Seckach

Goldene Hochzeit Von Krankheiten gebeuteltes Ehepaar gab sich am 25. Oktober 1969 das Ja-Wort

Geheiratet trotz zahlreicher Widerstände

Archivartikel

Großeicholzheim.„Das geht niemals gut!“: So und ähnlich „optimistisch“ hatten viele Verwandte die Hochzeit der sehr jungen Verena Friedel aus Heidersbach und dem ebenfalls noch nicht volljährigen Karl Bucher aus Großeicholzheim am 25. Oktober 1969 bewertet.

Der Großeicholzheimer Pfarrer hatte sich sogar bis zum letzten Tag geweigert, die notwendigen Papiere seines evangelischen Gemeindemitglieds für die Hochzeit mit einem katholischen Mädchen herauszugeben.

Heute lacht das Jubelpaar darüber. Denn die beiden sind noch immer zusammen glücklich, auch wenn sie abwechselnd von schweren und langwierigen Krankheiten gebeutelt waren. Wenn keine Behandlung ansteht, genießt das Paar das Leben in vollen Zügen.

Beim 1. Mai-Ausflug kennengelernt

So ließen sie sich auch die vorgezogenen „Goldene Flittertage“ im Salzburger Land nicht nehmen. Dafür muss Verena Bucher den heutigen Jubelhochzeitstag in der anstrengenden Krankentherapie in Heidelberg verbringen – und ihr Mann unterstützt sie dabei nach Kräften. Geboren wurde die Jubelbraut am 1. Juli 1952 in Heidersbach und ihr Mann am 23. Februar 1949 in Großeicholzheim. Kennengelernt haben sich die beiden auf einem 1. Mai-Ausflug bei der Heidersbacher Mühle. „Und da hat es gleich ,geschnaggelt’, obwohl wir so jung waren“, erinnern sich die Beiden. Bereits im Oktober läuteten gegen den Widerstand der Eltern die Hochzeitsglocken: standesamtlich in Heidersbach und kirchlich in der Konviktus-Kirche (heute Josef Martin Kraus-Musiksaal) in Buchen.

Die junge Ehefrau arbeitet in der Schneiderei Bajus, bis ihre eigenen beiden Kinder sie benötigten und sie gleichzeitig die schwer erkrankten Schwiegereltern pflegte. Arbeiten gehen konnten sie erst nach deren Ableben und das für viele Jahre als Praxisgehilfin in Elztal-Auerbach, wo sie sich sehr wohl fühlte.

Karl Bucher musste auf Befehl seines Vaters den Traum vom Lokführer-Beruf begraben und lernte bei der örtlichen Landmaschinenfabrik Eberle den Beruf des Landmaschinentechnikers, bevor er als erfahrener Geselle für 18 Jahre als Betriebsschlosser bei der Baufirma Henn angestellt war.

Danach machte er eine Weiterbildung zur IHK-geprüften Werkschutzfachkraft und arbeitete bis zu seiner – inzwischen überstandenen – Krebserkrankung 1995 als Pförtner im KWO.

Wenn Verena Bucher, die früher ein absoluter Sportfreak war, nicht gerade in Behandlung ist, genießen die beiden gerne lange Spaziergänge, teilweise mit Walkingstöcken durch den Wald.

Karl Bucher geht zusammen mit dem Sohn auch noch gerne zum Holzmachen in den Wald und mindestens einmal im Jahr geht es auf Reisen.

Ihr Fest der Goldenen Hochzeit werden sie zusammen mit den beiden Kindern, Schwiegerkindern und zwei Enkeln am kommenden Wochenende nachholen. Unsere Redaktion schließt sich den sicherlich zahlreichen Glückwünschen vor allem mit dem Wunsch nach Gesundheit gerne an. L.M.