Rosenberg

Im Gemeinderat Rosenberg Klarstellung zu Gerüchten, der Döner-Imbiss solle vertrieben werden / Voraussetzungen für Stromversorgung werden geschaffen / Standortfrage nicht entschieden

Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter von negativen Äußerungen „hart getroffen“

Sindolsheim.Der Tagesordnungspunkt „Weiterentwicklung des Bahnhofareals“ in der jüngsten Rosenberger Gemeinderatssitzung war ein „brisantes“ Thema, zu dem Bürgermeister Ralph Matousek eine persönliche Erklärung abgab. Er erläuterte ausführlich den Sachverhalt zu den in Rosenberg und Umgebung kursierenden Gerüchten über den im Dörrhöfer Weg stehenden Döner-Imbissstand.

Die Mitarbeiter der Verwaltung wie auch ihn persönlich hätten sich schnell verbreitende Äußerungen, man wolle den Imbiss vom dortigen Standort vertreiben, doch hart getroffen. Es sei sehr einfach, als Bürger zu sagen: „Der Bürgermeister vertreibt den Döner“. Dem sei aber nicht so. Im Jahre 2014 sei der jetzige Standort im Dörrhöfer Weg von der Gemeinde zunächst für sechs Monate ermöglicht worden, blickte Matousek zurück. Der Vertrag zeige, dass es ein Provisorium gewesen ist, das nun seit sechs Jahren bestehe. Bereits in der Vergangenheit seien dem Betreiber alternative Standorte in der Bahnhofstraße und im Dörrhöfer Weg angeboten worden.

Im vergangenen Jahr sei man von der ENBW darauf aufmerksam gemacht worden, dass eine Stromführung der Straßenbeleuchtung am Tag aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig sei. Da die Gemeinde nun von diesem Zustand erfahren habe, so der Bürgermeister, sei sie und auch er persönlich in der Haftung, die man nicht übernehmen könne. Im Frühjahr sei der Betreiber auf die Gemeinde zugekommen mit dem Anliegen, einen größeren Imbiss oder einen Container an gleicher Stelle bauen zu wollen. Der Gemeinderat habe den Antrag wohlwollend aufgenommen, sagte Matousek. Doch nach sechs Jahren solle das Provisorium nun doch beendet und der bisherige Stromanschluss in einen dauerhaften Anschluss umgewandelt werden.

Eine erste Kostenschätzung eines beauftragten Ingenieurbüros für die Anschlussleitungen beläuft sich auf 30 000 Euro. Der Gemeinderat hatte dem Betreiber auch einen Alternativstandort am ehemaligen Bahnhofsgebäude angeboten. Dieser habe gesagt, dass ihm ein Ladengeschäft in Adelsheim angeboten worden sei. Nach einem erneuten Gespräch habe er der Verwaltung mitgeteilt, dass er am alten Standort in Rosenberg bleiben möchte.

Für den Bürgermeister ist klar, dass der Betreiber nun eine investive Entscheidung treffen müsse, woran aber die Gemeinde nicht schuld sei. Der Imbiss habe sich gut im Dorf etabliert und erfahre einen sehr guten Zuspruch, so dass er sicher sei, dass sich die Investition auf jeden Fall lohnen werde, so Matousek. Der Betreiber müsse aber wie jeder Bürger die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Die Gemeinde wolle ihn bei diesem Vorhaben unterstützen, brauche aber seine Mitwirkung. Nach einem erneuten Gespräch habe der Betreiber erklärt, dass er sich einen neuen Imbisswagen anschaffen möchte. Bürgermeister Matousek sagte deutlich: „Wenn ich ihn vertreiben wollte, würde ich das alles nicht machen“. Für ihn sei der jetzige Standort bestens geeignet. Er wolle die Voraussetzungen schaffen, dass langfristig ein Betrieb auf dem Bahnhofareal möglich ist. „Nun stellt sich ganz einfach die Frage, wer die Kosten für den Stromanschluss bezahlt“, so Matousek.

Die Gemeinde wäre bereit, einen Stromversorgungsschacht zur Verfügung zu stellen. Die Kosten dafür bezifferte der Bürgermeister mit 5000 Euro. Er bat den Gemeinderat, den aufgezeigten Weg mitzugehen, um die Voraussetzungen zu schaffen, den Dönerimbiss im Dorf zu erhalten, denn das gastronomische Angebot in Rosenberg biete wenig Alternativen.

Gemeinderat Graser hatte sich für eine Containerlösung mit einer Aufenthaltsmöglichkeit ausgesprochen. Dem Vorschlag des Bürgermeisters stimmte der Gemeinderat einhellig zu.

Welcher Standort – der jetzige oder der beim ehemaligen Bahnhofsgebäude – letztendlich vom Betreiber gewählt wird, bleibt ihm überlassen und wurde noch nicht entschieden. Jedenfalls wird der Imbiss nicht geschlossen.

Zum Schluss der Sitzung hatte der Bürgermeister noch eine recht positive Meldung: Rosenberg und seine Ortsteile sind bei den Bauwilligen begehrt. Bisher wurden dieses Jahr elf Bauplätze verkauft und acht im neuen Baugebiet „Bei den drei Morgen“ sind reserviert. F