s.Oliver Würzburg

Basketball An die Duelle mit Crailsheim haben die Würzburger gute Erinnerungen, doch dieses Mal gehen die „Baskets“ als Außenseiter ins Heimspiel gegen die Merlins

Mit unterschiedlicher Entwicklung

Archivartikel

Neues Jahr, neues Glück? s.Oliver Würzburg möchte am Sonntag die Negativserie in eigener Halle beenden und mit dem ersten Heimsieg der Saison ins Jahr 2021 starten. Einfach wird das nicht: Am elften Spieltag der BBL kommt mit den Hakro Merlins Crailsheim das Überraschungsteam der vergangenen und der aktuellen Spielzeit in die s.Oliver Arena. Sprungball ist um 15 Uhr.

Die „Zauberer“ liegen nach zehn Spieltagen mit nur einer Niederlage auf dem zweiten Tabellenplatz. s.Oliver Würzburg geht nach dem bisherigen Saisonverlauf also als klarer Außenseiter in die Partie: Seit Crailsheim am letzten Spieltag der BBL-Saison 2018/2019 durch einen Heimsieg gegen Oldenburg in der Würzburger s.Oliver Arena den Klassenerhalt geschafft hat, gehören die Merlins zu den erfolgreicheren Clubs der Liga. Auch in der aktuellen Spielzeit sind die Württemberger als Tabellenzweiter mit neun Siegen aus zehn Spielen ganz klar das Überraschungsteam der Liga. Die bisher einzige Niederlage gab es am fünften Spieltag mit 88:97 beim Spitzenreiter in Ludwigsburg.

„Crailsheim bewegt wie auch schon im letzten Jahr den Ball sehr ordentlich. Sie haben eine starke Dreierquote und spielen im Vergleich zur letzten Saison eine bessere und aggressivere Verteidigung. Und mit Trae Bell-Haynes haben sie einen sehr guten Aufbauspieler“, sagt Headcoach Denis Wucherer vor dem Start ins neue Jahr.

Tuomas Iisalo, der Trainer der Crailsheimer entgegnet: „Die größte Herausforderung wird für uns sein, gegen eine gewisse Selbstzufriedenheit anzukämpfen. Die letzten Siege dürfen nicht unseren Fokus beeinflussen, sondern sollte eher eine Energiequelle für die nächsten Partien sein.“

Obacht vor Trae Bell-Haynes

Doch zurück zu Trae Bell-Haynes: In den ersten zehn BBL-Partien für Crailsheim hat der Spielmacher nicht nur 21,2 Punkte im Schnitt erzielt, sondern auch 8,6 Assists an seine Mitspieler verteilt. Beides sind aktuell die Bestwerte der Liga - das gilt allerdings auch für seine 3,5 Ballverluste pro Partie. Dankbare Abnehmer seiner Korbvorlagen sind unter anderem der wurfstarke Center Bogdan Radosavljevic (14,3 Punkte/63,6 Prozent Dreierquote), Scharfschütze Elias Lasisi (12 Punkte/60,4 Prozent Dreierquote) und Flügelspieler Tim Coleman (11,5 Punkte/4,4 Rebounds).

Der ehemalige Würzburger Maurice Stuckey ist einer von drei Merlins-Akteuren, der in allen zehn Spielen beim Sprungball auf dem Parkett stand, er kommt in gut 17 Minuten Spielzeit auf 6,3 Zähler. Mit 91,2 erzielten Punkten pro Partie liegt Crailsheim im Liga-Vergleich hinter Oldenburg auf Rang zwei.

In der wegen der Pandemie abgebrochenen Saison 2019/2020 trafen s.Oliver Würzburg und die Hakro Merlins Crailsheim nur einmal aufeinander – das spektakuläre Weihnachts-Heimspiel am 21. Dezember 2019 in der ausverkauften s.Oliver Arena endete nach Verlängerung mit 92:88 für die Gastgeber. Es war der fünfte Würzburger Sieg in der fünften BBL-Begegnung beider Teams. Ihren bisher einzigen Pflichtspiel-Erfolg gegen die unterfränkischen Nachbarn feierten die Merlins in der ProA-Saison 2010/2011.

Beeindruckender Lauf

Indes reißt die Erfolgsserie der Zauberer aus Hohenlohe nicht ab. Nach der einzigen Niederlage gegen Spitzenreiter Ludwigsburg legte die junge Truppe von Tuomas Iisalo einen beeindruckenden Lauf auf das BBL-Parkett hin. Punktgewinne gegen Chemnitz, Oldenburg, Braunschweig, Frankfurt, Vechta und zuletzt im Derby-Krimi gegen Ulm waren dafür verantwortlich, dass sich die Merlins hinter Ludwigsburg festsetzten.

Der überragende Start in die Spielzeit war keinesfalls hervorzusehen. Das Team wurde im Sommer beinahe komplett umgekrempelt – allerdings scheint es, dass es wie schon in der Vorsaison innerhalb der Mannschaft „klick“ gemacht hat. Die Harmonie auf und neben dem Spielfeld ist vorhanden. Die Chemie passt, die Ergebnisse sprechen für sich.

Die Crailsheimer sind, wie schon gesagt, auf dem Papier die Favoriten. Alle Statistiken (Wurfquoten, Rebounds und Assists) sind bei den Zauberern besser. Zudem reist das zweitbeste Offensivteam (91,2 Punkte) zu dem schwächsten (76,7) der Liga. Im Vorbeifahren wird sich der Tabellenzweite allerdings nicht den zehnten Saisonsieg holen können. „Würzburg hat sich mit Sears und King zwei erfahrene BBL-Spieler dazu geholt. Sie kreieren viele zweite Chancen, indem sie offensiv stark rebounden und diszipliniert verteidigen“, so Iisalo über den Gegner.