s.Oliver Würzburg

Basketball Coronavirus sorgt bei den Korbjägern sowohl international als auch national für eine Pause

BBL unterbricht ihren Spielbetrieb „bis auf Weiteres“

Archivartikel

Die Basketball-Bundesliga (easyCredit-BBL) hat ihren Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie bis auf Weiteres ausgesetzt. Auf einer außerordentlichen Versammlung der Clubs am gestrigen Donnerstag in Stuttgart stimmten die Verantwortlichen einstimmig für eine Unterbrechung der Saison. Schon die für dieses Wochenende angesetzten Spiele finden nicht statt.

„Später geordnet zu Ende spielen“

Anders als im deutschen Eishockey wird die Spielzeit aber noch nicht komplett abgesagt. „Es bleibt das Ziel, die Saison 2019/2020 zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu spielen“, heißt es in einer BBL-Mitteilung nach der rund dreistündigen Sitzung. Innerhalb der nächsten 14 Tage wollen sich die Verantwortlichen der 17 BBL-Clubs, das Präsidium der Arbeitsgemeinschaft BBL und die Geschäftsführung der BBL GmbH wieder treffen, „um die dann aktuelle Lage und möglichen Szenarien und Handlungsoptionen erneut zu besprechen.“ Oberste Priorität sei es, der weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken.

„Ein sofortiges Ende der Saison war für die Clubs kein Thema. Andererseits ist die Aussetzung des Wettbewerbs sinnvoll, um auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden“, sagte FC-Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic. „Es geht hier in erster Linie darum, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Daher ist es nur konsequent, dass wir den Spielbetrieb vorübergehend aussetzen und diese Zeit zusammen mit der Liga nutzen, um eine geordnete und tragfähige Fortführung der Saison und der Playoffs unter Berücksichtigung gesundheitlicher, wirtschaftlicher und sportlicher Aspekte zu organisieren», sagte Hermann Schüller, geschäftsführender Gesellschafter der EWE Baskets Oldenburg.

Überrascht hat die Entscheidung nach den Ereignissen der letzten Tage kaum jemand. „Selbstverständlich stehen wir in vollem Umfang hinter dieser Gemeinschaftsentscheidung, die aus gesundheitlichen Gründen notwendig ist und mit der wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen“, kommentiert zum Beispiel der Geschäftsführer der Hakro Merlins Crailsheim, Martin Romig, den Beschluss.

Tickets behalten ihre Gültigkeit

Die Merlins teilten mit, dass die bereits erworbenen Tickets ihre Gültigkeit behalten, betonen aber ausdrücklich noch einmal, dass bislang noch nicht feststeht, ob und in welcher Form die restlichen Saisonspiele stattfinden. Wie sich die Situation rund um die Corona-Krise weiter entwickeln wird, wisse aktuell keiner. Für die Merlins-Clubführung stehe deshalb nur eines bereits fest: „Sobald sich die Situation normalisiert hat, werden wir uns etwas einfallen lassen, um allen Unterstützern unsere Dankbarkeit zu beweisen.“

Auch s.Oliver Würzburg legt großen Wert auf die Tatsache, dass alle bisher gekauften Tickets vorerst ihre Gültigkeit behalten.

Betroffen von den bundesweiten Einschränkungen des Spielbetriebs durch den Coronavirus ist auch die 2. Basketball-Bundesliga: Sämtliche Spiele der ProA und ProB am kommenden Wochenende wurden ausgesetzt. Das heißt, dass daas am Sonntag um 18 Uhr angesetzte ProB-Playoff-Heimspiel der TG s.Oliver Würzburg gegen die BSW Sixers in der Feggrube daher nicht stattfindet. Wie es hier mit der Saison weitergeht, werden die Liga und ihre Clubs bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in der kommenden Woche beraten. Klar ist allerdings, dass die deutlichen Einschränkungen in Bezug auf die Zuschauer bei der Austragung der Spiele bei einem Großteil der Vereine zu finanziellen Schwierigkeiten führen kann.

Ebenfalls vorerst ausgesetzt wurde gestern auch der Spielbetrieb der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) und der Jugend-BasketbalBundesliga (JBBL).

Wenige Stunden zuvor waren bereits im internationalen Basketball die Wettbewerbe wegen der Coronavirus-Pandemie bis auf Weiteres ausgesetzt worden. Das teilten der Weltverband und die Euroleague in getrennten Mitteilungen mit. Davon betroffen sind auch die Partien von Alba Berlin und Bayern München in der Euroleague in dieser Woche. Während sich die Berliner für die für gestern geplante Partie bei ZSKA Moskau bereits in der russischen Hauptstadt befanden, erreichte die Bayern die Absage noch rechtzeitig vor der Reise nach Moskau, wo am heutigen Freitag die Begegnung gegen Chimki Moskau hätte stattfinden sollen.

Zudem betroffen sind der von der Euroleague veranstaltete Eurocup sowie von diesem Freitag an die von der FIBA organisierten Wettbewerbe in der Champions League und im FIBA-Europe-Cup, in dem sich Bundesligist medi Bayreuth am Mittwoch für das Halbfinale qualifiziert hatte. Die Partie gegen U-BT Cluj Napoca fand bereits ohne Zuschauer statt.

Pause auch in der NBA

Auch die NBA hatte am Mittwoch (Ortszeit) ihre Saison erst einmal ausgesetzt, weil in dem Franzosen Rudy Gobert von den Utah Jazz ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden war. dpa/anu