Tauberbischofsheim

Vortragsabend Silke Ortwein referierte über „Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitnehmer“

Der Wandel in der Arbeitswelt ist auch eine Chance

Tauberbischofsheim.Regen Zuspruch fand der Vortragsabend von der KAB (Katholische -Arbeitnehmer - Bewegung) und der Kolpingsfamilie zum Thema: „Auswirkungen der Digitalisierung für die Arbeitnehmer“.

Nach einem kurzen historischen Rückblick der Digitalisierung ging Silke Ortwein, Regionssekretärin vom Deutschen Gewerkschaftsbund Nordwürttemberg, als Referentin des Abends zunächst auf die drei Stufen der IT Evolution in den Jahren 1995 bis 2016 ein. Die Digitalisierung 2.0 bezog sich auf die Nutzung des Internets im Hinblick auf die Datenkommunikation zwischen den Menschen.

Bei der Digitalisierung 3.0 war die Datenkommunikation zwischen Gegenständen vorherrschend. Digitalisierung 4.0 bedeutet: „Internet der automatisierten Prozesse“. Dabei gehe es in der Arbeitswelt um die Digitalisierung betriebsübergreifender Wertschöpfungsketten sowie um die Digitalisierung und Virtualisierung des Arbeitsplatzes und des Ortes Betrieb.

Produkt steuert Produktion

Eine zentrale Änderung der Arbeit ist dabei, dass das Produkt die Produktion und den Menschen steuert.

Silke Ortweins Frage dazu war: „Welche Auswirkungen hat dies auf die Möglichkeit der Selbstbestimmung und für die Würde des Menschen in der Arbeitswelt?“ Der DGB fordere in diesem Zusammenhang ein menschenzentriertes Leitbild für die Umsetzung der Arbeit 4.0 und eine soziale Technikgestaltung. Die Erkenntnis zum Thema Belegschaften dabei sei, dass die Umsetzung von 4.0 nicht zwangsläufig zu menschenleere Fabriken führt. Es würden in Zukunft sehr viele qualifizierte und kompetente Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Betrieben benötigt. Die Chancen von 4.0 sieht die Referentin und der DGB in einem neuen Typus des ganzheitlichen Arbeitens sowie in der Flexibilisierung der Arbeitsorganisation im Sinne der Beschäftigten.

Neue Arbeitsinhalte

Außerdem könnte die Digitalisierung 4.0 eine neue Qualität der Humanisierung der Arbeit verwirklichen. 4.0 beinhalte auch neue Arbeitsinhalte und neue Wertschöpfungen sowie die Sicherung der Produktionsstandorte. Damit die Umsetzung der Digitalisierung human und sozial verträglich werde, habe der DGB wichtige Regelungsbereiche im Visier.

Selbstbestimmung des Menschen

Dazu gehen die Regelung der Arbeitszeiten und der Zeitausgleich. Ebenso die Begrenzung prekärer Arbeitsverhältnisse, Arbeits- und Gesundheitsschutz und eine gute Qualifizierungsoffensive.

Eines der wichtigsten Gestaltungskriterien für Arbeit 4.0 stelle die Sicherung und Modernisierung der Selbstbestimmung des Menschen in der Arbeitswelt dar.

Silke Ortwein beendete ihren sehr informativen und lehrreichen Vortrag mit dem hoffnungsvollen Slogan: „Der Wandel in der Arbeitswelt ist auch eine Chance.“ besp