Regionalsport

Kleinschrodt muss umbauen

Verbandsliga Württemberg: Trotz namhafter Abgänge will der FSV Hollenbach in die „Top 5“

Am Ende verpasste der FSV Hollenbach den Aufstieg in die Oberliga knapp. In dieser Saison sieht Martin Kleinschrodt seine Mannschaft trotz des zweiten Platzes in der vergangenen Spielzeit nicht in der Favoritenrolle: „Die Verantwortlichen und auch ich wollen, dass wir guten und attraktiven Fußball spielen. Dazu sollte aber auch noch der Erfolg da sein. Man muss aber sehen, wer die Konkurrenten sind und was die in Sachen Kader getan haben.“

In erster Linie hat er den TSV Essingen und den Oberliga-Absteiger TSG Backnang auf der Rechnung, wenn es um den Titel geht. Beide Teams haben sich mit Spielern aus höheren Ligen verstärkt. Bei den Hollenbachern ist dies nicht der Fall. Hier kommen die Neuen, wie Rückkehrer Boris Nzuzi (Sportfreunde Schwäbisch Hall), aus der Landesliga oder aus der Bezirksliga (Philipp Volkert/SV Wachbach) sowie aus der Jugend. Aus dem „eigenen Stall“ entstammen Jonas Limbach, Baris Yerlikaya, Marcel Karausch, Fabian Schuler und Robin Stier. Noah Krieger kam von der A-Jugend des VfR Aalen. „Wir haben eine junge Truppe“, sagt Manager Karl-Heinz Sprügel. „Aber sie hat auch Potenzial. Andere wären froh, wenn sie so eine Truppe hätten.“

Neu im Trainerstab ist Manuel Hofmann. Er soll als spielender Co-Trainer das Bindeglied zwischen Mannschaft und Verantwortlichen sein. Außerdem soll er zusammen mit Dennis Hutter verstärkt montags den Cheftrainer Kleinschrodt im Training unterstützen, da Co-Trainer Jens Breuninger dann am Stützpunkt ist. „Unser Kader ist gut“, sagt Sprügel. „Wenn wir keine gravierenden Verletzungen haben, können wir im oberen Drittel mitspielen. Klar ist, dass die anderen zum Teil gewaltig aufgerüstet haben.“ Auch der Manager hat Backnang und Essingen ganz oben auf seiner Favoritenliste. Aber auch den SSV Ehingen-Süd schätzt er ganz stark ein. „Dazu kommen immer Überraschungsmannschaften. Beim Absteiger Normannia Gmünd muss man beispielsweise abwarten“, sagt Sprügel. Als weiteres Ziel nennt er: „Wir wollen uns spielerisch noch verbessern. Dann schauen wir mal, wo wir landen.“

Vieles hängt sicher davon ab, wie gut das Team die Abgänge verkraftet. Denn mit Fabian Czaker (1. CfR Pforzheim) ist der Top-Torjäger weggegangen. Damit wird Kleinschrodt zunächst mal auf zwei Stürmer setzen, wie schon zum Ende der vergangenen Saison. „Es ist die große Frage, wie das klappt“, sagt Sprügel. Die zweite Problemstelle ist die Innenverteidigung. Mit Marc Zeller (SG Sindringen/Ernsbach), Timo Brenner (TSV Ilshofen) und Lukas Ryl (Calcio Leinfelden-Echterdingen) sind gleich drei Innenverteidiger gewechselt. Damit wird Hofmann, eigentlich auf der linken Seite zu Hause, wohl zum Abwehrchef. Schließlich spielte er bei der Spvgg. Neckarelz auch schon in der Regionalliga in der Innenverteidigung. Neben ihm werden entweder Jonas Limbach oder Arne Schülke verteidigen – beides gelernte Sechser.

„Schon in der vergangenen Saison war der zweite Platz für mich eine Sensation“, sagt Kleinschrodt. „Diese Saison wird es richtig schwer. Ich muss die Innenverteidigung umbauen und Fabian Czaker ersetzen. Das kann auch nach hinten losgehen.“ In der Vorbereitung funktionierte es aber ordentlich. „Wir sind als Team weiter zusammengerückt. Es gibt keine Unstimmigkeiten mehr“, sagt Kleinschrodt. Er setzt auf das Kollektiv. Außerdem ließen Nzuzi, Krieger und auch Limbach in der Vorbereitung ihr Potenzial aufblitzen. „Das Ziel muss sein, unter die ersten Fünf zu kommen“, sagt Kleinschrodt. „Wenn man mehr will, muss man noch zwei, drei Hochkaräter holen. Aber der Verein will mit jungen Spielern arbeiten, und die haben auch Potenzial. Ich freue mich, mit den Jungs arbeiten zu können.“

Für Kleinschrodt war die vergangene Saison die erste Trainerstation. Auch er musste dazu lernen. Was er auch tat. „Es war mit dem Hausbau, mehr Verantwortung im Job und später der Schwangerschaft meiner Frau eine sehr anstrengende und kraftraubende Saison“, sagt Kleinschrodt. „Aber ich denke, wir haben trotzdem eine gewisse Messlatte gelegt. Jetzt will ich noch einmal alles aus den Spielern rausholen und sie weiterentwickeln. Ich denke, das ist uns vergangene Saison gut gelungen.“ Schließlich wäre beinahe der Aufstieg in die Oberliga gelungen.

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