s.Oliver Würzburg

Basketball Nach einem 87:61-Erfolg über ZZ Leiden ziehen die Unterfranken als Gruppensieger in die zweite Runde des Europe-Cups ein

Würzburgs winterliche Europa-Reise

Archivartikel

s.Oliver Würzburg – ZZ Leiden 87:61 (17:19, 19:18, 27:7, 24:17)

Würzburg: Loncar (15 Punkte/davon 5 Dreier), Ellis (12 Punkte), Hulls (10/2), Olaseni (10), Koch (9/1), Wells (7/1), Cooks (7), Richter (6), Hoffmann (5/1), Lösing (4/1), Buck (2), Hadenfeldt. Leiden: Thompson (26/3), Watson Jr. (11/1), De Jong (9/2), Kherazzi (7), Vette (5), Ververs (3), Sims, Koehler. Zuschauer: 1320.

Die Basketballer von s.Oliver Würzburg überwintern im Fiba-Europe-Cup. Im für sie alles entscheidenden Spiel setzten sie sich gegen den niederländischen Vizemeister ZZ Leiden mit 87:61 durch. Ausschlaggebend war dabei eine deutliche Leistungssteigerung nach der Pause.

Die Würzburger haben damit sogar noch die Gruppe A gewonnen, da sie gegen die punktgleichen Niederländer den direkten Vergleich klar für sich entschieden haben. Gegen wen es in dieser zweiten Gruppenphase geht, steht erst Ende der Woche endgültig fest.

Wucherers Kabinenpredigt

So klar und deutlich, wie das Endergebnis aussieht, war das Spielgeschehen aber lange Zeit nicht. Zur Halbzeitpause lagen die Niederländer, die auf ihrer Reise nach Deutschland immerhin von rund einem Dutzend Fans begleitet wurden, noch mit einem Punkt vorne. Und genau die Leistung in der ersten Hälfte war es, die Headcoach Denis Wucherer sichtlich aufregte: „In der ersten Halbzeit haben wir gespielt, als wäre uns alles scheißegal.“ Und seine Meinung hat er seinen Spielern offensichtlich auch lautstark kundgetan, wie Felix Hoffmann indirekt bestätigte. Die Mannschaftsleistung in der ersten Hälfte bewertete er ebenfalls mit einem Fäkalwort. „So dürfen wir uns nicht präsentieren. Dementsprechend war in der Pause auch der Ton.“

Die Kabinenpredigt des Trainers hat definitiv gefruchtet, denn danach präsentierte sich die Mannschaft wie ausgewechselt. Hatte sie vor dem Seitenwechsel eine Trefferquote von 43 Prozent, so waren es in den zweiten 20 Minuten bärenstarke 70 Prozent. Gleichzeitig wurde das Defensivverhalten erheblich besser, wie die Trefferquote der Niederländer deutlich zeigt: Nach der Pause trafen sie gerade einmal noch 28 Prozent ihrer Würfe.

„Es war gut, dass wir nach der Pause den Schalter umlegen konnten. In der zweiten Halbzeit haben wir gespielt wie professionelle Basketballer, denen das Ganze etwas bedeutet“, war Wucherer zumindest mit der Leistungssteigerung zufrieden.

Auch Kapitän Kresimir Loncar wirkte, als sei ihm ein großer Stein vom Herzen gefallen: „Wir hatten eine starke zweite Hälfte, nachdem die erste wirklich nicht gut von uns war. Ich hoffe, dass wir darauf in den nächsten Spielen aufbauen können und dass die Energie, die wir gezeigt haben, uns im Spiel gegen Alba Berlin am Samstag hilft.“

Das Weiterkommen im Europe-Cup hat für Wucherer definitiv eine gute Nebenwirkung: „Dadurch haben wir sechs neue Möglichkeiten, gegen gute Gegner zu spielen und uns weiterzuentwickeln. Die Mannschaft ist neu formiert, das Gebilde ist insgesamt aber noch fragil. Da hilft uns jede Minute weiter, die das Team zusammen auf dem Feld steht, spielt und Erfahrungen sammelt.“