Tauberbischofsheim

Regionale Steuerungsgruppe konstituiert Schwächere Schüler erhalten eine praxisorientierte Vermittlung in Ausbildung oder Beruf

Bildungsgang „AVdual“ im Landkreis eingeführt

Main-Tauber-Kreis.Die Bildungslandschaft im Kreis ist zum Beginn des Schuljahres um das Angebot „Übergang von der Schule zum Beruf“ erweitert worden.

Hierzu wurde der neue Bildungsgang Ausbildungsvorbereitung dual (kurz: „AVdual“) eingerichtet, und die begleitende Steuerungsgruppe hat sich konstituiert.

Die Bildungslandschaft im Main-Tauber-Kreis ist vielfältig, besonders auch an den Beruflichen Schulen. Sie sind an den Standorten Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim angesiedelt. In diesen Beruflichen Schulen gab es bereits die Bildungseinrichtungen Berufseinstiegsjahr (BEJ) und Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf (VAB) beziehungsweise die Berufsfachschule Pädagogische Erprobung (BFPE).

„Dennoch zeigt sich, dass trotz des umfassenden Bildungsangebots nicht alle Schüler in eine Ausbildung oder in die Berufswelt vermittelt werden können“, sagte Dezernent Jochen Müssig anlässlich der Konstituierung der begleitenden Steuerungsgruppe für das Bildungsangebot „AVdual“. Dieser Termin fand in Abstimmung mit dem Wirtschafts- und Kultusministerium Baden-Württemberg im Landratsamt statt.

Bei „AVdual“ geht es darum, schwächere Schüler praxisorientiert in eine Ausbildung oder in einen Beruf zu vermitteln. Die Vertreter der Ministerien stellten heraus, dass es neben dem Schulunterricht vor allem auf den praktischen Bezug ankommt. „Berufspraktika und die sozialpädagogische Begleitung sind die Eckpfeiler dieses Angebots“, sagte Ministerialrat Karsten Altenburg vom Ministerium für Arbeit, Wirtschaft und Raumordnung. Dies bestätigte auch Tanja Rieger vom Kultusministerium.

Neben dem Praxisbezug ist auch das pädagogische Konzept in den Schulen entscheidend. Es geht dort um ein niveaudifferenziertes und ein individualisiertes Lernen. Eine hohe Bedeutung kommt den Lernbegleitern sowie den sozialpädagogischen Kräften zu. „Unseren neuen sozialpädagogischen Kräften für ,AVdual‘ kommt deshalb die wichtige Aufgabe zu, die Beziehungen zwischen Schülern, Elternhaus, Betrieb und Schule auf einem aktuellen Austausch zu halten“, erklärte Dezernent Jochen Müssig. Entscheidend sei auch das sich anschließende Monitoring. Dieses diene zur Erfolgskontrolle des Modells. Der Vertreter des Wirtschaftsministeriums erläuterte deshalb, dass landesweit 35 Prozent der Absolventen von „AVdual“ in eine Ausbildung wechseln. Sechs Prozent können zudem in den Arbeitsmarkt vermittelt werden. Diese Werte sind auch darauf zurückzuführen, dass zuvor Betriebspraktika stattfanden. So konnten die Schüler, welche in einem Betriebspraktikum waren, zu zwei Dritteln auch eine Ausbildung in dem Praktikumsbetrieb machen.

Für das Bildungsangebot AVdual, welches seit diesem Schuljahr an der Schule für Ernährung, Pflege, Erziehung in Bad Mergentheim, an der Gewerblichen Schule in Tauberbischofsheim und am Beruflichen Schulzentrum in Wertheim angeboten wird, sind rund 150 Schüler angemeldet. Die Vertreter der allgemeinbildenden Schulen, der Wirtschaft, der berufsfördernden Einrichtungen und der Behörden waren sich deshalb darin einig, dass möglichst viele, am besten alle dieser Schüler in eine Ausbildung oder in die Berufswelt vermittelt werden sollen.

Info: Informationen zum Bildungsangebot AVdual gibt es unter www.main-tauber-kreis.de im Internet.