Seckach

Förderverein „Leben braucht Wasser“ 2000 Euro für Projekt in Lambayeque als Spende erhalten

Arbeit muss trotz der Krise weitergehen

Archivartikel

Seckach.Die Cent- und Euromünzen rollen. Die Kunden des E-Centers Hölzer in Buchen haben im vergangenen Jahr immer wieder kleinere Beiträge in den dort aufgestellten Spendenkreisel kullern lassen. Auch Pfandbons der Leergutrückgabe fanden den Weg in diese besondere Sammelbox.

Edeka spendete 2000 Euro

Seit Mai 2019 ist so ein stolzer Betrag von rund 2000 Euro zusammengekommen. Jetzt übergaben die Filialleiter Günter und Petra Hölzer das Sammelgut an den Vorsitzenden des Förderkreises „Leben braucht Wasser“ Bernhard Heilig und seinen Stellvertreter Manfred Glittenberg aus Seckach, die mit diesen Spenden den Ärmsten in Peru Hilfe zur Selbsthilfe bieten.

Große Unterstützung unter dem Motto „Cents, die was ins Rollen bringen“ gab es kürzlich durch eine weitere Spende über 16 000 Euro von der Projektförderung „Cents for Help“ der Firma Bosch. Eine Hilfe, die dringend benötigt wird. Denn Bernhard Heilig, will mit dem gesammelten Geld 300 Familien in Lambayeque, Peru – einem der wasserärmsten Gebiete der Welt – mit Wasser versorgen.

Seit elf Jahren setzt er sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der armen Landbevölkerung ein. Wasser ist hier ein knappes und kostbares Gut. Die meisten Menschen in den ländlichen Regionen und in den Vororten der Städte müssen sich nach kilometerweiten Fußmärschen aus Kanälen versorgen.

Sie arbeiten oftmals als Tagelöhner im Baugewerbe oder als Erntehelfer. Staatliche Hilfen oder eine Grundversorgung mit Wasser, Strom, Apotheken, Kindergärten oder Schulen gibt es nicht.

Neben verunreinigten Quellen setzen fehlende Sanitäranlagen und die mangelnde Hygiene im Alltag insbesondere den älteren Menschen und Kindern gesundheitlich zu. Der Verein hat deshalb 2017 den Bau von Brunnen zu einem ganzheitlichen Versorgungssystem erweitert.

Die Wash-Projekte (Water, Sanitation, Hygiene) umfassen zusätzlich zu einer sauberen Wasserquelle auch eine Trockentrenntoilette, Handwasch- und Duscheinrichtungen sowie eine Wasseraufbereitung und einen Kompost. Dadurch wird nachhaltiger mit der knappen Ressource umgegangen und die Lebensbedingungen der Menschen verbessern sich.

Anfang des Jahres setzte man große Hoffnungen auf die neu angeschaffte Bohrausrüstung, die bei dem trockenen und steinigen Boden die Suche nach Wasser erleichtern sollte. Im April musste das Team aufgrund der Corona-Pandemie jedoch den Einsatz vorzeitig abbrechen. Die Bohrausrüstung musste ruhen, Bernhard Heilig saß wochenlang in Peru fest. „Gerade die Krise führt vor Augen, wie sehr die Menschen auf eine Grundversorgung mit Wasser und Hygiene angewiesen sind. Besonders schutzlos und schwer von der Pandemie getroffen sind auch in Lambayeque die Ärmsten der Armen“, sagt Bernhard Heilig.

Partner „Sede Vidas Peru“

Deshalb muss die Arbeit trotz der Krise weitergehen. „Zurzeit arbeiten die Kollegen von unserer Partnerorganisation „Sede Vidas Peru“ vor Ort mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen weiter an den Projekten, während wir von Seckach aus um Unterstützung werben.“

60 Familien warten derzeit auf einen Brunnen. In der kleinen Siedlung Buenos Aires, wo 2000 Menschen, unter ihnen circa 70 Prozent Kinder, auf engstem Raum zusammenleben, gibt es zwar schon einen von „Sede Vidas Peru“ geschaffenen Wasserzugang, aber das Grundwasser ist salzhaltig und mit Arsen belastet. Daraus soll frisches Trinkwasser aufbereitet werden.

Die Pläne stehen schon, aber noch reichen die finanziellen Mittel zur Umsetzung nicht aus. 40 000 Euro werden zur Vollfinanzierung benötigt. Da sind jeder Cent und jeder Euro für das Projekt eine wertvolle Unterstützung.