Tauberbischofsheim

Spessartverein Die Spechte hatten beim Kappenabend in der Hütte am Sprait wieder ein humorvolles Programm zusammengestellt

Das Narrenvolk zündete so manche Rakete

Tauberbischofsheim.Fest verankert im Terminkalender der Spechte ist der Kappenabend in der vereinseigenen Hütte am Sprait, ebenso die vorherige Wanderung zur Hütte. So konnten die Wanderführer Brigitte und Pit Bernhardt eine Gruppe wanderlustiger närrischer Spechte am Schlossplatz willkommen heißen, die nach einer einstündigen Wanderung gut gelaunt in der von den fleißigen Heinzelmännchen des Vereins fastnachtlich geschmückten Hütte eintrafen.

Der Vorsitzende Luise Rudorfer hieß das närrische Volk mit wohl gesetzten Reimen willkommen, um danach das Zepter an die Sitzungspräsidentin Rosi Bausback zu übergeben, die in gekonnt charmanter Weise und routiniert durch das bunte Programm führte. Alleinunterhalter Martin Neckermann spielte unermüdlich auf und trug wesentlich zur guten Stimmung bei.

Bei der musikalischen Eröffnung mit Bewegung unter der Leitung von Cordula Keller hielt es die Spechte nicht auf den Stühlen und alle machten kräftig mit, ehe der erste Akteur, ein Bänker (Armin Schaupp) auftrat. Dieser berichtete in seinem Vortrag von den Turbulenzen in der verrückten Finanzwelt und stellte immer wieder fest: „Man hört den Chor der Bänker schallen, es können wieder Korken knallen.“ Am Ende empfahl er den Spechten, die Korken auch in der Spessarthütte knallen zu lassen. Ein gelungener Beitrag und Grund für die erste Rakete des Abends.

Als geplagte Hausfrau brillierte Anita Burger mit ihrem Vortrag. Ob beim Versuch, den Ehemann zu verführen, oder bei der Schnäppchenjagd, es klappte nie wie gewollt und so kam sie zu dem Schluss: „Da steh ich mit meiner unzähmbaren Lust und hab wieder nur unsagbaren Frust.“ Für ihren pointiert dargebotenen Beitrag erntete sie großen Applaus.

Der „Spechtechor“ hatte sich anstelle einer gesanglichen Darbietung für eine tänzerische Einlage entschieden. Brigitte Bernhardt, Anita Burger, Cordula Keller, Elsbeth Müller, Petra Schaaf, Gaby Schaupp, Walburga Seelmann und Brigitte Seybold heizten mit ihrem „Zwergentanz“ zum Lied „Heiho, heiho“ aus dem Disney-Film den Spechten kräftig ein. Originell gekleidet und mit kecken roten Zipfelmützen verzauberten sie die Gäste und wurden mit großen Beifall belohnt, ehe sie eine Polonaise mit den Gästen durch die gut besuchte Hütte anführten.

Auch schon ein Urgestein in der Spessartbütt ist Antje Haegele, die mit ihrem Beitrag „Mensch, du wirst alt“ voll ins Schwarze traf. Erkannte sie doch manch einer der Spechte bei den vorgetragenen Vergesslichkeiten selbst wieder.

Mal hatte sie einen Namen vergessen, mal den Stecker vom Bügeleisen oder das Versteck des Sparbuchs. Was wollte ich doch aus dem Küchenschrank holen und wann nehme ich meine Tabletten? Gekonnt und äußerst charmant vorgetragen, hatte sie immer das gleiche Fazit: „Und sicherlich erkennst du bald: So fängt es an, Mensch du wirst alt.“ Die Zuschauer amüsierten sich köstlich.

Anschließend war „Bares für Rares“ zu Gast in der Spessarthütte. Elsbeth Müller als Frau Kümmerling wollte eine Rarität veräußern. Die Sachverständige (Rosi Bausback) erfragte die Details zur Rarität und es stellte sich heraus, dass es sich um ein 175 Zentimeter großes und 120 Kilogramm schweres Objekt handelt, das seit zwei Jahren nicht mehr gebraucht wurde. Dass es sich dabei um den Ehemann handelte, stellte sich schnell heraus. Aber zu guter Letzt wurde das Objekt doch nicht veräußert. Rosi Bausback und Elsbeth Müller sorgten mit diesem Sketch für Lachsalven. Die beiden lieferten eine geniale Show ab und die Hütte tobte. Orden und Rakete waren mehr als verdient.

Den Abschluss machten dann traditionell die „Spechtepomeranzen“, die ihren zehnten Auftritt absolvierten. Die vier urigen Tratschweiber (Rosi Bausback, Brigitte Bernhardt, Bert und Cordula Keller) waren in Bestform und lieferten eine Supershow ab. „Waas mer’s? Kann mer’s wisse? Muss mer’s wisse?“ ist ihr Motto. Ob vergessene Wanderschuhe bei der Pfingsttour, mit zu viel Pfeffer gewürzte Schnitzel, ein verloren geglaubter Hotelzimmerschlüssel, der sich letztlich in der eigenen Hosentasche befand oder ein Abstecher beim Frühschoppen statt dem Sonntagsgottesdienst – diese vier „Tratschen“ wussten wieder einfach alles aus dem Verein. Der Auftritt war ein Genuss und nach einer Zugabe wurde die letzte Stimmungsrakete des Abends gezündet.

Mit dem Dank an alle Akteure und die zahlreichen unentbehrlichen Helfer im Hintergrund leitete Rosi Bausback dann über zum stimmungsvollen Ausklang. frle