Rhein-Main-Neckar

Leserbrief Zu „Sorge um Anfeindungen“ und „Man darf sich nicht erschrecken lassen“ (FN, 5. 11.)

„Ein verzerrtes Bild der Realität“

Der Artikel und das Interview stellen leider mal wieder ein verzerrtes Bild der Realität dar.

Wie eine Kleine Anfrage der AfD im Bundestag Anfang des Jahres ergab, kommen die Täter meist von links.

Die Bundesregierung stellt in ihrer Antwort fest, dass im Jahr 2018 von 1982 politisch motivierten Straftaten mit einer Partei als Ziel 203 von rechts kamen und 1116 von links.

Ab dem ersten Quartal 2019 wird zusätzlich erfasst, welche Partei das Ziel ist. Hier sieht es ähnlich aus. Es werden 408 Straftaten für I/2019 genannt, wobei 71 rechts und 252 links zugeordnet werden. Die Grünen werden hierbei beispielsweise 29 Mal und die AfD 155 Mal als Opfer aufgelistet.

Deshalb finde ich es befremdlich, dass im Artikel ein Landtagsabgeordneter der Grünen zu Wort kommt und das Interview mit einer (fachfremden) Ministerin der Grünen geführt wird. Gewalt und Drohungen gegen Amts- und Mandatsträger sind immer zu ächten, egal, von wem sie ausgeübt werden und wer das Ziel ist.

Medial scheint jedoch eine Drohung von mutmaßlichen Rechtsextremisten mehr Berichterstattung wert zu sein, als ein realer Angriff von Linksextremisten, wie wir ihn beispielsweise erst vor kurzem in Tauberbischofsheim hatten.

Auch das Bundeskabinett beschließt lieber ein Maßnahmenpaket gegen Hass und Rechtsextremismus und fördert massiv den „Kampf gegen Rechts“, statt gegen alle Formen des Extremismus gleichermaßen vorzugehen und das, obwohl gerade im Bereich Linksextremismus ein deutlicher Handlungsbedarf beim Schutz von Politikern und politischen Einrichtungen besteht.

Aber solange es nur die AfD trifft . . .