Tauberbischofsheim

Corona-Kolumne: „Endlich wieder Frisur“

Archivartikel

Fabian Greulich zum Familienleben während der Corona-Krise

Ganz Deutschland atmet auf. Seit Montag haben die Friseure wieder geöffnet.

Vorbei ist die Zeit, in der illegale Betriebe in irgendwelchen Kellerräumen „ausgehoben“ und Damen mit Lockenwicklern in den Haaren „in flagranti“ erwischt wurden. Leugnen war da wohl zwecklos. An solchen Machenschaften ist natürlich kein gutes Haar zu lassen.

Vorbei ist aber auch die Zeit, in der überall Menschen mit Wildwuchs auf dem Kopf unterwegs sind. Halt, stimmt nicht: Es wird schon allein aus Kapazitätsgründen sicher noch eine ganze Weile dauern, bis alle Frisuren wieder in Form gebracht sind. Was man so hört (und sieht), hat ja der eine oder die andere vor lauter Verzweiflung versucht, selbst Hand anzulegen. Oft mit haarsträubendem Erfolg. Da gilt es nun, Schadensbegrenzung zu betreiben.

Ich stelle mir gerade vor, wie Millionen Frauen und Männer, gleichzeitig versuchen, einen Termin zu bekommen . . .

Die Telefone der Salons stehen vermutlich seit Wochen nicht still. Und die ganzen Stammkund(inn)en pochen auf „priority schnibbling“. Stress pur für alle Friseure, die aber vor allem froh sind, dass sie – wenn auch unter sehr strengen Sicherheitsvorgaben – endlich wieder arbeiten dürfen. Wie wichtig ihre Arbeit ist, haben wir durch Corona eindringlich vor Augen geführt bekommen.

Während meine Frau bereits ihren nächsten Termin herbei sehnt, habe ich selbst leicht reden, denn meine „Frise“ ist absolut krisensicher. Bei mir wird der „Rasierapparat“ alle vier Wochen auf einen Millimeter eingestellt und – bsssssssss – ist alles schick.

Und die Kinder? Ja, die haben definitiv einen Haarschnitt nötig. Bei unserem Sohn wird schon das Sichtfeld beeinträchtigt, bei seiner Schwester kommen wir gar nicht nach, irgendwelche Verklebungen in den langen Haaren zu lösen. Wir hatten das zunächst als „nicht systemrelevant“ eingestuft. Ein Fehler, denn speziell unsere Tochter hat bereits dringenden Bedarf angemeldet. Die Tage hat sie ihrer Barbie-Puppe die Haare mit Filzstift gefärbt. In letzter Sekunde konnte ich verhindern, dass sie ihr auch die Haare schnitt. Bevor sie da noch auf andere Ideen kommt, haben wir versprochen, schnellstmöglich einen Termin zu machen. Darauf sie: „Gut, denn ich brauche endlich wieder Frisur“.

Liebe Eltern, liebe Kinder, bleibt gesund und fröhlich.

Glück auf!

Alle bisherigen Beiträge der Corona-Kolumne finden Sie unter www.fnweb.de/corona-kolumne im Internet.