Tauberbischofsheim

Corona-Kolumne: Die leeren Kartons

Archivartikel

Fabian Greulich zum Familienleben während der Corona-Krise

Ich weiß ja nicht, wie es bei Ihnen zu Hause aussah, aber bei uns in der Garage stapelten sich in den letzten Wochen die leeren Kartons. Wir sehnten die Altpapier-Abholung regelrecht herbei. Dabei haben wir schon zwei blaue Tonnen. Aber die waren längst randvoll. Woher diese Altpapier-Flut kam? Naja, ich hoffe mal, Sie wissen es schon. Ansonsten habe ich jetzt auf der Stelle ein schlechtes Gewissen.

Seit Corona den Alltag bestimmte, brachte der Postbote bei uns quasi täglich ein bis drei Pakete vorbei (außer montags, da kommt irgendwie nie einer). Außerdem klingelten immer wieder verschiedenste Lieferdienste. Ich verstehe das gar nicht. Wo kam das ganze Zeug nur her? Gut, die Kinder hatten beide Geburtstag, und Ostern war auch. Dass da das eine oder andere Päckchen eintrudelt, ist klar. Aber sonst?

„Das hat schon seine Richtigkeit“, sagt meine Frau beruhigend und lächelt mich an. „Wenn man nicht aus dem Haus kann zum Einkaufen, dann müssen die Einkäufe eben ins Haus kommen.“ Da ist was dran.

Online-Shopping ist das Stichwort. Da ich da immer Gefahr laufe, entweder das Falsche, oder aber irgend einen Quatsch zu bestellen (O-Ton meine Frau), wurde mir schon vor Jahren ein „Shopping-Verbot“ auferlegt. Ich darf immer nur die Retouren zurück zur Post bringen (und bloß nicht den Beleg verlieren).

Die Rücksendungen sind aber – interessant – trotz der Paketflut nicht mehr geworden. Angesichts der vielen leeren Kartons spricht das für eine hohe Trefferquote.

Klamotten und Schuhe für die – unglaublich schnell wachsenden – Kinder, Bratpfanne, Bügeleisen und Dinge für den täglichen Bedarf waren dabei. Einen großen Teil nahmen aber auch Corona-bedingte Beschaffungsmaßnahmen ein: ein Klettergerüst für den Garten, Stelzen und anderes Outdoor-Spielzeug, um die Kinder bei Laune und in Bewegung zu halten. Bastelmaterial, Bücher und Filme, Stoff für Masken und was weiß ich nicht alles.

Jetzt sagen Sie bitte nicht, dass das bei Ihnen anders gelaufen ist. Blickt man auf die Statistiken, liegen wir jedenfalls voll im Trend und sind demnach längst nicht die krassesten Online-Shopper. Alles im (Corona-)Rahmen.

Wir freuen uns aber sehr, dass wir jetzt wieder selbst einkaufen gehen können – wenn auch mit Maske und Einschränkungen, dafür aber auch mit Beratung und zwischenmenschlichem Kontakt. Das ist gut. Für uns, aber vor allem auch für die vielen lokalen und regionalen Händler. Ach ja, und die Altpapier-Lage ist nach der letzten Leerung ebenfalls wieder entspannt.

Liebe Eltern, liebe Kinder, bleibt gesund und fröhlich.

Glück auf!

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