Seckach

Partnerschaftsbegegnung 40-köpfige Reisegruppe aus Seckach fuhr nach Reichenbach / Sehenswürdigkeiten in der Oberlausitz erkundet

Vorfreude auf das Jubiläumstreffen 2020

Archivartikel

Reichenbach/Seckach.Begleitend zur Wiedervereinigung Deutschland ist vor 30 Jahren doch einiges passiert: Grenzöffnung in Ungarn, Ausreise der Prager Botschaftsflüchtlinge in die Bundesrepublik oder die Leipziger Montagsdemonstrationen. Für die Baulandgemeinde Seckach und die Stadt Reichenbach in der Oberlausitz stand die Begründung ihrer offiziellen Städtepartnerschaft am 12. Oktober 1989 im Fokus des Geschehens. Und diesen wichtigen Stellenwert hat sie für beide Kommunen bis heute. Auch in diesem Jahr traf man sich am langen Wochenende des Tages der Deutschen Einheit zur bereits 32. Partnerschaftsbegegnung. Mit 40 Personen machte sich die seit vielen Jahren größte Delegation Seckachs am frühen Morgen des Nationalfeiertages auf den Weg in die Oberlausitz.

Schloss Krobnitz besucht

Nach dem obligatorischen Stopp in Dresden, der offiziellen Begrüßung durch Reichenbachs Bürgermeisterin Carina Dittrich und dem Quartierbezug gab es gleich am ersten Abend eine Führung über das Gelände von Schloss Krobnitz. Johannes Ansorge vom Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund wusste allerhand Wissenswertes zu berichten. Wobei das Wirken der Familie des Albrecht Graf von Roon, ehemaliger preußischer Kriegsminister, der das Schlossgut anno 1873 als Altersruhesitz erworben hatte, im Mittelpunkt der Erläuterungen stand. Nicht zuletzt die im Schlosspark befindliche Familiengruft lässt Zeitgeschichte vom Kaiserreich bis heute lebendig werden.

Die traditionelle Exkursion führte dieses Mal weiter in Richtung Norden mit der Waldeisenbahn von Weißwasser nach Bad Muskau. Dort bewunderten die Seckacher, dass die von Hermann von Pückler-Muskau vorgenommene Weiterentwicklung des „englischen Parks“ in den Landschaftsgärten von Muskau und Branitz zu den besonderen Höhepunkten der Landschaftsgestaltung des 19. Jahrhunderts gehören. Viele süße Versuchungen gab es anschließend in der Schokoladenmanufaktur Felicitas in Hornow, Stadtteil der südbrandenburgischen Stadt Spremberg. Hier hatte das belgische Ehepaar Goedele Matthyssen und Peter Bienstman vor 27 Jahren die Lausitz als ihren künftigen Lebensmittelpunkt entdeckt und aus kleinsten Anfängen heraus ein Unternehmen gegründet, welches aus bester belgischer Rohschokolade wahre Kunstwerke herstellt. Eine weitere Besonderheit: Die Besucher können in der „Mitmach-Schauwerkstatt“ ihre eigenen Kreationen zaubern.

Rundgang durch Reichenbach

Am dritten Besuchstag lud die gastgebende Bürgermeisterin Carina Dittrich zunächst zu einem Rundgang durch Reichenbach ein. Erster Anlaufpunkt war hierbei die evangelische Johanneskirche, deren stadtgeschichtliche Bedeutung von Pfarrer Christoph Wiesener ebenso erläutert wurde wie die gewaltigen Anstrengungen, welche die Kirchengemeinde in den vergangen Jahrzehnten zur Sicherung, Renovierung und Restaurierung der historischen Bausubstanz unternommen hat. Im Folgenden präsentierte Bürgermeisterin Dittrich mit sichtbarem Stolz den erst vor wenigen Wochen fertig gestellten Anbau der Grundschule Reichenbach.

Beim anschließenden Begegnungsabend im Via-Regia-Haus konnte man die vielen Eindrücke nochmals Revue passieren lassen, ehe die beiden Bürgermeister Dittrich und Thomas Ludwig in ihren Grußworten betonten, dass diese Städtepartnerschaft gerade in der aktuell so schwierigen politischen Lage wertvoller denn je sei. Reichenbach und Seckach, so die einhellige Überzeugung, leben seit fast 30 Jahren vor, wie Ost und West „zusammenwachsen könnten“, und man freut sich auf beiden Seiten auf ein großartiges Jubiläum im kommenden Jahr in Seckach. Besondere Genesungswünsche gingen außerdem an Reichenbachs Altbürgermeister Andreas Böer. Zum Abschluss der trafen sich Seckacher und Reichenbacher am Sonntagmorgen beim Ökumenischen Festgottesdienst in der St. Johanneskirche. LM