s.Oliver Würzburg

Basketball Zur neuen Bundesliga Saison musste der Etat von s.Oliver Würzburg halbiert werden / Trainer Denis Wucherer sieht trotzdem „viel Energie und Athletik“ im Kader

Auf der Suche nach der Form und einem Anführer

Archivartikel

Die Bundesliga-Basketballer von s.Oliver Würzburg traf die Corona-Krise bislang empfindlich. Der Etat musste zur Saison 2020/21 halbiert werden. Dementsprechend hat sich das Gesicht der Mannschaft von Headcoach Denis Wucherer merklich verändert. Beim Medientraining diese Woche wurde der Presse erstmals der neue Kader vorgestellt. Offiziell ins Training gestartet sind die Korbjäger von s.Oliver Würzburg bereits am 1. September.

Mit dabei waren auch die vier neuen US-Amerikaner Tayler Persons, Zach Smith, Tyson Ward und Gavin Ware. Letzterer wird voraussichtlich nur bis Dezember, als Ersatz des bereits verpflichteten Centers Justin Sears verpflichtet, der derzeit noch in der Reha nach einer Achillessehnenverletzung befindet. Aus dem Team der vorigen Saison sind mit Obiesie, Haßfurther, Hoffmann, Koch und dem US-Amerikaner Chapman noch fünf Spieler übrig. Hinzu kommen Albus, Hunt und Weitzel, die vom eigenen Farmteam ins BBL hochgezogen wurden. „Mein erster Eindruck von den Jungs ist durchaus positiv“, findet Wucherer: „Wir haben viel Energie und Athletik in der Mannschaft.“ Der waschechte Würzburger Felix Hoffmann wird künftig nicht nur weiterhin für den Lokalkolorit auf dem Parkett sorgen und gewohnt einsatzstark zu Werke gehen, er ist im arg verjüngten Team mit seinen 31 Jahren nun auch der „Oldie“, gefolgt von Florian Koch (28), der sich trotz mehrerer Angebote für einen Verbleib in Unterfranken entschieden hat. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Teamchemie und vor allem die neue Hierarchie entwickelt.

Echte Anführer sind nach dem Weggang von Spielern wie Cameron Wells und Skyler Bowlin erstmal nicht in Sicht. „Die große Qualität gepaart mit Erfahrung, haben wir einfach dieses Jahr nicht mehr“, gesteht auch Coach Wucherer. Das sei finanziell nicht zu ermöglichen gewesen, klärt er auf. Es war nämlich einiges an Fingerspitzengefühl und Findigkeit im Sommer vonnöten, als Manager Kresimir Loncar, Assistant Coach Steven Key und Denis Wucherer im Scouting brüteten, welche Spieler weiterhelfen könnten und zudem ins schmale Budget passen.

Ziel: Klassenerhalt

„Wir haben nach Jungs gesucht, die richtig Bock auf Würzburg und die Bundesliga haben.“, so Wucherer. Herausgekommen ist eine echte Wundertüte. Demnach formuliert der Klub seine Zielsetzung für die ab dem 6. November startende Bundesliga-Saison auch äußert zurückhaltend. „Es geht darum, die Klasse zu halten“, kündigt Wucherer an.

Nach den vergangenen zwei Jahren, in denen es das erklärte Ziel war, um den Einzug in die Playoffs mitzuspielen, werden die Ansprüche nun drastisch heruntergeschraubt. Schließlich hat Hauptsponsor s.Oliver sein Engagement deutlich reduziert. Ein weiterer wichtiger Sponsor, die BVUK, hat den Vertrag hingegen nicht einmal verlängert. Hinzu kommen die bevorstehenden Ausfälle bei den Zuschauereinnahmen. Derzeit kämpft der Verein an allen Fronten, um die Ränge der s.Oliver Arena ab dem Saisonstart zumindest wieder etwas füllen zu können.

Erstes Spiel in Ulm

Für Headcoach Denis Wucherer geht es in den nächsten Wochen in der Vorbereitung erstmal darum, dass sich das Team „Tag für Tag und Spiel für Spiel verbessert“. Das erste Testspiel der Vorbereitung bestreiten die Würzburger am 22. September bei Ligakonkurrent ratiopharm Ulm. Einen Tag später gastiert Zweitligist Heidelberg im Trainingszentrum von s.Oliver Würzburg. Eine Woche später folgt ein Auswärtsspiel beim BBL-Rivalen Frankfurt. Gen Ostsee geht es für die „Baskets“ am ersten Oktober-Wochenende. Auf Einladung von Ex-Würzburg-Coach Dirk Bauermann, der mittlerweile Zweitligist Rostock trainiert, nimmt man dort an einem Turnier mit den Gastgebern, BBL-Aufsteiger Chemnitz und dem BBL-Team der Hamburg Towers teil. Zum Abschluss der Saisonvorbereitung gastieren dann noch Zweitligist Nürnberg (8.10.) und Erstligist Bonn (10.10.) in Würzburg. Alle Testspiele in Würzburg finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Erstmals um Zählbares geht es dann ab dem 17. Oktober beim Qualifikationsturnier zum BBL-Pokal. Gegner sind dann in Ulm und Weißenfels Brose Bamberg, ratiopharm Ulm und die MHP Riesen Ludwigsburg.