s.Oliver Würzburg

Basketball Würzburg liefert dem FC Bayern lange Zeit ein Spiel auf Augenhöhe, kann die 82:90-Niederlage aber nicht verhindern

Ein einziges Viertel gibt den Ausschlag

Archivartikel

s.Oliver Würzburg – FC Bayern München 82:90

(17:16, 26:26, 11:25, 28:23)

Würzburg: Wells (17 Punkte/davon 3 Dreier), Rudd (13/1), Koch (12/3), Bowlin (10/2), Pipiras (8/1), Richter (6), Hulls (5/1), L. Fischer (4), Hadenfeldt (3/1), Weitzel (2), Hoffmann (2), Haßfurther.

München: Monroe (13), Zipser (13/3), Lucic (10/1), Barthel (9/2), Koponen (8/2), Lo (8), Djedovic (7/1), King (6/2), Nelson (6), Radosevic (4), Grant (4), Flaccadori (2).

Zuschauer: 3140 (ausverkauft).

Es war das dritte Viertel. Fast ist man geneigt zu sagen, „schon wieder“ das dritte Viertel. Zwischen der 21. und der 30. Minute haben die Bundesliga-Basketballer von s.Oliver Würzburg die Partie gegen den amtierenden Deutschen Meister FC Bayern München verloren. In diesen zehn Minuten spielte das europäische Spitzenteam aus der bayerischen Landeshauptstadt unter den Augen von Bundestrainer Henrik Rödl ihre individuelle Klasse fast „schonungslos“ aus. In den restlichen 30 Minuten der Partie waren die personell arg dezimierten Würzburger zumindest gleichwertig. Aber das fast schon „ominöse“ dritte Viertel gab nun einmal den Ausschlag.

VIP-Buffet früher abbauen?

Ominös deshalb, weil zu Beginn des dritten Viertels in Würzburg immer eine ganz andere Stimmung in der s.Oliver-Arena herrscht als während der restlichen Spielzeit. Wo sonst immer von der „Turnhölle“ die Rede ist, herrscht immer unmittelbar nach der Pause eher eine „gedämpfte“ Atmosphäre. Die etwa 300 VIP-Plätze, die sich direkt am Spielfeldrand befinden, sind zu diesem Zeitpunkt praktisch verwaist. Die Leute, die hier eigentlich sitzen und in aller Regel auch gut Stimmung machen, sind noch beim Buffet und trudeln erst in den nächsten Minuten nach und nach wieder ein. „Vielleicht müssen wir in der Tat einmal überlegen, ob wir das VIP-Buffet nicht doch ein bisschen früher abbauen, damit sofort richtig Stimmung ist, wenn es nach der Pause wieder los geht“, meinte dann auch Würzburgs Headcoach Denis Wucherer süffisant, wenn auch mit einem breiten Grinsen. Sein Team hatte in der Vergangenheit schon recht häufig mit diesen veränderten Voraussetzungen direkt am Spielfeldrand zu Beginn des dritten Viertels zu kämpfen.

Bayern-Taktik geht auf

Natürlich aber waren die VIP’s nicht ausschlaggebend für die Niederlage, sondern die immense Qualität, die im Kader des FC Bayern steckt. Und die macht sich nicht nur im spielerischen Bereich bemerkbar, sondern auch auf taktischer Ebene. „Besonders hat uns heute weh getan, dass die Bayern Jordan Hulls aus dem Spiel genommen und Luke Fischer schon früh erfolgreich attackiert haben. Ohne die beiden war es schwer, die Intensität und die Qualität über 40 Minuten aufrecht zu erhalten.“ Hulls, für seine Distanzwürfe ligaweit bekannt, benötigte 27 Minuten, um zu seinen ersten Punkten zu kommen. Und Fischer „hängten“ die Münchner sehr früh einige Fouls an, so dass er insgesamt nur acht Minuten auf dem Feld stand.

Die Bayern wollten in Würzburg Kräfte sparen, das war offensichtlich. Sie hatten es am Donnerstag in der Euroleague noch mit Khimki Moskau zu tun, am Dienstag gibt in eben dieser europäischen „Königsklasse“ Real Madrid in München seine Visitenkarte ab und am Freitag muss man im baskischen Vitoria-Gasteiz antreten. Da gilt es, mit den Kräften zu haushalten.

Einen guten Job gemacht

Doch im Schongang kann man die Würzburger in dieser Saison sicherlich nicht besiegen, obwohl das Team verletzungsbedingt arg dezimiert ist. Mit dem Litauer Rytis Papiras, Jonas Weitzel und Philipp Hadenfeldt waren dieses Mal gleich drei Spieler aus dem so genannten „Farmteam“ aus der 2. Liga auf dem Parkett. Und die machten ihre Sache sehr gut. Papiras erzielte acht Punkte, Weitzel und Hadenfeldt sorgtensogar für ihre ersten BBL-Punkte überhaupt. „Die drei Jungs aus der ProB haben einen sehr guten Job gemacht. Es macht Spaß, die Art und Weise zu sehen, wie sie spielen und wie sie sich einfügen.“

Nach wie vor steht die Verpflichtung eines „Ersatzmannes“ für den verletzten Brekkott Chapman unmittelbar bevor. Die Verhandlungen sind offenbar weit gediehen „Er ist noch bei einem anderen Verein unter Vertrag, doch ich hoffe, dass er vielleicht schon am Dienstag bei uns trainiert“, so Wucherer.