s.Oliver Würzburg

Basketball Ein falscher Schiedsrichterpfiff bringt Würzburg um die Chance auf den Ausgleich, doch das Team von Denis Wucherer muss sich nach der Niederlage auch an die eigene Nase fassen

Es hat nicht bei allen alles gepasst

Archivartikel

s.Oliver Würzburg – MHP Riesen Ludwigsburg 84:89.(24:20, 18:22, 20:18, 22:29)

Würzburg: L. Fischer (20 Punkte), Etou (15), Hulls (14/davon 3 Dreier), Wells (12/2), Koch (10/2), Rudd (5/1), Hoffmann (4), Bowlin (4), Richter, Haßfurther.

Ludwigsburg: Carrington (23/3), Weiler-Babb (17/4), Wimbusch (16/3), Knight (10), Wohlfarth-Bottermann )8), Leissner (6), Smith (5/1), Konga (2), Hukporti (2).

Besonderes Vorkommnis: Wegen eines technischen Fehlers an der Korbanlage und der großen Anzeigentafel war die Partie im dritten Viertel für sechs Minuten unterbrochen.

Zuschauer: 2973.

„Enge“ Schiedsrichterentscheidungen sind im Basketball an der Tagesordnung. Auch heftig umstrittene, wenn nicht gar falsche, gehören dazu. Meist gleicht sich das alles während eines Spiels immer wieder aus. Etwas blöd wird es allerdings, wenn solche umstrittenen Entscheidungen in der Schlussphase einer Partie gefällt werden – und allesamt zu ungunsten einer Mannschaft. Geschehen ist dies bei der Bundesliga-Partie zwischen s.Oliver Würzburg und den MHP Riesen aus Ludwigsburg.

Fehler Nummer eins unterlief den Schiedsrichtern 75 Sekunden vor Schluss beim Stand von 79:83, als sie Würzburgs Kongolsenen Junior Etou irrtümlicherweise ein Offensivfoul anhängten. Statt den Rückstand auf vermutlich zwei Punkte zu verkürzen, rannten die Unterfranken dann dem Gegner wenig später wieder mit sechs Punkten Abstand hinterher.

Zwölf Sekunden vor Schluss stand die Partie schließlich 84:87, bei Ballbesitz von Würzburg. Mit einem „Dreier“ hätten sich die Gastgeber also in die Verlängerung retten können. Spielmacher Cameron Wells wurde beim Ballvortrag von Ludwigsburgs Konstantin Konga hart attackiert – und zur Verwunderung aller in der Halle entscheidet der schwache Schiedsrichter Dennis Sirowi auf Offensivfoul von Cameron Wells. Die TV-Bilder zeigten zwar eindeutig, dass Wells nicht gefoult hat, sondern eher gefoult wurde, doch das nützte den Würzburgern herzlich wenig, denn die Partie war nach diesem sehr unglücklichen Pfiff endgültig gelaufen.

Kein Wunder, dass Würzburgs Trainer nach der Partie recht frustriert war. „Eigentlich war das Credo der Schiedsrichter in den letzten Jahren immer, dass sie in der Schlussphase ein Spiel nicht entscheiden wollen. Der Pfiff heute hat uns aber zumindest die Chance genommen, das Spiel noch auszugleichen oder sogar noch zu gewinnen.“

Dennoch müssen sich die „Baskets“ aus Würzburg natürlich auch an die eigene Nase fassen, zum Beispiel bei der entscheidenden Szene wenige Sekunden vor Schluss. „Eigentlich war genug Platz da, über die Mitte den Ball nach vorne zu bringen“, kritisierte der Headcoach seinen Point Guard Cameron Wells, der es über die deutlich „engere“ rechte Seite probiert hat. Insgesamt passte dies zum Spiel von Wells an diesem Abend, der mehrfach nicht gerade die glücklichste Entscheidung fällte.

„Um zu gewinnen, muss bei allen Spielern alles passen“, sagte Wucherer. Das war dieses Mal allerdings nicht der Fall, weshalb Ludwigsburg am Ende nicht einmal unverdient den Sieg mit in die Barockstadt nahm. Beispiel Skyler Bowlin: Der legte gleich zehn Mal erfolgreich für seine Mitspieler auf. Das ist ein weit überdurchschnittlicher Wert. Aber selbst traf er aus dem Feld keinen einzigen seiner Würfe. Beispiel Luke Fischer: Der stellte eine persönliche BBL-Bestmarke von 20 Zählern auf. Allerdings pflückte sich Fischer während der gesamten Partie lediglich zwei Rebounds, was für einen Center ein fast schon unterirdischer Wert ist.