Seckach

„Aichelzer Schnäischittler“ Prunksitzung im Narrentempel / Dem Ortsreporter Martin Sommer entgeht nichts / Thomas Kegelmann gewürdigt

Leitfigur „TK“ kam zu großen „Ähren“

„Ähre wem Ähre gebührt“ stand im Mittelpunkt der „Schnäischittler“-Prunksitzung im „Aichelzer Narrentempel. Denn: „Noch 40 Johr is jetzt Schluss, de TK uff’s Abstellgleis muss“, verrät der Orden.

Großeicholzheim. Thomas Kegelmann als frisch gebackener „erster und einziger Ehrenpräsident“ der „Aichelscher Schnäischittler“ wird seinem „Baby“ zwar nicht verlorengehen, aber in die dritte Reihe zurücktreten. Unter der Ägide des Sportvereins hat er die „Aichelzer“ Fastnacht 1980 ins Leben gerufen und ab 1997 als eigenständige Fastnachtsgesellschaft zu dem gemacht, was sie heute ist.

Der Sänger, Büttenredner und Moderator hat als Leitfigur alle Höhen und Tiefen des Vereins gemeistert, und zum Dank wurde ihm nicht nur die Ehrenwürde sowie Orden und Prunksitzung dieser Kampagne gewidmet. Moderator Matthias Mayer überreichte ihm zudem unter Standing Ovations der ganzen Halle den ersten Orden mit seinem Konterfei, sein Nachfolger Jan Ballarin übergab die „Goldene Ähre“ und Bürgermeister Thomas Ludwig und Ortsvorsteher Reinhold Rapp dankten in „flüssiger Form“.

Tänzerische Eröffnung

Darauf ein dreifach kräftiges „Aichelzer Schnäischittler, Goweddel!“ mit dem Start in einen langen Programmabend, der von der Aichelscher Bläsergruppe unter Leitung von Thomas Ludwig schwungvoll musikalisch und von der Jugendgarde der Seggemer Schlotfeger schon traditionell hervorragend tänzerisch eröffnet wurde. Die ebenso kreative wie büttentaugliche Moderation des Abends lag in den bewährten Händen von Matthias Mayer. Über das Ortsgeschehen informierte umfassend Ortsreporter Martin Sommer, bekannt als Dr. Sommer, und strategisch günstig in der Ortsmitte beheimatet und mit gläsernem Balkon ausgestatttet. Es kann ihm also nichts Peinliches entgehen, was im Ort geschieht. Der großen Politik widmete sich – auch schon fast traditionell – Weltreporter und Solargrüßer Günter Schmitt-Haber, der gleichzeitig die Bodenständigkeit der Großeicholzheimer zum Ausdruck brachte.

Vierstufige Rakete

Mit ihren Schautänzen „Räuber und Gendarm“ (Männerballett) und dem großartigen „Phönix aus der Asche“ überzeugten die „Beddemer Hanmertli“ gleichermaßen in Choreografie und Outfit das Aichelzer Narrenvolk, dem keine vierstufige Rakete und kein „Spitze-Ruf“ zu viel war. Ebenso genial präsentierten sich die charmanten Mädels der „Schlotfeger“-Garde mit ihrem futuristischen Schautanz „Eine Reise durch die Galaxie“ und der Erkenntnis „Zuhause ist es doch am schönsten“.

Schwierigkeiten, die Bretter, die die Welt bedeuten, wieder verlassen zu dürfen, hatten Dominik Melzer und Thomas Kegelmann als übrig gebliebenes, aber musikalisch wertvolles „Schneeflöckchen“-Duo.

Denn mit ihrer Version eines AC DC-Replikats rissen sie die Narren von den Stühlen und mussten den Zugabe-Wünschen zwingend nachkommen. Beliebt beim Publikum schienen auch deren potenzielle Gesangsnachfolger Philipp Reiter und Fabiano Casella. Was dem als „Kerwe-Duo“ bekannten Ensemble noch an musikalischer Qualität fehlte, glichen sie durch Lautstärke aus – und kamen ohne Zugabe nicht von der Bühne. Die gute Tradition beeindruckender Tanzauftritte wurde auch bei dieser Prunksitzung gewahrt. So gelang den zwölf Mädels im Alter von zwölf bis 18 Jahren und einem jungen Mann der „Lil’ Steps“ mit ihrem motivierenden „Cheerleader“-Schautanz eine bombastische Premiere. Die 20 „Freaky Feet“ fast aller Altersgruppen überzeugten als quirlig buntes Federvieh im temperamentvollen „Karneval der Vögel“.

Die Extra-Show zog wie immer die Gruppe „Maus“ in einem gelungenen Revival von „Let’s Dance“ ab. Wobei die Tänzer(innen) unter der Choreografie von Trainerin Olga Schiffmann ebenso authentisch brillierten wie die Jury mit Motsi Mabuse (Mario Löser), Joachim Lambi (Kai Malcher) und Jorge González (Thomas Metzger).

Man sollte meinen, dass nach dieser Showeinlage die Stimmung im Narrentempel nicht mehr zu toppen war, doch der lautstarke, hämmernde Rhythmus der Guggenmusik „Hossa Schefflenz“ legte tatsächlich noch eins drauf und führte das Narrenvolk nahtlos in den Teil des Abends, der nur noch dem ausgelassenen Feiern gewidmet war.