen Ton bekommt, dauert es dann aber schon ein bisschen“, berichtet er von der Arbeit zu Hause am heimischen Klavier. In der TauberPhilharmonie experimentierte er dann mit seinem Team noch weiter, baute ein Klaviersolo und „den einen oder anderen musikalischen Schabernack“ mit ein. Berührungsängste vor der leichten Muse hat er ganz offensichtlich nicht: „Ich bin an vielen musikalischen Stilrichtungen interessiert.“

Dass das Lied den Weg in die Köpfe und Herzen der Menschen findet, ist für ihn natürlich wünschenswert.

„Es ist doch schön, wenn die Leute darüber schmunzeln und sich über diese Idee freuen. Was damit passiert, was sie dann daraus machen, vor allem auch online, wird sich zeigen“. Und er gibt noch etwas zu bedenken: „Wenn der eine oder andere als Konsequenz nach dieser besonderen Zeit verstärkt in den regionalen Geschäften einkauft, dann ist das doch für alle gut. Diese Solidarität mit den Händlern und der Zusammenhalt der Geschäftsleute untereinander gehören vielleicht zu den wenigen positiven Aspekten dieser Krise.“

Der Weikersheimer Intendant fügt hinzu: „Wenn dieses kleine Lied die manchmal dunklen Momente der Pandemie aufhellen kann, dann ist allein das schon sehr schön“.

FN-Anzeigenleiter Peter Hellerbrand erklärt, wie es zu der „Eingebung“ für dieses Lied kam: „Bei einer unserer Sonderveröffentlichungen hatten wir den Slogan ,Wir kaufen nicht am Amazonas ein, sondern an Neckar, Tauber und am Main‘. Das gefiel mir so gut und mir schwebte eine Fanhymne vor – wie beim Fußball, aber in diesem Fall für die lokalen Firmen.“

Gleich zugesagt

Für die musikalische Umsetzung kam ihm Johannes Mnich in den Sinn.

Ihn hatte er durch ein FN-Kundenevent bei der Einweihung der TauberPhilharmonie kennen- und schätzen gelernt: „Von dieser Zusammenarbeit mit ihm wusste ich, dass er für ungewöhnliche Ideen aufgeschlossen und zudem ein ausgebildeter und wunderbarer Konzertpianist ist. Er hat mir gleich zugesagt, aber nur unter der Bedingung, dass ich ihm den Roh-Text liefere. Er hat dann noch ein bisschen daran gefeilt und einen echten Ohrwurm gezaubert.“

„Den Humor nicht verlieren“

Die Fränkischen Nachrichten unterstützen die regionale Wirtschaft bereits seit einigen Wochen mit dem Hilfeportal www.fnweb.de/vonhier, in das sich alle Firmen der Region mit ihren Angeboten während der Corona-Krise kostenlos eintragen können.

Dieses Lied ist nun ein weiteres Hilfsprojekt, sagt Hellerbrand: „Wir wollen die Bevölkerung einerseits auffordern, durch ihr Einkaufsverhalten in diesen Tagen ganz besonders die Firmen vor Ort zu unterstützen. Andererseits wollen wir mit diesem eingängigen Song auch die Unternehmer persönlich ein bisschen aufmuntern.“

Peter Hellerbrand: „Wenn wir den Humor nicht verlieren, dann werden wir auch die Corona-Krise meistern.“