Rosenberg

Chorgemeinschaft Sindolsheim zog Bilanz Feier des 160-jährigen Bestehens musste ausfallen / Singstunden für höchstens elf Personen

Vereinsleben leidet stark unter Corona-Bedingungen

Sindolsheim.Nicht mit einem Eröff-nungslied, wie sonst bei der Generalversammlung der Chorgemeinschaft „Frohsinn“ Sindolsheim üblich, sondern mit dem Klavierstück „Zur Feier“, gespielt von Dagmar Stief, wurde die Versammlung in der Sporthalle eröffnet.

Kein Ansporn zur Wiederholung

Der Vorsitzende Werner Vogt begrüßte die Sänger, den Ehrendirigenten Helmut Wolf, die Ehrenmitglieder, Bürgermeister Ralph Matousek sowie Ortsvorsteher Jürgen Fuchs. In seinem Vorstandsbericht fasste er kurz die Zeit seit dem 12. März bis zum aktuellen Tag zusammen, in der lediglich eine Open-Air-Singstunde mit „Corona-Auflagen“ stattfinden konnte, die jedoch für niemanden ein Ansporn auf eine Wiederholung war.

Die geplante 160-Jahrfeier, die Jahreshauptversammlung und ein geplantes Kirchenkonzert mit dem Kirchenchor Osterburken und einem ungarischen Chor konnten nicht stattfinden.

Vogt blickte nochmals kurz auf das vergangene Jahr 2019 zurück, in dem hauptsächlich der eigene Serenadenabend ein voller Erfolg gewesen ist. Ein Dankeschön ging an die musikalisch verantwortlichen Dirigentinnen Dagmar Stief und Edith Schumacher. In einer Schweigeminute und dem Klavierstück „Irische Segenswünsche“ wurde den ver-storbenen Mitgliedern gedacht.

Im anschließenden Bericht der Schriftführerin Christa Häfner wurden die Termine und Veranstaltungen im abgelaufenen Vereinsjahr chronologisch aufgeführt. Sie berichtete von zwei außerordentlichen Auftritten und drei kirchlichen Anlässen. Es wurde ein eigenes Chorkonzert und der Serenadenabend abgehalten, ein Ausflug und eine Weihnachtsfeier angeboten sowie der Weinstand am Straßenfest organisiert und durchgeführt.

Insgesamt konnten vier Geburtstagsständchen gesungen werden, drei aufgrund der geltenden Corona-Beschränkungen jedoch nicht. Ebenfalls konnte zu zwei goldenen Hochzeiten nicht gesungen werden, jedoch bei drei Beerdigungen, allerdings war auch bei zwei die Teilnahme nicht möglich.

Kassenwartin Tanja Graser führte in ihrem vorgetragenen Kassenbericht die Einnahmen und Ausgaben des Vereins detailliert auf und wies den Jahresendbestand aus. Die Kas-senprüfer Achim Liebl und Hermann Pfeiffer bescheinigten nach der Prüfung eine genaue und umfassende Kassenführung. Chorleiterin Dagmar Stief erinnerte in ihrem Bericht an ihr Zehnjähriges als Dirigentin und bedauerte den momentanen Zustand, da das gemeinsame Singen und die Chorproben nicht stattfinden können, was die Chorgemeinschaft sehr belaste.

Um das Vereinsleben in der derzeitig schwierigen Zeit aufrecht erhalten zu können, schlug sie zwei Arten von Chorproben vor, separate Singstunden für höchstens elf Personen, eine für Damen, anschließend für die Herren, oder im wöchentlichen Wechsel unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygieneverordnungen.

Serenadenabend ein Erfolg

Sie erinnerte auch an den erfolgreich im Sommer 2019 abgehaltenen Serenadenabend und an die Bereicherung des Weihnachtsgottesdienstes mit den Liedbeiträgen des Chores. Ein Dankeschön ging an die Sängerschar für ihren Einsatz, an den Vorstand und die Vizedirigentin Edith Schumacher als verlässliche Größe. Ihr Dank ging auch an die passiven Mitglieder für ihre finanzielle Unterstützung. Sie wünschte dem Chor, dass die Mitgliederzahl stabil bleibe und der Chor nach überstandener Coronakrise wieder aufblühen kann.

Beim anschließenden Tagesordnungspunkt „Aussprache zu den Berichten“ gab es keine Wortmeldungen. Bürgermeister Ralph Matousek beantragte die Entlastung des Vorstandes, die einstimmig gewährt wurde. In seinem anschließenden Grußwort überbrachte er die Grüße des Gemeinderates und bedauerte die massiven Einschränkungen für das Chorleben und die große Lücke, die dadurch in der örtlichen Gemeinschaft entstanden ist. Er wünschte sich eine baldige Wiederaufnahme der Gesangstätigkeit, dass der Verein weiterhin bestehen bleiben kann, sowie eine weitere „gesunde“ Zeit. Ortsvorsteher Jürgen Fuchs beglückwünschte den Verein zu seinem 160-jährigen Bestehen in diesem Jahr und überbrachte eine Spende für die Vereinskasse. Er bedankte sich für die gesungenen Liedbeiträge am Volkstrauertag und wünsche eine baldige Normalisierung des Vereinslebens. Von Seiten des Sängerbundes wurde die Bitte an die Sänger herangetragen, das Denkmal für den Gründer des Vorläufers des Sängerbundes Badisch Franken auf dem Friedhof zu pflegen und zu gießen. In seiner Vorschau konnte Vorsitzender Werner Vogt aufgrund der derzeitigen Situation leider keine Termine festlegen. Das abgesagte Kirchenkonzert der Sängergruppe I soll nach Möglichkeit im Frühjahr 2021 nachgeholt werden, ebenso die Verleihung der Conradin-Kreuzer-Tafel im November 2020. Anschließend bat der Vorsitzende um rege Teilnahme an den Singstunden in neuer und kleiner Form.

Gesellige Runden pflegen

Der anwesende Ehrendirigent Helmut Wolf bedankte sich in seinem Grußwort für die Einladung zur Versammlung und für das Präsent, das er zu seinem 50-Jahr-Dirigentenjubiläum erhalten habe. Anschließend wurde mit dem Ergebnis abgestimmt, dass jeweils Frauen- und Männersingstunden im wö-chentlichen Wechsel mit höchstens elf Personen abgehalten werden, unter der Voraussetzung der vorherigen Anmeldung und der Einhaltung des ausgearbeiteten Hygienekonzeptes für Chöre. Achim Liebl regte noch an, nicht zur zum Singen zusammen zu kommen, sondern auch den geselligen Teil, das anschließende Zusam-mensitzen, wieder besser zu pflegen. Mit den Wünschen für eine bessere Zukunft für Chöre schloss der Vorsitzende die harmonische, aber „etwas besondere“ Versammlung. F