Rhein-Main-Neckar

Bahnverkehr Die Sanierung des Tunnels bei Wittighausen ist mit leichter Verzögerung abgeschlossen / Kostenvolumen eingehalten

Zugverkehr rollt wieder an

Wittighausen.Das Warten hat ein Ende: Acht Monate war die Bahnstrecke von Würzburg nach Stuttgart wegen der Sanierung des Bahntunnels in Wittighausen gesperrt, ab Mittwoch, 4 Uhr, ist sie wieder für den Zugverkehr freigegeben. „Wir blicken mit großer Freude auf die Inbetriebnahme, da fällt viel Anspannung von uns ab“ , blickt Projektleiterin Elisabeth Obiero auf die Fertigstellung.

Letzte Testfahrten

In den vergangenen Wochen wurde der Oberbau eingelegt, die Oberleitung, die stromführenden Anlagen und die Kabel für die Signaltechnik eingebaut. Schon am Montag gingen die ersten Züge auf die Gleise, um zu prüfen, ob alle Signalanlagen funktionieren. Außerdem fuhren spezielle Fahrzeuge die Strecke ab, um sicher zu gehen, ob sie auch wirklich frei ist. „Die Zuständigkeit für die Strecke liegt ab Mittwoch wieder bei der Betriebsstelle“, betont Obiero.

Die Baustelle bei Unterwittighausen sei für sie und ihren Projektpartner Georg Schulz keine „gewöhnliche“ gewesen. „Normalerweise arbeitet man nur an ein bis zwei Punkten gleichzeitig. Hier war das anders, oft liefen vier bis fünf Arbeitsprozesse gleichzeitig“ erklärt Obiero. Im Prinzip sei es vor allem eine „Logistikbaustelle“ gewesen. „Das macht die Arbeiten aufwendiger und auch fehleranfällig. Darauf muss sich jeder erst einmal einstellen.“

Wetter sorgte für Verzögerung

Damit erklärt Obiero auch die Verzögerungen bei den Bauarbeiten. „Es kann immer mal etwas Ungeplantes passieren.“

Auch zwei Wetterphänomene seien dafür verantwortlich gewesen, dass der ursprünglich geplante Inbetriebnahmetermin vom 18. August nicht eingehalten worden sei: „Im Januar war es eine Woche zu kalt, viele Bereiche waren dauerhaft gefroren. In dieser Zeit führten wir keine Betonarbeiten durch“, blickt Obiero auf die Bauarbeiten zurück. Vor ein paar Wochen sei es dann wiederum zu heiß gewesen.

Der tragische Unfall im Juni, bei dem ein Lkw-Fahrer auf der Baustelle ums Leben kam, habe alle Mitarbeiter betroffen gemacht. „Das habe ich so noch nicht erlebt“, erzählt Obiero. Die Abläufe auf der Baustelle seien dadurch aber nicht beeinträchtigt worden.

Das Bauprojekt werde sie mit Georg Schulz „noch eine Weile betreuen“. „Wir müssen noch mehrere Abrechnungsthemen abwickeln und verschiedene Verträge bearbeiten“, so Obiero. Das geplante Kostenvolumen von 20 Millionen Euro sei eingehalten worden. „Kaufmännisch gerechnet wird der Tunnel nach 70 Jahren abgeschrieben , technisch gesehen hält er 100 Jahre“, erläutert Obiero. Die Baustelle selbst mit den Containern werde bis Ende des Jahres abgebaut. Die Baustraßen würden zeitnah rückgebaut und begradigt. „Im nächsten Jahr soll die Fläche wieder bewirtschaftet werden können.“ Um den Tunnel herum wächst durch eine Aussaat schon bald wieder Gras.

Fest mit Bürgern

Elisabeth Obiero möchte auch betonen, dass die Bürger von Wittighausen immer viel Verständnis und Interesse für das Tunnelprojekt hatten. „Das hat hier sehr viel Spaß gemacht.“

Gemeinsamen mit den Wittighäusern und Bürgermeister Marcus Wessels soll der Tunnel am 28. September noch einmal offiziell eingeweiht werden.