s.Oliver Würzburg

Basketball s.Oliver Würzburg startet mit einem Auswärtsspiel bei den hochgehandelten EWE Baskets aus Oldenburg in seine achte Bundesliga-Saison

Die Jagd auf einen Playoff-Platz beginnt

Archivartikel

„Die Arbeit ist gemacht. Es kann losgehen. Die Jungs freuen sich alle auf das erste Spiel.“ Denis Wucherer, Trainer des Basketball-Bundesligisten s.Oliver Würzburg lässt keine Zweifel daran, dass er und sein Team froh sind, dass die neue Saison endlich losgeht.

„Dicke Bretter“ zum Auftakt

Nur mit den Gegnern, die in den nächsten Wochen auf die Würzburger „Baskets“ warten, ist der frühere deutsche Nationalspieler nicht ganz zufrieden. „Es sind in der Tat die ganz dicken Bretter, die wir gleich zum Auftakt bohren müssen“. Ein Blick auf den Spielplan verdeutlicht, warum der Trainer über die Ansetzungen zum Auftakt der neuen Saison nicht gerade glücklich ist: Am morgigen Donnerstag steht um 20.30 Uhr bei den EWE-Baskets in Oldenburg das erste Spiel an. Weiter geht es dann nur zwei Tage später mit einem Pokal-Auswärtsspiel beim letztjährigen Finalisten Alba Berlin. Die Hauptstädter kommen dann ihrerseit schon am vierten Spieltag (Sonntag, 20. Oktober) nach Würzburg. Genau eine Woche danach, am 27. Oktober, gibt dann der amtierende Meister und Top-Favorit für die neue Saison, der FC Bayern München, seine Visitenkarte in der s.Oliver-Arena ab. Das heißt: Schon nach dem fünften Spieltag haben die Würzburger gegen die drei Erstplatzierten der Vorsaison gespielt, gegen Alba wegen des Pokals dann sogar schon zwei Mal. „Das ist natürlich suboptimal“, findet Wucherer, der weiß, wie wichtig es ist, nicht mit einer Negativserie in die neue Saison zu starten.

Ein Sieg mehr als die Konkurrenz

Nach zuletzt zwei neunten Plätzen hintereinander soll dieses Mal der Sprung unter die besten Acht und somit der Einzug in die Playoffs gelingen. „In die Playoffs wollen wir alle hier in Würzburg. Aber das wollen wahrscheinlich auch noch 14 andere Teams. Die Plätze eins bis fünf sind vermutlich schon an die Top-Teams der Liga vergeben. Realistisch betrachtet sind also nur noch die Plätze sechs, sieben und acht möglich, aber eben auch neun, zehn, elf, zwölf, dreizehn oder vierzehn. Aber vielleicht gelingt es uns dieses Mal, genau den einen Sieg mehr zu haben als die ärgsten Konkurrenten“, hofft der Trainer.

Wucherer ist übrigens neben Bonns Chefcoach Päch einer von nur zwei BBL-Trainern, die vor der neuen Saison nicht Titelverteidiger FC Bayern München als kommenden Meister tippen, sondern auf Alba Berlin: „Vielleicht ist es mir zu einfach, auf den Favoriten zu tippen“, begründet der 46-Jährige seinen „Außenseiter-Tipp“. Alba ist jetzt zwei Mal Zweiter geworden und irgendwie habe er im Unterbewusstsein das Gefühl, dass die Hauptstädter nun an der Reihe wären. Eine große Rolle könnte im Meisterschaftskampf das internationale Engagement der beiden vermeintlich stärksten nationalen Mannschaften spielen. Erstmals werden zwei deutsche Mannschaften in der EuroLeague an den Start gehen: „Ich glaube, dass Berlin dort nicht die Rolle spielen kann wie die Bayern. Die kommen meiner Meinung nach nämlich sogar bis ins Viertelfinale. Das könnte unter Umständen aber dann genau die Körner kosten, die in der BBL am Ende fehlen werden“, so Wucherer, der aber gleich hinzu fügt: „Das ist aber natürlich alles zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch sehr hypothetisch.“

München, Berlin, Oldenburg, Bamberg und vermutlich auch Ulm – diese fünf Teams scheinen für die Playoffs gesetzt zu sein. Dahinter wird ein hartes Rennen erwartet, für das Wucherer die „Baskets“ gerüstet sieht.

Ein „homogener Haufen“

Ein Vorteil könnte dabei sein, dass der Trainer auf einen Großteil des Kaders aus der Vorsaison zurückgreifen kann. „Wir haben ja ganz bewusst versucht, den Laden einigermaßen zusammen zu halten, was uns auch zu großen Teilen gelungen ist.“ Am Spielsystem wird sich bei den Würzburgern deshalb natürlich nichts ändern. Das Hauptaugenmerk liegt weiterhin auf schnellem Team-Basketball. Die neuen Spieler müssen hier ihren Platz im System finden, was in der Vorbereitung schon sehr ordentlich geklappt hat. „Es hat sich bereits gezeigt, dass die Mannschaft sehr schnell zusammengewachsen ist. Es ist ein sehr homogener Haufen. Ich hoffe, dass er nicht zu homogen in Form von ’zu lieb’ ist. Es wird sich in den nächsten Wochen zeigen, ob wir mit dieser Mannschaft erfolgreich spielen können oder nicht.“

Momentan sei, so Wucherer, im Verein und rund um die Mannschaft schon eine gewisse Nervosität zu spüren. „Das ist vor dem Beginn der neuen Saison ganz normal.“ Diese Nervosität werde sich vermutlich erst legen, wenn der erste Sieg eingefahren ist. Ob dies aber schon gleich bei der ersten Auswärtsreise nach Oldenburg und Berlin klappt?