Rosenberg

Jahreshauptversammlung Die Kirchenkäserei in Sindolsheim steigert ihren Gewinn im Geschäftsjahr 2019

Wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnet

Archivartikel

Sindolsheim.Die Kirchenkäserei in Sindolsheim hatte im Geschäftsjahr 2019, nach dem Umzug an den neuen Standort, einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung genommen.

Deutliche Steigerung

Sowohl die verarbeitete Milchmenge als auch die Käseproduktion konnten deutlich gesteigert werden. Der Umsatz stieg von rund 110 000 Euro 2018 auf 207 000 Euro im vergangenen Jahr an. Das erzielte Betriebsergebnis von rund 25 000 Euro blieb zwar negativ, lag aber im Bereich der errechneten Finanzplanung der Genossenschaft, die erst im Jahre 2022 „schwarze“ Zahlen schreiben soll. Der Weg in die Zukunft ist dennoch vielversprechend. „Die derzeitige Corona-Pandemie wirkt sich aber auf das diesjährige Betriebsergebnis aus, denn die Besuchergruppen kommen zu keinen Käsereiführungen und das Café wird nicht göffnet“, so Vorstand Ursula Krauth. Sie hofft aber, dass sich diese negative Situation für die Käserei bald ändert.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Pfarrer Karl Kreß (Walldürn), begrüßte die Mitglieder zur Generalversammlung der Genossenschaft, die wegen der Corona-Pandemie in der Sporthalle in Sindolsheim stattfand. Besondere Grußworte galten Ortsvorsteher Jürgen Fuchs. Im Anschluss folgte der Geschäftsbericht 2019´. Rüdiger Krauth sagte, dass das Geschäftsjahr nach dem Umzug von Hohenstadt nach Sindolsheim „sehr spannend“, aber erfolgreich gewesen sei.

Im Februar folgte nach einem Tag der offenen Tür die Aufnahme der Käseproduktion am neuen Standort. Die Gruppenführungen 2019 seien gut gelaufen und auch der Käseverkauf im Laden werde gut angenommen.

Die Milchverarbeitung im Lohn für die Landwirte hat deutlich zugenommen. Zur Statistik sagte Rüdiger Krauth, dass der Genossenschaft derzeit 73 Mitglieder mit 392 gezeichneten Anteilen angehören. Die Einlagen belaufen sich auf 117 000 Euro.

In seinem kurzen Ausblick für 2020 sagte er, dass auch die Produktion und der Absatz der verschiedenen Käsesorten weiterhin gut laufe.

Das umfangreiche Zahlenwerk der Bilanz 2019 mit der Gewinn- und Verlustrechnung erläuterte Vorsitzende Ursula Krauth. Die Umsatzerlöse seien durch verschiedene Faktoren fast verdoppelt worden. Der Jahresfehlbetrag belaufe sich jedoch auf 25 000 Euro, liege aber im errechneten fünfjährigen Geschäftsplan der aussagt, dass die Genossenschaft erst im Jahre 2022 schwarze Zahlen schreiben werde. Der Milchzukauf hat sich im letzten Geschäftsjahr ebenfalls deutlich erhöht und liegt derzeit bei 8000 bis 12 000 Liter Milch pro Monat.

Bericht des Aufsichtsrates

Den Bericht des Aufsichtsrates erstattete Pfarrer Karl Kreß. Es fanden vier Sitzungen und mehrere Sondersitzungen des Gremiums statt, in denen sich der Aufsichtsrat vom Vorstand über den aktuellen Sachstand des Käsereibetriebes und über die Finanzen berichten ließ.

Schwerpunkte waren dabei die Sicherung der Liquidität und die verzögerte Fertigstellung. Hauptaufgaben des Gremiums werden in diesem Jahr sein, die durch die Corona-Krise ausgefallenen Einnahmen zu eruieren und Maßnahmen zu besprechen. Wenn es die finanzielle Situation zulässt, soll an der Außenanlage weitergearbeitet werden.

Karl Kreß verlas dann zusammenfassend den Prüfbericht des Badischen Genossenschaftsverbandes über das Geschäftsjahr 2019 und die damit verbundenen wirtschaftlichen Verhältnisse. Erfreulich sei die Steigerung der Mitglieder und der Geschäftsanteile. In den rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen ergaben sich im Prüfungszeitraum erhebliche Veränderungen durch den Umbau eines landwirtschaftlichen Unternehmens zu einem Molkereibetrieb.

Der Vorstand der Genossenschaft erachte die Planung als realisierbar, sofern die geplante Produktionsmenge und deren Absatz in den Folgejahren erreicht werden. Die Organisation der Geschäftsführung sei angemessen und hat ihre Arbeit nach den Gesetzen der Satzung ausgeübt.

Mit Zukunft befassen

Sie müsse sich aber weiterhin intensiv mit der wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Zukunft der Genossenschaft befassen, wobei eine Verbesserung der Finanzlage anzustreben sei.

„Der Aufsichtsrat ist nach der Prüfung stets seinen Aufgaben nachgekommen. Er sollte zukünftig den Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der Genossenschaft legen“, sagte Kreß. Die Planzahlen für die nächsten Jahre sind nachvollziehbar, eine Planungssicherheit gäbe es dennoch nicht.

Mit einer Enthaltung wurde von den anwesenden Mitgliedern das Jahresergebnis mit einer Bilanzsumme in Aktiva und Passiva von jeweils 1 064 213 Euro und einem Fehlbetrag von rund 25 074 Euro festgestellt.

Viel Positives

Ortsvorsteher Fuchs freute sich in seinem Grußwort, dass aus den Berichten viel Positives zu entnehmen war. „Man sieht auch, dass die Käserei angenommen und hier gut gearbeitet wird. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist ebenfalls vorhanden“, stellte Fuchs fest. Sie sei eine Bereicherung für das Ort Sindolsheim. Dass die Besuche der Käserei und des Cafés in der alten Scheune durch Corona einbrechen, sei verständlich.

Er und der Ortschaftsrat haben den Wunsch, dass die Außenanlage bald fertiggestellt wird, was das Außenbild deutlich verbessern würde. Die von Fuchs vorgeschlagene Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates erfolgte einstimmig.

Bei den anschließenden Wahlen zum Aufsichtsrat wurde Pfarrer Karl Kreß (Walldürn), einstimmig für ein Jahr wiedergewählt. Pfarrer Karl Kreß schloss die Versammlung mit dem Segen Gottes. FF