Tauberbischofsheim

Abriss Mit Baggern und anderen Großgeräten hat nach einer coronabedingten Pause die Demontage des vierstöckigen Gebäudes begonnen

Dem Kachelbau geht es an den Kragen

Archivartikel

Eigentlich sollte der Abriss bereits im Spätsommer des vorigen Jahres beginnen. Das Vorhaben verzögerte sich allerdings. Jetzt ist es voll im Gange.

Tauberbischofsheim. Kacheln zersplittern beim Aufprall, Staubwolken wehen über die Külsheimer Straße, am Zipf-Kreisel ist ein Grollen zu hören. Der Abriss des Kachelbaus des ehemaligen Konvikts, der eigentlich schon im vergangenen Jahr beginnen sollte, ist derzeit in vollem Gange.

In die Jahre gekommen war der 1964 für das ehemalige Erzbischöfliche Studienheim als Haus für Internatsschüler mit Turnhalle erbaute Kachelbau. Erhebliche brandschutztechnische Mängel erforderten eine Entmietung aus Sicherheitsgründen bis Ende August 2019. Die wurde auch von den Mietern akzeptiert (die FN berichteten) und alle fanden ein neues Zuhause.

Die Nardini Schule hatte bereits zum Schuljahr 2018/2019 eine neue Bleibe im Kloster Gerlachsheim gefunden, das Bezirkskantorat zog an den Sonnenplatz in der Kreisstadt und die Katholische Verrechnungsstelle in den Krautgartenweg in Tauberbischofsheim.

Als Grund für die Verzögerungen gibt das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg in erster Linie umfangreiche behördliche Auflagen an. Abgeschlossen sein soll das Projekt aber bis zum Jahresende, so Dr. Michael Hertl, Pressesprecher des Erzbischöflichen Ordinariats. Bereits im Vorjahr wurde die Frage, ob auf dem Areal des Kachelbaus Neues geplant sei, verneint.

Das frühere Konvikt und ehemalige Hotel St. Michael sowie die Nebengebäude befinden sich im Eigentum der Erzbischof-Hermann-Stiftung. „Grundsätzlich will sich die Stiftung von Gebäuden und Liegenschaften dort trennen“, so Hertl auf FN-Anfrage. „Im Moment laufen Gespräche mit verschiedenen Interessenten.“

Großes Thema bei etwaigen Verhandlungen dürfte der Denkmalschutz des Sandsteingebäudes und die damit verbundenen Auflagen sein. „Die Investitionskosten werden davon abhängen, was ein zukünftiger Investor dort plant. Dazu sind Gespräche mit der Stadt, dem Denkmalamt und allen weiteren betroffenen Behörden notwendig“, meint Dr. Michael Hertl.