Tauberbischofsheim

Katholische Kirchengemeinde Tauberbischofsheim Mit bunt bemalten Steinen eine kleine Freude machen / Abendimpuls am 23. Juni

Den Weg der Hoffnung sichtbar machen

Archivartikel

In vielen Städten und Gemeinden sind sie mittlerweile nicht mehr zu übersehen: Bunte, bemalte oder beschriftete Steine, die am Weg, an Brücken oder Plätzen abgelegt werden.

Tauberbischofsheim. Schulkinder, Jugendliche, Kommunionkinder, Erwachsene – viele wollen mit den bunten Steinen einfach anderen eine kleine Freude machen, ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder auch „nur so“ etwas Hübsches gestalten.

Dies empfand eine Gruppe von Gemeindemitgliedern aus der Pfarrei St. Martin ebenfalls als gute Idee und wünschte sich dies auch für die Kreisstadt. Zu finden sind die Hoffnungssteine nun an der Grünanlage zwischen Stadtkirche St. Martin und Landratsamt auf Höhe der Treppe zur Sakristei. „Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht“, so die Verantwortlichen.

Es ist ganz einfach: Man kann zu Hause einen Stein gestalten und legt ihn an der Stadtkirche St. Martin zu den anderen. Sollte man keinen Stein oder keine Malsachen zur Hand haben, ist hinten in der Kirche am Schriftenstand eine Box mit Material zu finden. Die Malarbeiten sollten dann allerdings im Freien erledigt und die Farben zurück in die Box gebracht werden.

Auf der Homepage der katholischen Kirchengemeinde (www.kath-kirche-tbb.de) werden Impulse für Kinder und Erwachsene zum Thema Hoffnung veröffentlicht. Der Zuwachs der Hoffnungssteine kann ebenso mitverfolgt werden. Die Gemeindemitglieder wollen einen Weg der Hoffnung sichtbar machen. „Damit nicht nur Ängste und Statistiken der Corona-Krise und der Wirtschaft sichtbar werden, sondern auch unsere Hoffnungen, Träume, Wünsche, Vorstellungen und unsere Zuversicht.“ Sie wollen das mit vielen anderen tun und hoffen, dass sich viele daran beteiligen.

Damit könne zum Ausdruck kommen, dass viele Menschen aus Tauberbischofsheim hoffen, Hoffnung durchaus auch bunt sein kann, Hoffnung ganz unterschiedliche Zielrichtungen hat, Menschen ihre Hoffnung auf Gott ausrichten, Menschen anderen Menschen mit ihrer Hoffnung Mut machen wollen.

Stein und Hoffnung – passt das denn? „Zunächst nicht, denn: ein Stein ist hart, kalt und kann verletzen. Oft werden Steine in den Weg gelegt, werden zu Stolpersteinen. Wer schon mal einen kleinen Stein im Wanderschuh hatte, weiß, wie unangenehm das ist. Ruckzuck gibt es eine Blase, wenn der Störfaktor nicht schnell entfernt wird“, so die Organisatoren des Projekts. Mit Steinen könne man aber auch Häuser, Wege oder Brücken bauen. „Und nicht zuletzt: An Ostern freuen wir uns unter anderem darüber, dass der Stein vor dem Grab weggerollt ist. Der Stein, der am Leben hinderte. Weg frei für die Auferstehung. So kann der christliche Glaube Hoffnung geben. ,Hoffnung für alle‘ ist sogar der Name einer Bibelübersetzung.“

„Steine und Hoffnung“

So werden an der Kirche St. Martin die Hoffnungssteine „ins Rollen gebracht“ – und in St. Bonifatius wird „der Faden aufgenommen“. Unter dem Leitgedanken „Wir sind durch den Glaubensfaden miteinander verbunden, auch wenn wir uns nicht als ganze Gottesdienstgemeinde in gewohntem Rahmen treffen können. Wir knüpfen aufeinander zu, wir knüpfen aneinander an“ liegen an der „Kreuzwegwand“ der Kirche St. Bonifatius in Tauberbischofsheim in einem Korb viele bunten Fadenstücke. Auch das Gemeindeteam St. Bonifatius lädt Jung und Alt zum Mitmachen ein: Jeder könne ein kleines Fadenstück an den „Glaubensfaden“ anknoten (im stillen Gebet), so dass am Ende ein langer „Hoffnungsfaden“ entstehe, der bis zum Tabernakel und vielleicht sogar darüber hinaus reichen soll.

„Steine und Hoffnung“ – unter dieser Überschrift findet am Dienstag, 23. Juni, um 19.30 Uhr ein kleiner, etwa 20-minütiger Abendimpuls vor der Kirche statt. Interessierte sind willkommen. Veranstalter ist das Gemeindeteam St. Martin.