Tauberbischofsheim

Seltenes Jubiläum Vorstandsvorsitzender Gregor Baumbusch ehrte Günther Dertinger und Werner Schmitt für 50-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt

Ein halbes Jahrhundert bei Weinig

Archivartikel

Auf 50-jährige Betriebszugehörigkeit bei Weinig in Tauberbischofsheim können Günther Dertinger und Werner Schmitt zurückblicken. In einer kleinen Feierstunde wurden sie am Dienstag geehrt.

Tauberbischofsheim. Als Günther Dertinger und Werner Schmitt am 1. September 1970 bei Weinig in Tauberbischofsheim ihre Ausbildung begannen, hatte wenige Monate zuvor das Großraumflugzeug Boing 747 seinen ersten Atlantikflug absolviert und nach zehnjähriger Bauzeit wurde im Juli der Bau des Assuan-Staudammes am Nil endgültig abgeschlossen.

Der Blick auf den Berufsanfang

„Sie sind 1970 in ein überschaubares Familienunternehmen mit zirka 680 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 30 Millionen Mark (rund 15 Millionen Euro) eingetreten“, blickte Vorstandsvorsitzender Gregor Baumbusch in einer kleinen Feierstunde am Dienstag auf den Beginn der beruflichen Werdegänge der beiden Jubilare zurück. „Heute hat das Unternehmen weltweit rund 2200 Beschäftigte und rund 400 Millionen Euro umsatz. In den Jahren Ihrer Mitarbeit haben Sie viele Veränderungen erlebt, haben an der Entwicklung des Unternehmens zu einem weltweit agierenden mittelständischen Konzern mitgearbeitet. Sie haben Krisen und Wachstumsschwankungen mit dem Unternehmen durchgestanden und viele Kollegen, aber auch Vorgesetzte, kommen und gehen sehen.“

Günther Dertinger und Werner Schmitt hätten mit ihrer Erfahrung und ihrer Leidenschaft stetig für den Erfolg des Unternehmens gearbeitet. Sie hielten unbeirrt an dem Grundsatz fest, dass sich Können und Leistung am Ende immer durchsetzen würden. „Sie können heute auf 50 Jahre harter, aber erfolgreicher Arbeit in unserem Unternehmen zurückschauen“, lobte Baumbusch die beiden langjährigen Mitarbeiter. Weiter attestierte der Vorstandsvorsitzende ihnen Hilfsbereitschaft und Verlässlichkeit, ehe er auf den Berufsweg einging.

Die Berufswege

Günther Dertinger hat zunächst von 1970 bis 1974 eine Ausbildung zum Maschinenschlosser erfolgreich abgeschlossen und wurde in die Montage 2 Großmaschinen übernommen. Dort war er vor allem mit der Montage der schweren Hydromat-Maschinen H 25, H 30, H 1600 beschäftigt. Nach der Bundeswehrzeit kehrte er 1976 an den Arbeitsplatz in der Montage 2 zurück und war dort bis März 1985 eingesetzt. Parallel zum Beruf absolvierte Günther Dertinger von Oktober 1978 bis Juli 1984 erfolgreich die Ausbildung zum Refa-Fachmann. Im April 1985 wurde er in das Angestelltenverhältnis übernommen. In der zentralen Arbeitsvorbereitung war er bis zum 31. August zuständig für die Fertigungsplanung, die Erstellung von Fertigungsplänen und die Nachkalkulation. Nun geht er in den wohlverdienten Ruhestand.

Werner Schmitt begann am gleichen Tag zusammen mit Günther Dertinger seine Lehre als Maschinenschlosser bei Weinig. Ebenfalls im zarten Alter von 15 Jahren. Nach der Ausbildung war er bis September 1974 ebenfalls in der Montage eingesetzt. Nach dem Wehrdienst arbeitete Werner Schmitt von 1976 bis März 1978 bei den Bohrmaschinen und von April 1978 bis Oktober 1990 in der Einzelteilefertigung. 1990 machte er einen Abstecher in die NC-Programmierung.

Seit 1. Januar 1991 wurde der Jubilar in der zentralen Arbeitsvorbereitung im Angestelltenverhältnis eingesetzt. Die Hauptaufgaben waren das Erstellen, Überarbeiten und das Warten von Programmen für CNC Maschinen inklusive der Betriebsmittelfestlegung. Das Erstellen von Kostenvergleichen gehörte auch zu seiner Aufgabe. Bereits seit 1. März 2019 befindet sich Werner Schmitt in der Freistellungsphase im Rahmen eines Altersteilzeitvertrags.

Abschließend wünschte der Vorstandsvorsitzende Gregor Baumbusch den Jubilaren alles Gute für den bevorstehenden Lebensabschnitt. Er hoffe, dass sie zusammen mit ihren Partnerinnen eine gute Zeit haben werden.

Erfolgsgeschichte mitgeschrieben

„Sie haben ihr ganzes Arbeitsleben bei Weinig verbracht und dabei viel geleistet und erlebt – und sie können stolz darauf sein, ein Teil der Erfolgsgeschichte zu sein“, lobte Tauberbischofsheims Bürgermeisterin Anette Schmidt die beiden Jubilare. „Sie könnten sicherlich ein Buch schreiben über diese Zeit mit all ihren Höhen und Tiefen.“ Und sicherlich hätten sie auch dazu beigetragen, dass Weinig zum Weltmarktführer geworden sei.

„Es ist sicher alles andere als ein alltägliches Firmenjubiläum, das wir heute feiern“, meinte Erster Landesbeamter Christoph Schauder. „Jede Firma könne sich glücklich schätzen, deren Mitarbeiter ihr 50 Jahre die Treue halten.“ Denn gerade für die positive Entwicklung sei ein großer Erfahrungsschatz bei den Mitarbeitern eminent wichtig.

Mitarbeiter das wertvollste Kapital

„Bei der Frage der wichtigsten Faktoren für den Zukunftserfolg einer Firma, gibt es eine klare Antwort: der Mensch, der Mensch und noch mal der Mensch“, sagte Stefan Gölz von der IHK Heilbronn-Franken. „Gerade in Corona-Zeiten ist deshalb ein respektvoller Umgang miteinander sehr wichtig.“ Gute Mitarbeiter seien das wertvollste Kapital eines Unternehmens. „Gerade deshalb ist es eine gute Sache, dass die Jubilar-Ehrung als Präsenz-Veranstaltung unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln durchgeführt werde.“ Dies zeuge von großer Wertschätzung gegenüber den langjährigen Mitarbeitern. Es sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr, 50 Jahre im selben Betrieb zu arbeiten. „Das ist heute kaum vorstellbar“, meinte Stefan Gölz weiter. „Der durchschnittliche Verbleib eines Beschäftigten in einer Firma liegt bei elf Jahren.“ Dies spreche aber auch für die Firma, schließlich müssten sich die beiden Jubilare hier wohlgefühlt haben, sonst wären sie nicht so lange geblieben.

Großer Erfahrungsschatz

Als stets kooperative und kompetente Kollegen bezeichnete Betriebsratsvorsitzender Rainer Haag Günther Dertinger und Werner Schmitt. Ihr Erfahrungsschatz werde sicherlich fehlen. „Euch konnte man kein O für ein U vormachen, egal welche neue Technik Einzug hielt oder wohin die Entwicklung ging. Deshalb habt Ihr die Veränderungen positiv mitgetragen und auch zum Wohl der Firma beeinflusst“, so Rainer Haag abschließend. hut