Tauberbischofsheim

Corona-Kolumne: „Wenn Corona vorbei ist“

Archivartikel

Fabian Greulich zum Familienleben während der Corona-Krise

Wie oft haben Sie in den vergangenen Wochen Ihre Kinder vertröstet? Wie oft haben Sie ihnen gesagt, dass dies oder jenes jetzt nicht geht, Termine abgesagt oder verschoben werden müssen? Wie oft haben Sie auf Fragen Ihrer Kinder mit folgendem kurzen Satz geantwortet: „Wenn Corona vorbei ist.“

Und? Da kommt ganz schön was zusammen, nicht wahr?! Ich für meinen Teil habe das Gefühl, das ich bestimmt einmal täglich gezwungen bin, diesen elenden Satz zu sagen. An manchen Tagen auch öfter. Genau genommen muss ich ihn inzwischen nicht einmal mehr aussprechen. Oft machen die Kinder das schon automatisch. „Ja, Papa, ich weiß, wenn Corona vorbei ist“, kommen sie mir zuvor und liefern sich selbst die Antwort.

Anfangs waren sie zwar enttäuscht, aber sehr verständnisvoll. Dann waren sie nur noch enttäuscht. Mittlerweile werden sie regelrecht wütend. Nicht auf mich oder meine Frau – auf das Virus. „Ich hasse diese Krankheit, ich hasse Corona“, drückt mein Sohn seinen Frust sehr klar und deutlich aus. „Das flippt mich aus“, sagt meine Tochter es in ihren Worten – mit Fußstampfer.

Wenn diese Corona-Plage irgendwann wirklich mal Geschichte ist, haben wir ganz schön viel vor uns.

Ich habe die Kinder einfach mal gefragt, was wir nach Corona alles nachholen müssen und auf was sie sich am meisten freuen, wenn die Welt um sie herum wieder „normal“ ist

„Als erstes möchte ich meine Freunde treffen und dann mit ihnen meinen Geburtstag feiern. Außerdem will ich ins Schwimmbad, ins Kino und auf jeden Fall ins Playmobilland. Und in Urlaub. Und zu den Pfadfindern. Außerdem will ich ins Eiscafé und ins Restaurant. Und zum Opa ins Ruhrgebiet. Und bei der Oma schlafen“, bricht es aus unserem Sohnemann förmlich heraus.

Seine Schwester pflichtet ihm in fast allen Punkten bei und fügt noch ein paar persönliche Anliegen hinzu: „Ich will wieder in den Kindergarten und auch Geburtstag feiern. Und Zug fahren. Ich will mit Mama Schuhe kaufen gehen und an den echten Strand mit Meer – nicht immer nur an den Sandkasten.“

Ja, da kommt eine Menge auf uns zu. Das wird stressig, aber vor allem wunderschön. Denn ab diesem Tag, wo wir all das wieder uneingeschränkt mit unseren Kindern erleben beziehungsweise nachholen können, ist die Normalität endlich zurück.

Aber noch ist es nicht so weit. Erst – Sie sagen es – wenn Corona vorbei ist.

Liebe Eltern, liebe Kinder, bleibt gesund und fröhlich.

Glück auf!

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