Tauberbischofsheim

Corona-Kolumne: Gepriesen sei der Garten

Fabian Greulich zum Familienleben während der Corona-Krise

Endlich Regen. Ich glaube, das war die erste Woche seit Ausbruch der Corona-Seuche, in der es mal richtig geregnet hat. Also messbar – mehr als nur ein paar Tropfen. Am Montag hat es ja regelrecht „geschüttet“. Man ist irgendwie bescheiden geworden.

Während die Natur jedenfalls sichtbar aufatmet (wenn auch nur kurz), müssen meine Frau und ich an solchen Tagen auch mal tief Luft holen. Denn wenn es draußen zu nass und zu kalt ist, laufen drinnen die Kinder gerne mal heiß. Durchaus ein Problem, denn wenn sie keinen „Auslauf“ haben, besteht die Gefahr von Krawall und Remmidemmi. Kennen Sie? Gut.

In diesen Situationen stellen wir immer fest, wie froh wir sein können, dass es in den letzten Wochen überwiegend schön war (rein wettermäßig) und – das ist das Wichtigste – dass wir einen eigenen Garten haben.

Ganz ehrlich? Ohne unsere grüne Zone mit Bäumen, Büschen, Wiese und viel Luft zum Atmen wären wir aufgeschmissen. Voller Mitleid und Respekt denken wir an die Familien, die die komplette Krise in einer Wohnung im dritten Stock ohne Garten und (im schlimmsten Fall) ohne Balkon überstehen müssen. Grauenhaft. Womöglich in der Betonwüste einer Großstadt. Katastrophe.

Nein, wir lieben unseren Garten. Er ist aber nicht nur Bewegungsraum für Kinder und Hund. Er ist unsere Oase, unser Reich der Ruhe, unser privates Naherholungsgebiet.

Und er war noch nie so gut in Schuss wie in dieser blöden Corona-Krise. So oft wie in den letzten Wochen mähe ich den Rasen sonst nicht in einem ganzen Jahr. Bäume und Büsche sind geschnitten, das (meiste) Unkraut ist gezupft.

Gut, wir gehören jetzt nicht zur Fraktion „Englischer Garten“, eher zur Kategorie „Wild und naturnah“. Fakt ist aber: man sieht dem Grundstück an, dass wir aktuell viel Zeit darauf verbringen. Und wenn ich mich so umschaue, ist das nicht nur bei Eltern von kleinen Kindern so, sondern quer durch die Gesellschaft. Klein und Groß, Jung und Alt sind im Garten. An sonnigen Tagen merkt man das besonders. Überall wird gearbeitet, gewerkelt, geschraubt, gegrillt, gespielt und genossen, was das Zeug hält. Die Baumärkte sind zum Teil besser besucht, als es die Corona-Abstandsregeln vertragen, an den Grüngutplätzen entstehen zu Stoßzeiten lange Schlangen.

Ganz egal, wie Sie Ihren Garten nutzen, seien Sie froh, dass Sie ihn haben. Mein Motto lautet deshalb: Ob Sonnenliege oder Spaten – gepriesen sei der Garten.

Liebe Eltern, liebe Kinder, bleibt gesund und fröhlich.

Glück auf!

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