Seckach

Chor „Jezimus“ feierte 15. Geburtstag Mitreißendes Konzert in der Kirche St. Andreas in Zimmern

Sänger können gefühlvoll und leise ebenso gut wie rockig-flott

Archivartikel

Zimmern.Ein mitreißendes Mammutkonzert in der Kirche „St. Andreas“ von zweieinhalb Stunden ohne Pause und die anschließende Einladung zum Fingerfood-Büffet im Dorftreff „Am Lindenbaum“ bot der junge Kirchenchor „Jezimus“ anlässlich seines 15. Geburtstags.

Professionelles Niveau

Trotz der jungen Jahre ist dieser Klangkörper längst der Pubertät entwachsen und bot unter Chorleiter Winfried Ackermann ein professionelles musikalisches Niveau. Für die gelungene Moderation sorgte Sigrid Ackermann.

Sie versprach den zahlreichen Gästen, darunter Pfarrer Martin Drathschmidt, Bürgermeister Thomas Ludwig, Ortsvorsteher Siegfried Barth und Josef Ackermann als dessen Vorgänger im Amt, zahlreiche „Gänsehautmomente“, und das Versprechen konnte der Chor mit seinen Solisten problemlos halten. „Nichts erhellt die Seele so sehr wie der melodische Gesang“ – Recht hatte sie, auch mit der Vorstellung des Konzertprogramms „Weil der Himmel uns braucht“. Ein Großteil der dargebotenen Lieder war dem neuen Gotteslob entnommen, allerdings modern aufgepeppt und ansprechend arrangiert durch Chorleiter Ackermann. Nicht selten tanzten die Beine der Zuhörer oder es wurde rhythmisch geklatscht.

Als Eröffnungslied hatte sich der Chorleiter für die musikalisch fröhlichen „Osterglocken“ entschieden, deren vierstimmiger A-capella-Klang unüberhörbar war. Auffallend war die Begeisterung der Sänger selbst, die stimmlich und durch Mimik und Bewegung überzeugten.

Tröstend und aufbauend, fröhlich bis bewegend waren Lieder wie „Hab keine Angst, ich bin da“, „Tanzen, ja tanzen“, „Meine Zeit steht in Deinen Händen“ oder der Kanon „Te Deum“.

Die durchaus weltlichen Lieder „Dir gehört mein Herz“ und das „Ultra-leicht“ mit dem Satz „Ich wolle dir nur mal sagen, dass du das Größte für mich bist“ als Komplimente des Chors für sein Publikum.

„Behutsam leise“ war ein Lied voller Zärtlichkeit und „Meine Augen finden deinen Himmel nicht“ beschrieb dagegen einen Zweifler am Glauben mit der Erkenntnis „dass er Gott sucht, jedoch dieser ihn finden wird“.

Die Vielseitigkeit des Klangkörpers zeigte sich in dem Kontrastprogramm von „Wäre Gesanges voll unser Mund“ und dem rockigen „Hört die gute Nachricht“ oder dem vielsprachigen „Glory to God“ oder dem ehrfürchtigen „Jesus, Gottes Lamm“. Die Sängerinnen und Sänger des „Jezimus“, darunter nicht nur mindestens vier Altersgenerationen, sondern auch zwei Fans aus Wien, die sich an den Chor-Proben via Skype beteiligen und zum Konzert extra angereist waren, konnten gefühlvoll leise ebenso wie rockig-flott. Es war für jeden Geschmack und jedes Alter etwas dabei und die zweieinhalb Stunden waren unglaublich kurzweilig.

„Über den Wolken“ als Zugabe

Eigentlich sollten das temperamentvolle israelische Friedenslied „Hevenu shalom alechem“ – „Wir wünschen Frieden auf Erden“ und die Eigenkomposition von Winfried Ackermann „Danke Herr“ den Schlusspunkt unter den Abend setzen, doch der „Jezimus“ kam nicht um eine Zugabe herum. Und weil „der Himmel uns braucht“ entschied sich der Chor für das Reinhard-Mey-Lied „Über den Wolken“. L.M.