Seckach

Neujahrsempfang in Seckach Bürgermeister Thomas Ludwig kritisierte fehlende Förderung für Seckacher Projekte / Sechs langjährige Kommunalpolitiker geehrt

Hohes Lob für die „Ehrenamtsbastion“

Archivartikel

Ein Jahresrückblick des Bürgermeisters Thomas Ludwig, Grußworte der Gäste und Ehrungen standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs in Seckach.

Seckach. „Der Neujahrsempfang der Gemeinde Seckach bringt all jene Menschen zusammen, die in den verschiedensten Funktionen Verantwortung für unser Gemeinwesen tragen. Sie alle setzen sich dafür ein, dass diese Gemeinde funktioniert, arbeiten auf den verschiedensten Gebieten zusammen und unterstützen die Gemeindeverwaltung“, so Bürgermeister Thomas Ludwig zur Einleitung des Neujahrsempfangs in der gut besuchten Seckachtalhalle.

Zuvor hatten die Sternsinger der Filialgemeinde „St. Laurentius Großeicholzheim“ als Vertreter der zahlreichen Seckacher Sternsinger der Festversammlung Gottes Segen mit dem Leitwort der Aktion Dreikönigssingen 2020 „Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“ überbracht.

Ludwigs besonderer Willkommensgruß galt den Ehrenamtlern, den Bürgern und den Vertretern der Unternehmen, Dienstleistern, Bildungseinrichtungen, Kirchen, Vereinen und der Kommunalpolitik.

Verbundenheit demonstriert

Mit ihrer Anwesenheit dokumentierten MdB Nina Warken, Minister MdL Peter Hauk, Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeisterkollegen aus der näheren Umgebung, Bürgermeisterin Carina Dittrich aus der Partnerstadt Reichenbach, die Ehrenbürger Pfarrer Herbert Duffner und Bürgermeister i.R. Ekkehard Brand sowie Vertreter der Patenschaftseinheit der Bundeswehr Walldürn und der Patengemeinde Schüttwa ihre Verbundenheit.

Nach der Würdigung von Andreas Böer – Bürgermeister i.R. der Partnerstadt Reichenbach OL – (wir berichteten) erinnerte Bürgermeister Ludwig im Rahmen einer von Simone Weber zusammengestellten umfangreichen Bildershow an die wichtigsten Ereignisse im regionalen und überregionalen Bereich.

In 57 öffentlichen Gemeinderatssitzungen seien rund 500 Tagesordnungspunkte beraten, diskutiert und beschlossen worden. Das Haushaltsvolumen belief sich auf knapp 68 Millionen Euro, davon allein 13,6 Millionen Euro an Investitionen.

Weiter blickte Ludwig zurück auf den wegen fehlender finanzieller Unterstützung durch das Land und den Bund verschobenen Neubau des Kindergartens und das mit Auflagen und Anordnungen überschüttete Vorhaben des in Seckach entstehenden Baugebiets „Steinigäcker-Gänsberg“.

Wegen fehlender Fördermittel verzögerte sich auch die Sanierung der Ortsdurchfahrten in Großeicholzheim und Seckach und auch beim Ausbau der Aussegnungshalle in Zimmern musste man einen zweiten Ausschreibungsanlauf nehmen, da die Angebote bei der ersten Submission als finanziell überzogen bewertet wurden.

Besser lief es dagegen bei der Erschließung weiterer Wohnbauplätze in der „Wanne“ in Zimmern und bei Erneuerungsmaßnahmen im Dorfgemeinschaftshaus. Als weitere Schwerpunkte wurden die Revisionsphase im Seckacher Hallenbad, die Grundschule in Großeicholzheim und der weitere Ausbau von Photovoltaikanlagen aufgezeigt.

Während die Errichtung einer E-Ladesäule in Seckach zügig voranging, verzögerte sich der Ausbau der Datenautobahn und die Planung für die Transversale. Weiter erinnerte Bürgermeister Ludwig an das gelungene 32. Seckacher Straßenfest, das Fest zum 60-jährigen Bestehen der „Schule am Esch“, der heutigen Seckachtalschule, und an die vielfältigen ehrenamtlichen Hilfeleistungen im „Lokale-Agenda-21-Prozess“. Zu einer Freizeitattraktion für das gesamte Umland avancierte nach dem Ausbau die erweiterte Spielelandschaft im Kinder- und Jugenddorf Klinge. Weiter auf gutem Wege befinden sich die Partnerschaften mit Reichenbach, Gazzada Schianno, Schüttwa im Böhmerwald und mit der Bundeswehr in Walldürn. Im Bereich der Kultur konnte der Skulpturenradweg erweitert und der Bekanntheitsgrad der Musikschule Bauland und des Musikvereins aufgrund ihrer guten Nachwuchsarbeit gesteigert werden. Abschließend nannte Ludwig die Vereine, Feuerwehren und fördernde Organisationen Grundsäulen des lebendigen Gemeinwesens.

MdB Nina Warken gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die jetzt beginnenden 20er-Jahre ein Revival der „Goldenen 20er“ des letzten Jahrhunderts werden und dass Seckach die Vorhaben „in Wartestellung“ doch noch zügig angehen könne.

„Kleine Glücksmomente genießen“

Pfarrer Jürgen Fränkle empfahl, die „kleinen Glücksmomente“ des Lebens zu genießen und für Neuigkeiten offenzubleiben. Bürgermeisterin Carina Dittrich brachte nochmals ihren Dank an Bürgermeister Andreas Böer und Ekkehard Brand zum Ausdruck für die Gründung der Partnerschaft der beiden Kommunen. Deren unzählige Freundschaftsbegegnungen trügen zur „Erdung“ aller Beteiligten bis heute bei.

Landrat Dr. Brötel dankte Thomas Ludwig auch in seiner Funktion als Kreisvorsitzender des Gemeindetags und Landesvorstandsmitglied dieses Spitzenverbandes für die harmonische und engagierte Zusammenarbeit. Brötel kritisierte die finanzielle Ausdünnung der Kliniken im Land und im Kreis. Weiter sprach er das leidige Thema Mobilfunk an und ging auf den etwas stockenden Ausbau beim schnellen Internet ein. Die Gemeinde Seckach mit Großeicholzheim und Zimmern nannte er „Ehrenamtsbastionen“ und lobte die finanzpolitische Weitsicht des Gemeinderats und der Verwaltung.

Für eine gekonnte und wohltuende Abwechslung zum „Redeprogramm“ sorgten die Blechversammlung des Musikvereins Seckach unter der Leitung von Martin Heß und die Musikschule Bauland mit Zahide Akdere, Maria und Valentin Balagula. Der erste Bürgermeister-Stellvertreter Martin Müller dankte allen Verantwortlichen für das Zustandekommen des Neujahrsempfangs, allen Ehrenamtlichen sowie allen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung für ihr Engagement und lud zum Stehempfang ein.