Tauberbischofsheim

Bio-Musterregion An der Bewerbung des Main-Tauber-Kreises wirken mehr als 100 Menschen mit

Ein ganzes Bündel starker Ideen aus der Region

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Mehr als 100 Menschen haben sich bisher an der Bewerbung des Main-Tauber-Kreises als Biomusterregion beteiligt. In mehreren Workshops brachten engagierte Akteure aus verschiedenen Bereichen ihr Wissen, ihre Ideen und konkrete Projektvorschläge ein. Von den Ämtern über die Erzeuger bis hin zu Verarbeitern, Händlern oder Touristikern – alle Bereiche waren vertreten.

In rund vier Wochen ist es soweit: Der Main-Tauber-Kreis gibt seine Bewerbung beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) ab. Die Mission ist klar: Der nördlichste Kreis Baden-Württembergs will eine von drei neuen Biomusterregionen werden. Große Unterstützung erhält er dabei von lokalen Akteuren.

Landrat Reinhard Frank als Schirmherr freut sich besonders über das Votum des Kreistags des Main-Tauber-Kreises. „Das Gremium hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, die Bewerbung zu begrüßen, zu unterstützen und die erforderliche Kofinanzierung bereitzustellen. Ein ebenso starkes Signal ist die Unterstützung der Oberbürgermeister, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aller 18 Städte und Gemeinden im Main-Tauber-Kreis.“

Erster Landesbeamter Christoph Schauder ist begeistert von der lebhaften Beteiligung: „Ich habe selbst an den verschiedenen Workshops teilgenommen und freue mich über die tollen Ideen und Projektvorschläge. Darauf baut unsere Bewerbung auf. Allen Teilnehmern danke ich für ihr reges Engagement und ihre Zeit“.

Das Büro neuland+ führte in den vergangenen Wochen Experteninterviews mit lokalen Akteuren. Darauf folgten vier Workshops vor Ort, bei denen Teilnehmer aus verschiedensten Bereichen Potenziale und Herausforderungen des Main-Tauber-Kreises in der Bio-Landwirtschaft und bei der Biodiversität im Kreis herausarbeiteten.

Landwirte und Winzer diskutierten darüber, welche Produkte als Imageträger in der Region gelten und welche Kooperationen möglich sind.

Dabei wurde klar: Die Bio-Landwirtschaft im Main-Tauber-Kreis ist so vielfältig wie die Landschaft selbst – vom charakteristischen Grünkern über den Wein bis zum Hanf sind die verschiedensten Feldfrüchte und ihre Veredelungsprodukte vorhanden.

Im anschließenden Gespräch mit den lokalen Verarbeitern und Vermarktern zeigte sich allerdings auch, dass Lücken zwischen Erzeugung und Absatz bestehen. Dies gilt zum Beispiel für Mühlen, Mälzereien oder Schlachtbetriebe.

Auch die Verwendung von Bio-Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung steht im Kreis bisher noch am Anfang. Bildungsträger, Kureinrichtungen und Gastronomen diskutierten deshalb Ansätze, wie „mehr Bio“ in den Einrichtungen gelingt.

Beratung und Weiterbildung im Bereich der Artenvielfalt war Thema eines vierten Workshops. Biodiversität ist ein großes Thema im Main-Tauber-Kreis, der neben den wertvollen Trockenhängen seltene Tier- und Pflanzenarten aufweist.

Bis zur Bewerbungsabgabe arbeitet das Landwirtschaftsamt, zusammen mit einer lokalen Steuerungsgruppe und neuland+, an der endgültigen Bewerbung. Weitere Ideen und Anmerkungen sind jederzeit willkommen. Unter www.bio-main-tauber.de finden Interessierte die zuständigen Ansprechpartner.

Aber eines ist jetzt schon sicher: Der Main-Tauber-Kreis sammelt alle Projektvorschläge und Ideen für die Zukunft. Davon gibt es bereits heute viele. Aufgabe des potenziellen Regionalmanagements der Bio-Musterregion wird es sein, diese positiven Ansätze auszubauen und zu unterstützen.

Meinhard Stärkel, Leiter des Landwirtschaftsamts, beschreibt, worauf es außerdem ankommt: „Um gute Projekte umzusetzen, müssen wir die Akteure vernetzen. Viele Erzeuger, Händler und Verarbeiter arbeiten bereits heute auf höchstem Niveau. Diese Stärke gemeinsam zu nutzen, ist für den Ausbau der Bio-Landwirtschaft und Biodiversität entscheidend“.

Die Bewerbung des Landkreises – unter der Schirmherrschaft von Landrat Reinhard Frank – geht nun in die Konzepterstellung. Nach Beendigung des Bewerbungsverfahrens im November 2020 entscheidet ein Experten-Gremium darüber, welche Regionen als Bio-Musterregion gefördert werden.

In den ausgewählten Regionen fördert das Land ein Regionalmanagement für einen Zeitraum von fünf Jahren. Dieses unterstützt die Akteure bei der Umsetzung der im Konzept dargestellten Maßnahmen und Strategien. Bisherige Biomusterregionen sind beispielsweise die beiden Nachbarlandkreise Hohenlohe-Schwäbisch Hall und der Neckar-Odenwald-Kreis. lra