Rosenberg

Marktstraßenfest Christa Häfner präsentierte eine Bilderausstellung zur "Singelscher Bauernbühne" / Das Bildarchiv von Reinhard Hertl gesichtet

Theateraufführungen gab es in Sindolsheim "schon immer"

Sindolsheim.Das am vergangenen Wochenende veranstaltete 28. Sindolsheimer Marktstraßenfest war aus Sicht der Veranstalter ein voller Erfolg. Dazu trug auch die historische Bilderausstellung über die "Singelscher Bauernbühne" mit dem Titel "So ein Theater" bei, die zu Festbeginn in der Sporthalle durch den Vorsitzenden des Fördervereins Heimat und Kultur, Thomas Rauscher im Beisein vieler Ehrengäste und auch ehemaliger Theaterspieler eröffnet wurde.

Örtliches Bildarchiv gesichtet

Sein besonderer Willkommensgruß galt Christa Häfner, welche die gelungene Ausstellung mit vielen Bildern und Requisiten aus den Auftritten der letzten Jahre zusammengestellt hatte. Sie habe auch aus dem örtlichen Bildarchiv von Reinhard Hertl zahlreiche Bilddokumente gesichtet, zusammen getragen und untertitelt.

Diesen war zu entnehmen, dass bereits im Jahre 1897, also vor 120 Jahren, erstmals so etwas wie eine Theateraufführung des Männergesangvereins im Rahmen einer Weihnachtsfeier stattgefunden hat.

Seit dem Jahr 1947 bis 1967 spielte der Verein regelmäßig Theater im Saal des Gasthauses "Krone". Nach einigen Jahren Pause startete eine erfolgreiche Ära der Sindolsheimer Bauernbühne unter der Regie von Herbert Kautzmann, der damals auch viele Theaterstücke mit Lokalkolorit und Gesangseinlagen geschrieben und getextet hat, so Rau-scher. Von 1976 bis 1993 war er mit seiner Bauernbühne mit den Stücken wie "Mondscheingeister", "Ebbirnleiche" oder das "Blumenmädchen" sehr erfolgreich.

Nach dem überraschenden Tod von Herbert Kautzmann spielten die Akteure noch bis 2008. Allen Schauspielern, die diese vielen Auftritte über 100 Jahre mit Leben erfüllten, gelte heute noch, so Rauscher, der besondere Dank für ihren Verdienst um das kulturelle Leben in Sindolsheim. Auch das Doppelquartett und das "Chörle" hätten bei einigen Auftritten mitgewirkt.

Ortsvorsteher Jürgen Fuchs freute sich, dass so viele ehemalige Theaterspieler zur Eröffnung gekommen waren und bedankte sich bei Christa Häfner, die Jahr für Jahr das Marktstraßenfest mit einer Bilderausstellung bereichere.

Viel Zeit investiert

Dieses Mal habe sie das Sindolsheimer Bilderarchiv durchwühlt und dabei viel Zeit investiert, um die Besucher in längst vergangene Zeiten zurückzuführen, an die man gerne zurückdenke. Wie Fuchs weiter sagte, hat es "schon immer" Theater in Sindolsheim gegeben.

Theaterstücke aufzuführen sei bisher immer Sache des örtlichen Gesangvereins gewesen - in den Anfängen des Männergesangvereins, später übernahm die Chorgemeinschaft Frohsinn die alte Tradition und führte zur jährlichen Weihnachtsfeier ein Stück von Herbert Kautzmann auf, dem Motor der "Sindolsheimer Bauernbühne".

Nach der Fertigstellung der Mehrzweckhalle konnten die beeindruckenden Stücke aus Sindolsheimer Geschichten auf der großen Bühne aufgeführt werden. Der letzte große Vorhang sei bei der Aufführung 2008 gefallen. Gerne, so Fuchs, erinnere man sich an die Theaterzeit mit den Worten "Mensch, wor des Theater schö, des kend ma doch wider emol mache". Zuschauer gäbe es bestimmt viele. Fuchs wünschte abschließend viel Spaß bei der "wirklich einmaligen und wertvollen Bilderausstellung."

Wie Bürgermeister Gerhard Baar betonte, habe das Theaterspiel in Sindolsheim eine lange Tradition, wie man auf den ausgestellten alten Bildern sehen könne. Auch sein Dank galt Initiatorin Christa Häfner für die Aufbereitung und Beschriftung des gesichteten Bildmaterials, bei dem man in Erinnerungen schwelgen könne. "Die alljährlichen Ausstellungen zur Eröffnung des Straßenfests haben für mich immer den Charakter einer Vernissage", sagte Baar und wünschte eben falls einen guten Erfolg und viele Besucher. Ein Umtrunkschloss sich an. F