Rosenberg

Sängerbund Hirschlanden Jahresrückblick mit vielen Veranstaltungen / Sorge um Vereinssterben geäußert

Sänger machen sich Gedanken über die Zukunft

Hirschlanden.Große Verunsicherung herrscht derzeit bei den Gesangvereinen in der Region in Bezug auf die Frage, wie das Vereinsleben nach der Corona-Pandemie weitergehen wird. Es gibt Spekulationen darüber, dass viele Vereine im Laufe des kommenden Jahres ihre Vereinstätigkeit einstellen werden.

„Fortbestand sichern“

„Der Vorstand des örtlichen Kulturträgers arbeitet bereits an dessen Zukunft und schaut, wo Veränderungen notwendig sein werden, um den Fortbestand zu sichern“, sagte die Vorsitzende des Gesangvereins Sängerbund Hirschlanden, Gerda Herrmann, bei der Generalversammlung im Dorfgemeinschaftshaus. Besondere Grußworte richtete sie an die zahlreichen Ehrengäste.

Die Vorsitzende ging in ihrem Vorstandsbericht auf die derzeitige schwierige Situation im Gesangverein ein. Nach dem „Lockdown“ im März war schlagartig kein Chorgesang mehr möglich. Das Vereinsleben wurde über Nacht „ausgebremst“. Das geplante Chorkonzert des Verein musste deshalb abgesagt werden.

Schriftführerin Jutta Hübsch verlas das Protokoll der letztjährigen Versammlung und ging auf die Aktivitäten des abgelaufenen Vereinsjahres ein. Sie erwähnte dabei die Mitwirkung des Chores bei der Verabschiedung von Altbürgermeister Gerhard Baar und der Amtseinführung seines Nachfolgers Ralph Matousek. Ein Höhepunkt im abgelaufenen Vereinsjahr war auch die Teilnahme am Jubiläum des Partnerchores in Ditzingen.

Der Vorstand traf sich zu zwei Sitzungen. Im Berichtsjahr wurden 31 Singstunden abgehalten, außerdem nahm der Chor an zwölf Auftritten teil. Durchschnittlich waren von 31 aktiven Sängern 19 Personen pro Singstunde anwesend. Den detaillierten Kassenbericht erstattete Karin Langer. Die von Bürgermeister Ralph Matousek vorgenommene Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig.

Chorleiterin Annemarie Moser bedankte sich sowohl bei den Sängern wie auch beim Vorstand für die gute Zusammenarbeit. Ihr Dank galt auch Lisa Hübsch, die den Chor bei seinen Auftritten immer am Klavier begleitete. Für die Dirigentin wäre es schön, wenn neue Sänger dem Chor beitreten würden.

Zum Sängerjahr 2020 sagte Dirigentin Moser, dass seit März eine gewisse „Singstille“ bestehe und die Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung für den Gesangverein Hirschlanden sei. Eine Chorprobe war bisher nicht möglich. Sie stellte auch das neu ausgearbeitete Hygienekonzept für Chöre vor. Aufgrund der hohen Aufwendungen proben viele Chöre nicht, weshalb man sich dringend Gedanken machen müsse, wie weitergemacht werden kann. Sie schlug vor, über die bevorstehenden Wintermonate zu pausieren und dann im Frühjahr wieder mit den Proben zu beginnen.

Die Vorsitzende Gerda Herrmann merkte an, dass die derzeitige Krise eine Zäsur für die Gesangvereine darstelle und es ein „Weiter so“ nicht geben könne. Der bevorstehende Generationswechsel komme schneller als angedacht. Man müsse sich auch Gedanken über die Zukunft der Vereine machen. „Ein Gedankengang wäre auch, den Chor auf drei Stimmen zu reduzieren“, so die Vorsitzende. „Vielleicht ist die Bildung kleinerer Projektchöre eine Möglichkeit.“ Vorschläge von den Sängern sind willkommen.

Vereine überstehen die Krise nicht

Es werde viele Gesangvereine geben, welche die derzeitige Krise nicht überstehen werden. Es wäre jedoch schön, wenn der Sängerbund zu denen zählen würde, die aus der Krise herauskommen, so Gerda Herrmann.

Ortsvorsteher Martin Herrmann ging auch auf die schwierige Situation im Verein ein. Der notwendige Umbau bewege ihn schon eine längere Zeit. Man wisse, dass man die alten Pfade verlassen und den Wandel der Zeit erkennen müsse. „Der Virus wird das Vereinssterben in den nächsten Jahren sicher noch beschleunigen“, meinte der Ortsvorsteher. „Viele Vereine sind in ihrer Existenz gefährdet.“ Man müsse neue Wege beschreiten und auch neue Gruppenabende planen.

Zusammenhalt gefordert

Jetzt sei Zusammenhalt gefragt. Man müsse deshalb nachdenken, wie der Verein vernünftig am Leben erhalten werden könne. Das dulde keinen Aufschub. Ein Konzept müsse gemeinsam festgelegt und die Pause für den Umbau genutzt werden, damit man neu durchstarten könne. Der Gesangverein unterstütze das Dorf und sei ein wichtiger Teil der Dorfgemeinschaft, da er schon viele Feste und kirchliche Aktivitäten bereichert hat. „Es wäre wirklich schade, wenn man den Verein verlieren würde“, so Martin Herrmann.

Bürgermeister Ralph Matousek freute sich, wieder einmal unter der Sängerschar sein zu können, betonte er in seinem Grußwort. Er sagte, dass das 2020 eigentlich das vergangene Vereinsjahr 2019 verdränge, welches eigentlich im Vordergrund stehen sollte. Man mache sich bereits heute Gedanken, wie es zukünftig weitergehen solle und wie viele Gesangvereine es Ende 2020 noch geben werde. Er würde sich jedoch freuen, wenn sich wieder die Stimmen erheben würden und es eine baldige Rückkehr zur Normalität bei den Vereinen gebe. Matousek hatte abschließenden den Wunsch, dass die Mitglieder dem Verein auch zukünftig erhalten blieben.

Dekan Rüdiger Krauth meinte, dass ihm die Untergangsstimmung in der Sitzung nicht gefalle. Er sprach den Mitgliedern Mut zu nicht aufzugeben, und regte einige Projekt mit den umliegenden Vereinen an. „Ein Leben ohne Gesang wünsche ich mir nicht“, so Dekan Krauth. Die Situation mache zwar keinen Spaß, man solle die derzeitige „Traurigkeit“ jedoch ablegen und mit Mut in die Zukunft blicken.

In ihrem Schlusswort bedankte sich Gerda Herrmann nochmals bei allen, die den Verein unterstützten. Ein neuer Weg sei immer ein Wagnis. Man müsse aber den Mut haben, diesen zu gehen. F