Tauberbischofsheim

In der Alten Füllerei in Distelhausen Kabarettistin Martina Brandl gastierte mit ihrem Programm „Schon wieder was mit Sex“

Bunte Mischung aus Musik und Comedy geboten

Archivartikel

Distelhausen.Die Sommerpause der Alten Füllerei ist zu Ende. Zum Auftakt präsentierte diese am Samstag die schwäbische Kabarettistin Martina Brandl mit ihrem Programm „Schon wieder was mit Sex“ – einer bunten Mischung aus Musik und Comedy.

Mit einem feschen Lächeln und lockerem Outfit kam Martina Brandl, die immer viel Spaß auf ihren Touren hat, auf die Bühne in der Alten Füllerei. Ihr Programm hat den Titel „Schon wieder was mit Sex“. Und da stellte sie sogleich an das Publikum die Frage: „Habt Ihr Euch das so vorgestellt?“

„Sex sells“

Sie habe ja keine Ahnung von Sex, denn davon bekomme sie viel zu wenig. Und warum der Programmname? Ganz einfach: „Sex sells“ (Sex verkauft sich) und diese Wirkung hatte die Werbung wohl auch in Distelhausen. In der TV-Werbung setze die Industrie auf „nackte Tatsachen“, denn dieses Motto wirke letztendlich immer.

Seitdem Martina Brandl „Ü50“ sei, stehe in den Berichten über sie immer ihr Alter. „Könnte da stattdessen nicht einmal das Körpergewicht stehen?“ Eine sie bewegende Frage, die auch beim Publikum so manchen Lacher auslöste. Sie selbst verpackte ihre „Problemzonen“ im „Naturdarm“ und diese „Pelle“ spanne dann alles richtig ein.

Für sie seien Männer im Bett vollkommen humorlos. Als ihr Mann sie nach vollbrachtem Werk fragte, ob sie „gekommen“ sei, habe sie spontan geantwortet: „Nein, ich bin schon die ganze Zeit hier“.

Ihre Anreise zu den Veranstaltungsorten mit dem obligatorischen Käsebrot als Künstlerverpflegung verpackte Martina Brandl geschickt in einen Rapp. Ihr Lieblingsinstrument sei die Ukulele, denn die passe gut zu ihr und sie sei nicht ganz so alleine auf ihrer Tour. Sie verreise nicht gerne. In der Küche habe sie einen Kaffeefleck an der Wand, der ein bisschen wie Korsika aussehe – das reiche ihr voll und ganz. Mit dem anschließenden Lied parodierte sie sich und ihren Auftritt in Distelhausen. Ihr Reiner, der kein Traummann sei, habe sich in ihr Herz geputzt. Er werde immer ein anderer, wenn er fegt. Denn ein Mann, der richtig putzen kann, turne sie, hieß es in ihrem Liedtext. Diesen Refrain sang das Publikum lautstark mit.

Mit wehendem Petticoat

Nach einer kurzen Pause kam Martina Brandl in feschem 50er-Jahre-Kleid mit wehendem Petticoat auf die Bühne. Und schon hatte sie das Publikum wieder in ihrem Bann. Spontaner Sex sei für sie wahnsinnig kompliziert, denn nach dem fünften Weizen lande man immer auf dem „G-Punkt“, bei dem es nicht mehr geht.

Junge Männer würden heute immer „Mütze“ tragen. Das habe für sie immer etwas Kleinkindhaftes. Aber sie seien tätowiert. Wenn es ihr dann beim Liebesspiel langweilig werde, habe sie wenigstens etwas zu lesen. Auch hier hatte sie das passende Liedgut vom jungen Mann, der schon immer eine „reife Frau“ haben wollte, parat.

Das größte „Drogenproblem“ heutzutage ist aus Sicht von Martina Brandl das ständige Schreiben von Kurznachrichten mit dem Mobiltelefon – und das sogar auf dem Klo. Leider gebe es bislang „noch keine App zum Abwischen“.

Ihr Auftritt in Distelhausen war für sie wie eine „rauschende Ballnacht“ und so gab es als Zugaben noch einige Lieder, darunter „Schenk mir nie wieder Auberginen“ mit der Melodie von „Don‘t cry for me Argentina“, die der musikalische Höhepunkt des Auftritts in der Alten Füllerei war.

Martina Brandl bot dem Publikum eine bunte Mischung aus Liedern mit nicht immer ganz „stubenreinen“ Texten und geballter Comedy. Allerdings kamen die Gags nicht bei allen Besuchern gleich gut an. Im Großen und Ganzen war es jedoch ein unterhaltsamer Abend für die Besucher der Alten Füllerei.