Tauberbischofsheim

Corona-Kolumne: Corona-Yoga als Sportersatz

Fabian Greulich zum Familienleben während der Corona-Krise

Es waren einmal ein Mann und seine Frau (ganz nette Typen), die hatten zwei kleine Kinder. Um sich fit zu halten und regelmäßig Sport zu machen, gingen sie ein- bis dreimal die Woche in ein Fitnessstudio, machten ihre Kilometer auf dem Laufband und ihre Übungen an den Geräten. Dann kam Corona. Von heute auf morgen machten der Mann und seine Frau keinen Sport mehr. Wochenlang.

Natürlich wissen Sie längst, dass es sich bei dem Paar um mich und meine Frau handelt. Und ich kann Ihnen sagen, dass uns dieses Minimum an sportlicher Betätigung, dass wir uns in unserer Wochenplanung mühevoll freigeschaufelt hatten, wahnsinnig vermissen.

Es ist jetzt nicht so, dass wir dadurch massiv in die Breite gegangen und an Gewicht zugelegt hätten. Dafür haben uns die Kinder, die Arbeit und die Umstände, für die die Corona-Seuche gesorgt hat, viel zu sehr auf Trab gehalten. Aber wir merken einfach zunehmend, wie sehr uns etwas sportliche Aktivität fehlt. Wir sind quasi dauerverspannt und merken, dass auch konditionell einiges im Argen ist. Ich bin schon nach dreimal durch den Garten rennen außer Atem. Außerdem haben wir beide „Rücken“. Oje.

Meine Frau und meine Tochter haben nun reagiert und ein Indoor-Sportprogramm gestartet. Mit einer Mischung aus Corona-Yoga und Power-Zumba (meine Worte) verrenken sie sich nun einmal täglich im Wohnzimmer, angeleitet von irgendwelchen Internetvideos. Mit fetziger Musik und motivierenden Anweisungen der Trainer (mich erinnern die eher an Ausbilder beim Militär) geht es zu wummernden Bässen „left and right“ und „up and down“. Yeah.

Teilweise werden irgendwelche Choreographien „getanzt“. Dazwischen kommt immer wieder das Kommando „Freestyle“ – und alle flippen aus. Unsere Kleine hat einen Heidenspaß an der neuen Bewegungsform und gibt alles. Sie zieht jetzt morgens schon ihre Sportsachen an und fragt bereits beim Frühstück: „Wann tanzen wir wieder Samba?“ Natürlich meint sie Zumba. Aber Samba passt auch.

Wenn die verräterische Musik angeht, hat unser Sohn längst das Weite gesucht und auch ich hege Fluchttendenzen. Aber zu spät. Mit diesem Blick, wo man(n) weiß, dass Widerspruch zwecklos ist, werde ich von meinen beiden Damen darum „gebeten“, eine Runde mitzumachen. Also gut. Oder auch nicht. Es wird ein Desaster. Ein schmerzhaftes, denn mir ist es bei einer der seltsam anmutenden Übungen ordentlich ins Kreuz gefahren.

Ich hoffe wirklich, die Fitnessstudios dürfen bald wieder öffnen. Alternativ werde ich mich wohl überwinden müssen, mal wieder im Wald joggen zu gehen.

Liebe Eltern, liebe Kinder, bleibt gesund und fröhlich.

Glück auf!

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