Tauberbischofsheim

Regelmäßige Einnahme von Arzneien Mediziner Dr. Sigurd Zapf gibt Betroffenen Tipps für den Urlaub

„Der Medikamentenplan gehört auf jeden Fall ins Reisegepäck“

Archivartikel

Tauberbischofsheim.So manchen plagt das ein oder andere Wehwehchen – oder auch ernstere Krankheit, weshalb er regelmäßig Medikamente einnehmen muss. Auch wenn das manchmal lästig ist, bedeutet es nicht, dass der Betroffene auf Reisen verzichten muss. Dazu sollte er aber ein paar wichtige Vorkehrungen treffen, damit die Urlaubsfreude nicht getrübt wird und ihm im Ernstfall geholfen werden kann. Doch nicht jeder denkt daran, wie der Tauberbischofsheimer Dr. Sigurd Zapf erst jüngst wieder erlebt hat.

Der Reisemediziner ist gerne in der Welt unterwegs – und wurde dabei schon bei zahlreichen Notfällen zu Hilfe gerufen. So auch auf der Insel Madeira. Dort ist in seinem Hotel beim Frühstück eine Frau „einfach umgekippt“, erinnert er sich im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten.

„Eine kleine rote Tablette“

Gemeinsam mit einem Rettungssanitäter aus Finnland hat Zapf sofort die Urlauberin reanimiert. Dabei fragte er auch deren Ehemann nach Erkrankungen der Frau. Zudem wollte er wissen, welche Medikamente diese einnimmt. Einzige Antwort: „Sie nimmt eine kleine rote Tablette.“

Diese Aussage hat dem Tauberbischofsheimer Arzt die Sprache verschlagen. Denn sie war alles andere als aussagekräftig, geschweige denn hilfreich. Später habe sich herausgestellt, „dass die Frau neun verschiedene Tabletten einnimmt“, so Zapf.

„Es ist immer wieder erstaunlich, wie unbedarft manche Reisende unterwegs sind. Medikamente, sogar von Diabetikern ihr Insulin, werden vergessen, der Name und der Wirkstoff sowie Dosierung sind nicht bekannt“, zählt der 72-Jährige negative Beispiele aus seiner beruflichen „Reise-Erfahrung“ auf. „Häufig sind im Notfall die ersten Sekunden entscheidend“, betont er den Ernst der Lage. Dennoch wisse so mancher nicht einmal, ob er beispielsweise gegen Wundstarrkrampf geimpft ist.

Doch genau all diese Angaben seien für einen Arzt eminent wichtig, um einen Patienten in einer Notsituation schnell und richtig behandeln zu können, betont der Arzt.

Damit eine Reise „zum Traum“ und nicht zum „Horror-Trip“ wird, appelliert Sigurd Zapf an alle Reisenden, die regelmäßig Medizin einnehmen müssen, ihren aktuellen Medikamentenplan samt Angaben zu Dosierung und zur Einnahme vom Hausarzt ausdrucken zu lassen und in den Urlaub mitzunehmen. Die deutsche Fassung sei ausreichend, da die Angaben zu Inhaltsstoffen für jeden Mediziner verständlich seien.

Auch ins Reisegepäck gehören nach Meinung von Zapf eine für die Zeit der Ferien ausreichende Menge von Medikamenten sowie die Kopie des Impfpasses. Diabetiker sollten zudem Blutzuckermessgerät sowie die dazu passenden Messtreifen mitnehmen. Weiter empfiehlt der Mediziner, die Einnahme von blutverflüssigenden Medikamenten ebenso zu vermerken wie die Telefonnummer des Hausarztes und des nächsten Angehörigen.