Regionalsport

Nur an kleinen Schräubchen drehen

Landesliga Odenwald: Aufsteiger TSV Assamstadt peilt mit einer eingespielten Mannschaft den Klassenerhalt an

Es hat eine Weile gedauert, bis der TSV Assamstadt in die Landesliga zurückgekehrt ist: Am Ende der Saison 2005/06 war man aus der Odenwald-Liga abgestiegen, und zwar relativ sang- und klanglos. 15 Punkte fehlten damals zum rettenden Ufer.

Seitdem war der TSV immer eine feste Größe in der Kreisliga Tauberbischofsheim. Fast in jeder Saison gehörte er der Spitzengruppe an, der große Wurf gelang jedoch nicht – bis in der Spielzeit 2018/19 Trainer Horst Beck kam und die Mannschaft gleich zur Meisterschaft und zum Kreispokalsieg führte. „Ich habe hier eine intakte und eingespielte Mannschaft vorgefunden. Deshalb musste ich nur noch an den kleinen Schräubchen drehen“, spielt der Gommersdorfer seinen sicherlich nicht geringen Anteil an der Erfolgsserie der vergangenen Saison ganz bescheiden etwas herunter.

„An den kleinen Schräubchen drehen“, das gilt für ihn auch nun in der Landesliga, denn der Neuling setzt auch nach dem Aufstieg auf Kontinuität. „Zur Philosophie des TSV gehört, auf die eigene Jugend zu setzen. Und diesen Weg werden wir weiter beschreiten“, so Beck. Für den Mit-Fünfziger ist der TSV übrigens die erste Station, bei der er eine Männermannschaft alleinverantwortlich coacht. Vorher war er in erster Linie als Juniorentrainer, unter anderem beim DFB-Stützpunkt in Schrozberg, oder als Co-Trainer, zuletzt bei den Sportfreunden in Schwäbisch Hall in der Verbandsliga Württemberg, tätig.

Viel Entwicklungspotenzial

Gerade einmal zwei Niederlagen hat der TSV Assamstadt in der vergangenen Saison kassiert: Eine Anfang August in der dritten Runde des BFV-Pokals zu Hause im „Derby“ gegen den TSV Oberwittstadt, die andere dann erst im April im Kreisliga-Spiel beim VfR Gerlachsheim. Diese Erfolgsserie erstaunt umso mehr, wenn man weiß, dass das Durchschnittsalter des Kaders gerade einmal bei 24 Jahren liegt. „Manchmal haben wir sogar mit einem Schnitt von 22-Komma-Irgendwas gespielt.“ Das bedeutet: In der Truppe steckt noch sehr viel Entwicklungspotenzial. Horst Beck selbst ist gespannt, bei welchem seiner vielen jungen Spieler es „klick“ macht und die Landesliga zu einer möglichen „Leistungsexplosion“ verhilft.

Horst Beck sieht sich derzeit mit einem Luxusproblem konfrontiert: „In der Mannschaft gibt es auf fast allen Positionen mehrere Spieler, die sich fußballerisch auf einem ähnlich hohen Niveau befinden.“ So etwas fördert natürlich den Konkurrenzkampf, was nie eine schlechte Sache ist, so lange die „Team-Chemie“ nicht darunter leidet. Und da sieht Beck keinerlei Gefahr. „Die kennen sich doch alle schon seit Jahren.“

Bei jedem Training spürt er derzeit, dass bei den Spielern ein echtes Kribbeln vorhanden ist. Die Vorfreude auf die neue Saison ist beim Aufsteiger riesengroß, denn bis auf Maurice Beier, der des Trainers „verlängerter Arm“ auf dem Platz ist, hat noch kein Spieler bisher in der Landesliga gespielt.