Rhein-Main-Neckar

Leserbrief Zu „Bremen ist überall“ und „Mehrheit misstraut Asylbehörden“ (FN, 9. Juni)

Nach dem Prinzip „Augen zu und durch“

Die Artikel in den FN vom 9. Juni „Bremen ist überall“ und „Mehrheit misstraut den Asylbehörden“ überraschen mich nicht.

Zitat Personalratschef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Rudolf Scheinost: „Die Anerkennung geht schneller als die Ablehnung.“ Dies sei auch die Ansage an die Mitarbeiter gewesen. Und: „Bremen ist überall.“

Die Mitarbeiter/innen sind überfordert, zum Teil nicht ordentlich geschult. Quantität vor Qualität: so die Devise und der Leistungsdruck von oben. Nach dem Prinzip „Augen zu und durch“. Und das nicht nur beim Bamf.

Dieses Verfahren zieht sich meines Erachtens durch viele öffentliche Verwaltungen. So habe ich beispielsweise jegliches Vertrauen in die Entscheidungspraxis des Jobcenters Neckar-Odenwald-Kreis verloren. Seit zirka acht Monaten bin ich ehrenamtlicher vom Amtsgericht bestellter Betreuer einer Hartz IV Empfängerin. Nach einer Internetrecherche sei eine Vielzahl von Hartz-Bescheiden unrichtig.

Das war Anlass, für meine betreute Person nachzuhaken – und das mit großem Erfolg.

Bisher musste aufgrund meiner Überprüfungsanträge und Widersprüche das Jobcenter seine Entscheidungen ab Januar 2017 neu beurteilen und eine erhebliche Summe nachzahlen.

Ich bedauere die vielen Sozialleistungsempfänger, die in Unkenntnis ihrem Sozialleistungsträger vertrauen!

Bremen ist überall.