Tauberbischofsheim

Corona-Kolumne: Kampf dem Corona-Koller

Archivartikel

Fabian Greulich zum Familienleben während der Corona-Krise

Ehrlich gesagt haben wir schon viel früher mit ihm gerechnet – dem viel zitierten Lagerkoller. Ich denke, jetzt ist er tatsächlich auch bei uns angekommen. Zumindest gibt es klare Anzeichen.

Ich begründe kurz: Seit acht Wochen sind Schulen und Kindergärten nun dicht. Das sind zwei Wochen mehr, als normalerweise die Sommerferien andauern. Und ein Ende dieser in jeder Beziehung außergewöhnlichen „Corona-Ferien“ ist – trotz Lockerungen – nicht so richtig in Sicht. Zumal das Ganze mit „Ferien“ herzlich wenig am Hut hat. Da darf man als Kind, aber genauso als Mama oder Papa, auch mal ein bisschen durchdrehen. Verdammt nochmal!

Wenn allen das Dach auf den Kopf fällt. Wenn die Ideen zur sinnvollen Beschäftigung ausgehen. Wenn man schon alles doppelt und dreifach gebastelt, gespielt, gesungen, gemalt, gekocht, gebacken und was weiß ich nicht alles gemacht hat, um diese lange Zeit der Isolation gemeinsam und schadlos zu überstehen. Dann, ja dann ist Lagerkoller keine Schande, sondern eine unvermeidliche und logische Folge, oder?!

Ich will nicht unken, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir längst nicht die ersten sind. Nein, wir haben sogar sehr lange „durchgehalten“. Wie sich das anhört – schlimm.

Sicherheitshalber habe ich mal wieder eine Online-Suchmaschine nach einer Definition befragt. Ich zitiere: „Unter Lagerkoller einzelner oder mehrerer Personen versteht man umgangssprachlich einen vorübergehenden psychischen Erregungszustand bei zwangsweiser Lagerunterbringung (...) bei anhaltend belastenden und unabsehbar lange andauernden Bedingungen.“ Ich stelle fest: Wir haben Lagerkoller, oder schlechter: Corona-Koller.

Was tun? Nun, die Möglichkeiten sind begrenzt, denn eine Veränderung der Rahmenbedingungen liegt nicht in unserer Hand. Meine Frau und ich haben aber beschlossen, noch besser aufeinander achtzugeben, viel zu reden und uns gegenseitig Auszeiten zu verschaffen – mal ganz ohne Arbeit oder Kinder.

Unsere beiden Superhelden, die es natürlich auch nicht leicht haben, wollen wir ebenso wenig aus den Augen verlieren. Ihnen möchten wir noch mehr soziale Kontakte ermöglichen, also noch mehr Video-Liveschalten zu Oma, Opa und Onkel, und noch mehr Briefe schreiben.

Auch, wenn es komisch klingt: Wir alle sind in dieser Enge noch enger zusammen gerückt. Kampf dem Corona-Koller lautet die Devise. Und wir werden diesen Kampf gewinnen.

Liebe Eltern, liebe Kinder, bleibt gesund und fröhlich.

Glück auf!

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