s.Oliver Würzburg

Basketball s.Oliver Würzburg besticht vor allem von der Dreierlinie und feiert beim 90:75 gegen die BG Göttingen den ersten Sieg in der noch jungen Bundesliga-Saison

Hulls und Koch machen den großen Unterschied

s.Oliver Würzburg – BG Göttingen

90:75 (21:20, 30:18, 18:20, 21:17)

Würzburg: Hulls (24 Punkte/davon 4 Dreier), Koch (19/5), Wells (13), L. Fischer (12), Richter (7/1), Bowlin (6/1), N. Allen (5/1), Hoffmann (4), Haßfurther, Chapman, Obiesie.

Göttingen: T. Allen (21/4), Carter (16), Anderson (14/4). Hundt (10/3), Kramer (8), Lockhart (3/1), Lasisi (3/1), Andric, Mönninghoff.

Besonderes Vorkommnis: Die Partie war im Schlussviertel wegen eines technischen Fehlers an der elektrischen Korbanlage für mehrere Minuten unterbrochen.

Zuschauer: 2981.

Der Druck war vor dem Spiel groß, die Erleichterung danach aber fast noch größer. Mit einem letztlich souveränen 90:75-Erfolg gegen die BG Göttingen tüteten die Basketballer von s.Oliver Würzburg am zweiten Spieltag der Saison das erste Erfolgserlebnis ein: „Natürlich sind wir glücklich mit dem ersten Sieg. Es ist schön, dass das in dieser Saison etwas früher passiert ist als im letzten Jahr“, gab Headcoach Denis Wucherer nach der Partie indirekt zu, dass der Fehlstart in der Vorsaison noch immer in den Köpfen herumspukt, weil er damals einfach immens an den Nerven gezehrt hat.

Dreier-Festival

Den Grundstein für den Sieg legten die Unterfranken mit ihrer großen Treffsicherheit von der Dreierlinie. 20 Mal „drückten“ sie von außen ab, zwölf Mal rauschte der Ball durch den Ring. Eine Trefferquote von 60 Prozent ist in der Tat vom Allerfeinsten. Zum Vergleich: Göttingen traf in Würzburg zwar 13 Mal von außen, benötigte dafür allerdings 35 Versuche. Die BG-Quote von 37,1 Prozent ist zwar auch nicht schlecht, doch die Würzburger Werfer waren deutlich effizienter.

Beim „Dreier-Festival“ taten sich auf Würzburger zwei Spieler ganz besonders hervor. „Jordan Hulls und Florian Koch haben heute den Unterschied gemacht, weil sie von außen sehr hochprozentig getroffen haben und wir sie auch gefunden haben“, lobte Denis Wucherer seine beiden treffsichersten Spieler. Hulls traf vier von fünf Würfe von außen (80 Prozent), Koch fünf von sieben (71,4 Prozent). Lediglich BG-Point-Guard Bennet Hundt mit 75 Prozent (drei von vier) hatte von jenseits der Dreierlinie eine ähnlich gute Quote. .

Bei Florian Koch ist der Unterschied zur Vorsaison besonders augenscheinlich. Der 27-Jährige hat in der Sommerpause viel Zeit mit Krafttraining verbracht. Das Resultat: Koch hat körperlich enorm zugelegt (man spricht von acht Kilogramm) und dabei besonders viel Muskelmasse aufgebaut. „Er hat im Sommer unglaublich hart an sich gearbeitet. Er hat jetzt ein völlig anderes Körpergefühl und tritt dementsprechend viel selbstbewusster auf. Das merkt man nicht nur in der Offensive, sondern ganz besonders in der Art und Weise, wie er verteidigt“, lobt Wucherer den gebürtigen Bonner.

Keim Schlafwagen-Tempo mehr

Natürlich war aber nicht alles Gold, was beim Sieg gegen Göttingen glänzte. Wie es sich für einen guten Trainer gehört, fand Wucherer auch genügend Kritikpunkte am Spiel seiner Mannschaft. Da wäre zum Beispiel das etwas lethargische Spiel in der Anfangsphase, als die Niedersachsen recht schnell mit 11:5 führten. „Solch ein Schlafwagen-Tempo wie zu Beginn des Spiel will ich in dieser Saison nicht mehr sehen“, sagte der Coach nach der Partie.

Auch mit den insgesamt 22 Ballverlusten war Wucherer natürlich nicht einverstanden. „So etwas kann auch leicht einmal nach hinten losgehen. Da können wir froh sein, dass wir trotzdem einigermaßen ungefährdet gewonnen haben.“

Leistungsmäßig abgefallen ist auf Würzburger Seite einzig Brekkott Chapman, doch das bereitet Wucherer keinerlei Sorgen. „Er ist ein Rookie. Das kann mal passieren. Der Junge wird schon bald zeigen, was er alles drauf hat – und das ist viel“

Spannung verspricht in den nächsten Tagen die Personalie Noah Allen. Dessen Zeitvertrag läuft am kommenden Montag aus. Wucherer macht keinen Hehl daraus, dass er gerne noch einen etwas größeren Spieler im seinem Kader hätte. Doch woher nehmen? „Der Markt gibt momentan allerdings nicht so viel her“, so der Trainer.