Rosenberg

Beim Marktstraßenfest Verdienstmedaille für Thomas Rauscher / Seit 25 Jahren an der Spitze des Vereins „Heimat und Kultur“

„Dankeschön“ an einen aktiven Gestalter

Sindolsheim.Im Rahmen des Marktstraßenfests wurde der Vorsitzende Thomas Rauscher für seine Verdienste um den Verein „Heimat und Kultur“ von Bürgermeister Ralph Matousek mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Petrus weinte dicke Tränen, als Ortsvorsteher Jürgen Fuchs in seiner Begrüßung verkündete, dass das aktuelle Jubiläumsfest vielleicht das letzte in der bisherigen Form sein könnte. Für das kommende Jahr bestünden Überlegungen, künftig ein zweitägiges Grünkernfest in der Götzinger Straße zu veranstalten.

Vielleicht gebe es aber noch einen Hoffnungsschimmer, wenn am beliebten Standort in der Marktstraße die eine oder andere Scheune zur Verfügung gestellt würde. Dann könnten sich noch gestalterische Möglichkeiten für das Fest in jetziger Form ergeben. Ein großes Dankeschön sprach der Ortsvorsteher der evangelischen Kirchengemeinde aus, die seit 30 Jahren am Festsonntag ihren Gottesdienst abhalte. In seinen Dank schloss er die zahlreichen Helfer ein, die tatkräftig zum Gelingen des Fests beitrugen.

Beginn „Förderverein Turnhalle“

Zusammen mit Bürgermeister Ralph Matousek nahm Jürgen Fuchs dann die Ehrung von Thomas Rauscher vor. Wie Fuchs in seiner Laudatio betonte, war die umfassende Renovierung der Sporthalle im Dorf der Anlass zur Gründung des damaligen „Fördervereins Turnhalle Sindolsheim“. Im Jahre 1996 wurde der Vereinsname in „Förderverein Heimat und Kultur“ umbenannt, da das Projekt Turnhalle abgeschlossen war.

Thomas Rauscher hatte am 16. Januar 1990 mit Herbert Kautzmann, Geza Balogh und weiteren Bürgern den „Förderverein Turnhalle“ gegründet. Rauscher selbst war von 1990 bis 1993 Schriftführer des Vereins und auch federführend bei der Erstellung des Sindolsheimer Heimatbuchs, das 1999 veröffentlicht wurde. Seit 1994 bis heute hat er 25 Jahre den Vorsitz des Vereins inne.

In dieser Zeit wurden unter seiner Federführung, so Fuchs, zahlreiche Projekte im Dorf umgesetzt, wie der Anbau an die Mehrzweckhalle, der gut für alle örtlichen Vereine sei. Weitere Beispiele von Rauschers erfolgreicher Arbeit seien der Erhalt und die Restaurierung der Grünkerndarren, die Gedenksteinsetzung sowie die Verlegung von Stolpersteinen für die deportierten jüdischen Mitbürger.

Der Spielplatz am Sportgelände der Spielvereinigung wurde 1998 vom Förderverein komplett angelegt. Im vergangenen Jahr wurde die Erneuerung finanziell unterstützt, wie auch 2015 die Neugestaltung des Ehrenmals für die Gefallenen der beiden Weltkriege an der Kirche sowie deren Renovierung.

Aber auch zahlreiche kleinere Aktionen vor Ort und für die Vereine tragen die Handschrift von Thomas Rauscher, der für die Dorfgemeinschaft mit seiner ruhiger Art den Verein führe und immer wieder Projekte angehe. Der Vorstand des „Fördervereins Heimat und Kultur“ sage deshalb ein großes „Dankeschön“ für 30 Jahre Ehrenamt im Verein.

„Eine Gemeinde, die wirklich Heimat sein will für alle Menschen, die in ihren Mauern leben, muss bereit sein für Eigeninitiative und Engagement. Und sie braucht Menschen, die eine Gesellschaft gestalten, die sich für sie einsetzen und das Gemeinwohl fördern – für die nicht der persönliche Vorteil im Vordergrund steht“, sagte Bürgermeister Matousek in seiner Ansprache.

„In unserer Mitte leben Bürger, die über Jahrzehnte dem Gemeinwohl wertvolle Impulse gegeben haben, die sich einbrachten und die mit Fantasie und Einsatzfreude dafür gesorgt haben, dass die Lebensqualität im kleinen Baulanddorf Sindolsheim gewachsen ist“, so der Bürgermeister weiter. Auch er rief in Erinnerung, dass Rauscher Gründungsmitglied gewesen sei. Nun, nach dem Festgottesdienst, sei der würdige Rahmen, ihm für seine großen Verdienste im Beisein vieler Bürger die Verdienstmedaille des Landes zu überreichen. Denn ohne seinen Einsatz würde es diese Veranstaltung in der Marktstraße nicht geben. „Mit der Verleihung dieser großen Auszeichnung ist dieses Fest voll und ganz dem Dankeschön gewidmet, dass es in unserer Mitte Menschen gibt, die anpacken, wenn es gilt, anderen zu helfen, aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und damit die Kultur der Gemeinde zu transportieren“, so Matousek.

Buntes, vielfältiges Landleben

Das bunte und vielfältige ländliche Leben kennzeichne vor allem der Gemeinsinn, und „das ist weitaus mehr, als die öffentliche Hand leisten kann“. Dazu brauche es aktive Gestalter wie Thomas Rauscher, die mit Ideenreichtum und Einsatzfreude ihre Fähigkeiten zum Wohl der Bevölkerung einsetzen. Solche Menschen gebe es in Sindolsheim, und dafür sei er als Bürgermeister dankbar. Unter dem Beifall der Anwesenden überreichte Matousek Rauscher die Ehrennadel sowie die dazugehörende Ehrenurkunde. Für Ehefrau Roswitha gab es Blumen.

Thomas Rauscher bedankte sich für die hohe Auszeichnung und erinnerte an die stolzen Leistungen des Vereins, an denen nicht nur er, sondern viele Mitglieder beteiligt gewesen seien. Ihnen dankte er für die große Unterstützung in all den Jahren. Die erzielten Festerlöse seien immer in soziale örtliche Projekte investiert worden. F