Seckach

Beispiel Seckach und Reichenbach 30 Jahre Wiedervereinigung / Filmemacher Jürgen Dettling in Seckach

Filmprojekt greift aktuelle Thematik auf

Archivartikel

Seckach/Reichenbach.In diesen August- und Septembertagen jährt es sich zum 30. Mal, dass Ungarn seine Grenze zum Westen hin öffnete und damit den Anfang vom Ende des Eisernen Vorhangs und des gesamten Ostblocks einläutete.

Friedlicher Protest

Der friedliche Protest führte am 9. November 1989 auch zum Fall der Berliner Mauer und in deren Folge zur Wiedervereinigung Deutschlands. Mit diesem geschichtlichen Glücksfall untrennbar verbunden war außerdem der europäische Einigungsprozess mit Frieden in Freiheit, mit offenen Grenzen, mit einer einheitlichen Währung und mit einem stetig wachsenden Wohlstand.

Und dennoch wird die öffentliche Diskussion über die Folgen der Wiedereinigung und über die Frage, was richtig und was falsch gelaufen sein mag, auch drei Jahrzehnte später noch sehr intensiv geführt, ja, man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass sie sich in der jüngsten Vergangenheit wieder verstärkt hat.

Gerade angesichts dieser Tatsache sind Initiativen, die dem besseren Kennenlernen und der Förderung des gegenseitigen Verständnisses dienen, heutzutage wichtiger denn je.

Die Gemeinde Seckach und die Stadt Reichenbach in der Oberlausitz gehen diesbezüglich mit bestem Beispiel voran, denn ihre am 12. Oktober 1990 besiegelte Städtepartnerschaft hat in all den Jahren tausende Menschen aus Ost und West zusammengebracht.

Auf diese Tatsache wurde unlängst auch der Waldkircher Filmemacher Jürgen Dettling aufmerksam, welcher sich schon länger mit der Frage beschäftigt, wie die Annäherung von „West“ und „Ost“ noch weiter gefördert werden kann.

Anstoß zur Annäherung

In Abstimmung mit Bürgermeisterin Carina Dittrich (Reichenbach) und Bürgermeister Thomas Ludwig (Seckach) geht Jürgen Dettling deshalb während des gesamten Monats September mit seiner Kamera auf Reisen – zunächst nach Reichenbach und dann nach Seckach. Der Film möchte durch die Darstellung dieser beiden Kommunen und ihrer Menschen einen kleinen Anstoß zur Annäherung und zum gegenseitigen Verständnis der Bürger in den „alten“ und in den „neuen“ Bundesländern geben. Dabei geht es Dettling in erster Linie um das soziale Leben der Menschen, ihre Verwurzelung in der jeweiligen Heimat. Was verbindet uns, was trennt uns (noch)? Was macht uns zufrieden, was wollen wir anders haben? Was können wir selbst tun, welche Forderungen haben wir an die Politik? Wo wollen wir, wo sollen unsere Städte und Regionen in zehn, 20 Jahren stehen? Wo ist unser Platz in einem zusammenwachsenden demokratischen Europa? Jürgen Dettling will dort filmen, wo die Menschen sind: in Vereinen, auf Plätzen, bei Veranstaltungen und Treffpunkten, Festen, Stammtischen, Kirchen, Schulen und ähnliches. Er ist als Dokumentarfilmer aus eigenem Interesse und freien Stücken unterwegs, aber nicht im Auftrag eines Fernsehsenders, einer Stiftung, einer Interessensgruppe oder ähnlichem. Seine Rolle sieht er als neutraler, offener und neugieriger Beobachter. Weitere Informationen über Jürgen Dettlings Filmprojekte gibt es im Internet unter www.swingin-pictures.com oder www.human-pictures.eu.

Der Film soll spätestens Ende 2019 fertig sein und möglichst weit verbreitet werden. Öffentliche Premieren in Seckach und Reichenbach könnten den Anfang machen.