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Ehrung des Landes in Winnenden Kunstministerin Theresa Bauer zeichnete verdiente Persönlichkeiten aus / Schefflenzer und Frau aus Niederstetten unter den Geehrten

Heimatmedaille für Dr. Karl Wilhelm Beichert

Neun Bürger wurden in Winnenden mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg ausgezeichnet. Dr. Karl Wilhelm Beichert aus Schefflenz gehört dazu.

Schefflenz/Winnenden. „Die Landesregierung ist stolz auf das große ehrenamtliche Engagement im Land. Wenn sich die Bürger aktiv in das gesellschaftliche Leben einbringen, ist das gelebte Demokratie“, sagte Wissenschafts- und Kunstministerin Theresia Bauer bei der Preisverleihung in Winnenden.

Insgesamt neun Geehrte

Für deren Verdienste um die Heimat hat Wissenschafts- und Kunstministerin Theresia Bauer am Freitag in Winnenden neun Persönlichkeiten mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Bandbreite des Engagements der Geehrten ist groß: Sie reicht von der Orts- und Regionalgeschichtsforschung über die Landeskultur, die Brauchtumspflege, die Mundart und die Archäologie bis hin zur Integrationsarbeit.

„Die Liebe zur Heimat – verstanden auch als Heimat gemeinsamer Werte wie Achtung der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, soziale Marktwirtschaft und Erhaltung natürlicher Lebensgrundlagen – diese Liebe zur Heimat ist Patriotismus in seiner besten Form“, sagte Ministerin Bauer. „Weltoffenheit und Heimatliebe sind gleichermaßen typisch für Baden-Württemberg und zeichnet unser Land besonders aus.“

. Preisträger Dr. Karl Wilhelm Beichert (geboren 1943) studierte Klassische Altertumswissenschaften, Germanistik, Theologie und Philosophie. Bis 2008 unterrichtete er an verschiedenen Gymnasien Deutsch, Latein und Italienisch. Nach seiner Pensionierung wurde er 2009 promoviert.

Beichert beschäftigt sich mit der Historie seiner Heimat, dem Odenwald. So ist er Initiator und Gründungsvorsitzender des historischen Vereins „Elantia“ in Neckarburken sowie Initiator des dortigen Museums am Odenwaldlimes. Aus seiner Feder stammen auch einige Bücher und Aufsätze, die sich mit der römi-schen Vergangenheit, der Lokalgeschichte und der Kulturgeschichte beschäftigen.

Mitherausgeber von „Unser Land“

Seit 2011 ist Beichert zudem Mitherausgeber des überregional bekannten Heimatkalenders „Unser Land“. 2015 übernahm er gemeinsam mit einem weiteren Ehrenamtlichen die Pflege des Gemeindearchivs Schefflenz.

Auch der Umwelt- und Naturschutz liegt Beichert sehr am Herzen. 15 Jahre war er Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Mosbach und Obmann im Nabu-Bezirksverband Neckar-Odenwald-Kreis; darüber hinaus war er Vor-standsmitglied im Bezirksverband Rhein-Neckar-Odenwald sowie lange Jahre Mitglied im Beirat der Kommune Mosbach für Umwelt, Natur und Gesundheit . Er ist Autor zahlreicher Aufsätze zu heimatkundlichen, kulturgeschichtlichen und vogelkundlichen Themen in regionalen und überregionalen bundesweiten Organen. Beichert überdies langjähriges aktives Chormitglied im gemischten Chor in Oberschefflenz. 2008 wurde Beichert mit der Landesehrennadel ausgezeichnet und 2010 mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Karlsruhe.

Auftakt der Heimattage

Die Übergabe der Heimatmedaillen bildet traditionell den Auftakt der Landesfesttage im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg. In diesem Jahr werden die Heimattage von der Stadt Winnenden ausgerichtet.

„Die Träger der Heimatmedaille leisten mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag für die kulturelle Identität und den Zusammenhalt in der Gesellschaft“, so Bauer weiter.

Zu den Trägern der Heimatmedaille 2019 gehören auch Dr. Karl Wilhelm Beichert aus Schefflenz und Renate Striffler aus Niederstetten.

Die Auswahl der Persönlichkeiten, die die Heimatmedaille erhalten, erfolgt durch den Landesausschuss Heimatpflege Baden-Württemberg.

200 Mitgliedsverbände

Sie basiert auf den Vorschlägen der Arbeitskreise für Heimatpflege in den Regierungsbezirken, die mit rund 200 Mitgliedsverbänden und -vereinen in der Heimat- und Brauchtumspflege zusammenarbeiten.

Mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg werden Personen ausgezeichnet, die sich um die Heimat Baden-Württemberg besonders verdient gemacht haben.

Die Verdienste können sowohl in organisierten als auch in nicht organisierten Formen ehrenamtlicher Tätigkeit beziehungsweise bürgerschaftlichen Engagements erbracht worden sein.

Außer Betracht bleiben berufliche Tätigkeiten sowie ehrenamtliche Tätigkeiten in den Organen der kommunalen Selbstverwaltung.

Die Heimattage werden seit 1978 jedes Jahr vom Land Baden-Württemberg in Kooperation mit einer Kommune veranstaltet. Sie vereinen zahlreiche Veranstaltungen der ausrichtenden Kommune, darunter den großen Landesfestumzug, der traditionell am zweiten Septembersonntag stattfindet.