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Überzeugt von homogener Truppe

Archivartikel

Landesliga Odenwald: SV Nassig will dieses Mal den Klassenerhalt viel früher in trockene Tücher bringen

Beim Blick auf die vergangene Runde wird das Trainerduo des SV Nassig, Sebastian Gegenwarth und Markus Kieslich, nachdenklich. Erklären können sie sich’s nicht, warum’s bei ihren Jungs mit der Konstanz über die Saison so schlecht bestellt war. Nach der Relegation im Jahr zuvor war der Klassenerhalt auch 2018/19 erst am letzten Spieltag geschafft. „Zu viele Torchancen nicht verwertet“, analysiert Sebastian Gegenwarth, und doch: Ganz so einfach ist es wohl nicht, denn einen Sonntag sah man einen SV, der über die gesamte Partie gefiel, am nächsten ging’s gegen vermeintlich „leichte Gegner“ gehörig in die Hose. „Da sind wir in manchen Spielen mit blöden eigenen Fehlern in den Rückstand geraten“, blickt Markus Kieslich selbstkritisch zurück. Besonders die bitteren Schlappen gegen Walldürn, Neunkirchen oder die SV Viktoria sind noch lebhaft in Erinnerung, auch wenn das Duo sie am liebsten völlig aus dem Gedächtnis streichen würde. Ja, schön wäre wohl einmal eine Saison, in der man nicht die halbe Rückrunde schon während des Spiels auf die anderen Plätze schielen muss – wo stehen wir gerade, reicht’s, reicht’s nicht? Eins jedoch war zumindest besser als im Relegationsjahr: „Wir hatten es bis zum Schluss in eigener Hand, da rauszukommen.“ Aber Kiesling weiß natürlich auch: „Wir hätten die Big points einfach machen müssen.“

„Viel hat da wohl im eigenen Kopf der Spieler stattgefunden“, mutmaßt Sebastian Gegenwarth. An der spielerischen Gewandtheit lag’s nicht – zumindest nicht immer. Das haben die Jungs von der Höhe erst jüngst wieder bei der Wertheimer Stadtmeisterschaft gezeigt, auch wenn’s zum Titel dieses Jahr nicht reichte. Davon gelaufen etwa wegen einer unbefriedigenden Saison ist dem SV Nassig niemand. Mathias Schwind, Sebastian Greß und Jakob Reiner wechseln nicht, sie hören einfach auf. Dafür gibt’s – wie schon in der vergangenen Saison – Nachrücker aus der eigenen Jugend. Gleich sechs Eigengewächse (Jannik Koppitz, Luca Rohde, Erik Böspflug, Edwin Becker, Henry Müller) sind neu im Kader des SV. Zurück kommt auch Thomas Lausecker, der zuletzt für den FC Külsheim spielte. Eine echte Prognose zur anstehenden Saison ist schwierig, Sebastian Gegenwarth: „Mal abgesehen von Verbandsliga-Absteiger FV Lauda ist die Liga sehr ausgeglichen. Ich denk’, das wird sehr spannend dieses Mal.“ Erklärtes Ziel der beiden: das Ding dieses Jahr früher in etwas trockenere Tücher bringen. Markus Kieslich zeigt sich zuversichtlich: „Wir sind überzeugt, dass wir die Qualifikation dafür haben.“ Und sein Trainerkollege Gegenwarth ist sich bewusst: „Wir haben keinen dieser einzelnen exzellenten Torjäger wie vielleicht andere Mannschaften der Liga“, und dennoch sagt er stolz: „Wir sind eine homogene Truppe, und der Zusammenhalt der Spieler untereinander, das ist unsere stärkste Kraft“.